Besser Lernen: Das Gedächtnis und die Lerntypen

Besser Lernen: Das Gedächtnis und die Lerntypen

Als Selbständiger muss man immer am Puls der Zeit und auf dem neuesten Stand sein. Pausen sind selten drin, denn man könnte ja etwas Wichtiges verpassen und schon ist man nicht mehr up to date – was einer Katastrophe und dem baldigen Aus gleichkommt 😉

Scherz beiseite, Tatsache ist, dass Aktualität eine wichtige Säule für viele Selbständige ist. Aktualität bedeutet aber auch, dass beständig dazugelernt wird, also dass wir das eigene Wissen und Können immer auf dem neuesten Stand halten.

Auch neue Techniken zu erlernen und sein Wissen unaufhörlich zu erweitern kann bei dem ein oder anderen für den Erfolg oder Misserfolg entscheidend sein.

Wie wir effektiver lernen können und somit auch wertvolle Zeit sparen, werde ich in diesem und noch folgenden Artikeln beleuchten.

Zuerst schauen wir uns an, wie Lernen, genauer gesagt, die Speicherung von Informationen im menschlichen Gehirn überhaupt funktioniert.

Der Datenspeicher – unser Gehirn

Jeder von uns hat sicherlich schon einmal vom Kurzzeitgedächtnis und vom Langzeitgedächtnis gehört. Es gibt noch ein drittes Gedächtnis, das Ultrakurzzeitgedächtnis, was aber für das bewusste Lernen weniger Relevanz besitzt.

Das Ultrakurzzeitgedächtnis

Das Ultrakurzzeitgedächtnis speichert, wie die Bezeichnung schon andeutet, Sinnesreize für 1-2 Sekunden. Die meisten dieser Sinnesreize werden ignoriert, nur wenige gelangen bis ins Kurzzeitgedächtnis. Das sind oft Informationen denen wir Aufmerksamkeit schenken oder die für den Organismus lebenswichtig sind.

Das Kurzzeitgedächtnis

Im Kurzzeitgedächtnis werden diese Informationen vorerst für etwa 20 Sekunden gespeichert, bei einer bewussten Informationsverarbeitung verlängert sich dieser Zeitraum allerdings erheblich.

Auch für das Kurzzeitgedächtnis gilt, die Informationen, denen keine ausreichende Beachtung zuteil wird, werden eliminiert. Das trifft auf die meisten Informationen zu, deshalb werden nur wenige ins Langzeitgedächtnis weiter gegeben.

Das Langzeitgedächtnis

Im Langzeitgedächtnis werden die Informationen dann fest gespeichert. Trotz der dauerhaften Speicherung kann es vorkommen, dass Informationen nur sehr schwer abrufbar sind, das ist zum Beispiel der Fall, wenn diese Informationen nicht genügend genutzt wurden, sie werden zum sogenannten passiven Wissen.

Das Arbeitsgedächtnis ist unser Kurzzeitgedächtnis

Die größte Bedeutung für das aktive Lernen hat das Kurzzeitgedächtnis. Ausschließlich im Kurzzeitgedächtnis können Informationen bewusst verarbeitet werden, deshalb wird es auch Arbeitsgedächtnis genannt.

Hier werden Daten aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen und mit neuen Eindrücken verglichen. Auf diese Weise können falsche Informationen korrigiert oder Daten ergänzt werden.

Dieser Vergleich mit bereits vorhandenen Informationen aus dem Langzeitgedächtnis ist für den Lernerfolg außerordentlich wichtig, denn wenn das zu Lernende zu diesen gespeicherten Daten passt und sich problemlos damit verknüpfen lässt, können die neuen Informationen schneller und besser behalten werden.

Das Lernen, bzw. das Einprägen von Informationen geschieht grundsätzlich auf folgende Weise: Jede Information hinterlässt auf den Nervenverbindungen (Neuronen) eine charakteristische Spur, je öfter diese Spur durch Wiederholung nachgezogen wird, umso stärker wird die Neuronenverbindung und die Speicherung wird gefestigt.

Das bedeutet, der Lernstoff muss häufig wiederholt werden, damit er uns im Gedächtnis bleibt.

Die Lerntypen

Wie gut wir lernen ist auch davon abhängig, wie wir die Informationen aufnehmen. Bestimmt habt Ihr selbst schon einmal festgestellt, dass Ihr euch gewisse Dinge besser merken könnt, wenn Ihr sie auf eine bestimmte Weise, zum Beispiel durch Lesen, aufnehmen könnt. Ein anderer wiederum behält dieselbe Information am besten, wenn er sie erzählt bekommt.

Es gibt vier verschiedene Lerntypen. In Anlehnung an die verschiedenen Arten der Sinneswahrnehmung sind das der auditive, der visuelle, der kommunikative und der motorische Lerntyp.

Der auditive Lerntyp

Der auditive Lerntyp kann besonders gut den Lernstoff durch Hören aufnehmen und behalten. Er kann gesprochenen Erklärungen gut folgen. Vorträge und Gespräche sind für ihn geeignete Lernmittel, genauso wie Lernkassetten.

Beim Lernen redet er oft mit sich selbst indem er sich die Lerninhalte vorsagt, laut wiedergibt und diskutiert.

Andererseits fühlen sich auditive Lerntypen durch Nebengeräusche oder Musik im Hintergrund meist schnell gestört.

Der visuelle Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lernt am effektivsten wenn er Informationen liest, sich Lernstoff durch Bilder, Grafiken oder Skizzen visualisiert. Auch wenn er Abläufe beobachtet, kann er sich diese gut merken.

Er liest gerne und schaut sich gerne Illustrationen und Bilder an. Zum Lernen fühlt er sich in einer optisch ansprechenden Umgebung wohl und verinnerlicht den Stoff am besten mit schriftlichen Unterlagen, Grafiken und Tafelbildern aller Art.

Ebenso lernt der visuelle Typ besonders effektiv, wenn er sich die Lerninhalte von anderen zeigen, also vormachen lässt. Außerdem gehören auch Filme und Fernsehbeiträge zu den bevorzugten Lernmaterialien.

Der visuelle Lerntyp skizziert gerne, unterstreicht mit zahlreichen farbigen Stiften, erstellt Mindmaps und bringt so viel wie möglich zu Papier um sich ein besseres Bild machen zu können.

Der kommunikative Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp braucht das Gespräch mit anderen um besser zu lernen. Wenn er diskutieren und sich das Verständnis über den Lernstoff durch sprachlichen Austausch erarbeiten kann, werden Informationen besser aufgenommen und verarbeitet.

Dabei werden nicht nur Fragen gestellt, sondern auch gerne selbst erklärt, dass bedeutet der kommunikative Lerntyp fragt nach einer Erklärung nicht nur genauer nach, sondern gibt auch Inhalte mit eigenen Worten wieder, bringt Bedenken vor, widerspricht teilweise und erwartet auch Fragen vom Gegenüber.

Optimal zum Lernen sind für den kommunikativen Typ Lerngruppen und Diskussionsrunden.

Der motorische Lerntyp

Der motorische Lerntyp versteht und merkt sich Dinge am besten, wenn er sie nachstellen kann. Wenn er Abläufe selbst durchführt kann er sie am leichtesten nachvollziehen.

Dabei wird nicht nur Erklärtes und Gezeigtes nachgemacht sondern auch durch Ausprobieren ein Lernerfolg erzielt. Das viel zitierte „learning by doing“ entspricht vollkommen dem motorischen Lerntyp.

Er möchte durch eigenes Tun unmittelbar den Lernprozess durchlaufen. Eigene Erfahrungen bringen ihn schneller voran als den Lerninhalt nur zu hören, zu lesen oder zu sehen.

Die geeigneten Lerntechniken sind für motorischen Lerntyp Experimentieren, Nachmachen und Rollenspiele.

Aus vier Lerntypen wird ein Ganzes

Aber niemand ist ausschließlich nur auf einen einzigen der oben beschriebenen Lerntypen beschränkt. Der Mensch lernt mit allen Sinnen. Es kann aber gewisse Vorlieben für die Art des Lernens geben.

Auch können bestimmte Dinge erst im Zusammenspiel bestimmter Lerntypen vollständig erfasst werden. Deshalb ist es für unser Lernen am vorteilhaftesten wenn wir so viele Lerntypen wie möglich anwenden.

Zum Schluss eine kleine Statistik, wie die Kombination der Lerntypen den Lernerfolg beeinflußt.

  • Ausschließlich auditiv, also nur Hören: 20% des Lernstoffs wird behalten
  • Ausschließlich visuell, also nur Sehen: 30% des Lernstoffs wird behalten
  • Auditiv und visuell, also Sehen und Hören: 50% des Lernstoffs wird behalten
  • Auditiv, visuell und kommunikativ, also Sehen, Hören und Diskutieren: 70% des Lernstoffs wird behalten
  • Alle vier Lerntypen, also Sehen, Hören, Diskutieren und selber Machen: 90% des Lernstoffs wird behalten

Damit hätten wir einige Grundlagen über die Arbeitsweise unserer Grauen Zellen abgehandelt.

Weiter geht’s im nächsten Artikel zum Thema besser Lernen.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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