Die optimale Länge für einen Blogartikel

Die optimale Länge für einen Blogartikel

Eine Frage die sich sicherlich jeder Blogger schon einmal gestellt hat – wie lang sollte ein Blogartikel sein, wie viele Wörter sind optimal? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, denn die beste Länge für einen Blogpost hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Wir lesen im Internet anders

Zu allererst lesen wir im Web ganz anders als in einer Zeitung oder einem Buch. Wir haben die Angewohnheit die Texte im Internet schnell zu überfliegen, auf neudeutsch: zu scannen. In vielen Fällen sind wir im Netz unterwegs, weil wir gerade bestimmte Informationen zur Lösung eines aktuellen Problems suchen.

Wir nutzen das Web also selten zum gemütlichen Schmökern, wie wir es bei einem Buch tun würden, sondern klicken uns durch die ersten Seiten, die Google uns auf unsere Frage hin präsentiert. Um dabei möglichst schnell zum Ziel, der gesuchten Information, zu gelangen, überfliegen wir hektisch den Text, in der Hoffnung, dass uns ein aufgeschnappter Schnipsel einen Hinweis gibt, ob sich eine nähere Betrachtung der betreffenden Webseite für uns lohnt.

Die Textformatierung im Web ist meist speziell

Solche Besucher begrüßen es, wenn der Artikel übersichtlich gegliedert, mit reichlich Zwischenüberschriften ausgestattet und mit hervorgehobenen Schlagwörtern gesegnet ist. Dadurch kann der Leser erheblich schneller erfassen, worum es im Blogartikel im Einzelnen geht und ob der Text ihm weiterhelfen würde.

In dieser Phase kann es passieren, dass ein Besucher von sehr langen Texten eventuell abgeschreckt wird, da er es ja eilig hat und deshalb ungeduldig ist – er will nicht lange lesen müssen um die gesuchte Problemlösung zu finden. In so einem Fall kann es sein, dass der Besucher erst einmal weiter surft und vielleicht später zurückkehrt, wenn er woanders nicht fündig wurde. Fehlt eine entsprechende Textformatierung, die das Scannen erleichtert, werden viele Besucher wahrscheinlich schon nach Sekundenbruchteilen die betreffende Seite weg klicken.

Dieses Szenario des spontanen Flüchtens könnte nicht nur bei sehr langen Blogartikeln eintreten, sondern auch, wenn der Artikel sehr kurz ist. Mancher Besucher traut einem sehr knapp gehaltenen Text möglicherweise nicht zu, die dringend gesuchte Information zu enthalten, gerade wenn es sich um eine etwas komplexere Problemstellung handelt.

Auf den Inhalt, neudeutsch Content, kommt es an

Sollte sich der Leser nach dem Scannen entschließen den Artikel genauer unter die Lupe zu nehmen, so ist die Länge des Textes fast egal, denn wenn der Blogpost gut geschrieben ist und den Leser fesselt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er bis zum Schluss gelesen wird.

Sollte der Text dagegen langatmig und einschläfernd auf den Leser wirken, kann es eher sein, dass der Besucher nicht durchhält, die Seite also nach kurzem Lesen frustriert wieder verlässt und sein Glück woanders sucht. In so einem Fall hilft es auch nicht unbedingt, dass der Artikel relativ kurz gehalten ist, öde bleibt leider öde.

Es gibt viele Faktoren für die Länge eines Blogartikels

Wie lang ein Blogpost höchstens sein darf oder mindestens sein sollte, hängt stark vom Thema ab und vor allem davon, wie viel Stoff das betreffende Thema liefert. Wenn es sich um ein sachliches Thema handelt, bei dem im Artikel vor allem Fakten dargestellt werden, empfinden es manche als angenehm, wenn der Text möglichst kurz gehalten wird. Kurz in dem Sinne, dass der Text auf die wesentlichen Informationen reduziert ist und der Übersichtlichkeit zuliebe möglichst wenig auffüllende Sätze enthält, die den Artikel aufblähen und in die Länge ziehen.

Andere Leser wiederum mögen es vielleicht wieder ganz gerne, wenn ein trockenes Thema mit ein paar erzählerischen Sätzen aufgelockert wird. Ich persönlich tendiere je nach aktueller Tagesform mal zur einen, mal zur anderen Seite.

Besonders viel Spielraum für die Länge bieten Blogposts, in denen eine Geschichte zum Besten gegeben wird. Da es kurze, längere und wirklich lange Stories gibt, ist auch ein entsprechend langer Artikel von Nöten. Auch hier gilt wieder: Solange die Geschichte interessant, spannend oder unterhaltend ist, wird der Leser sicherlich auch einem längeren Blogartikel mit Vergnügen folgen.

Was tun, wenn der Blogartikel sehr lang ist

Eine sehr gute Möglichkeit, lange Artikel für den Leser verdaulicher zu machen, ist, diese in handlichere Häppchen zu unterteilen, heißt: Auf zwei oder mehr Artikel sinnvoll aufzuteilen. Bei Sachthemen lassen sich oft Unterthemen finden, die für einen einzelnen Text völlig ausreichend sind, oder mache aus einer langen Geschichte doch eine kleine Serie. Dieses Verfahren hat außerdem den Vorteil, dass der ein oder andere Besucher wiederkommt, weil er wissen möchte, wie es weiter geht.

Die optimale Länge für einen Blogartikel – Das Fazit:

Es lässt sich einfach sehr schwer sagen, was nun die perfekte Länge für einen Blogartikel ist. Wie Du siehst, hängt das von allerlei Faktoren ab, wie das Thema und die Art des Textes.

Meiner Meinung nach ist ein Artikel, der nur aus einem kleinen Absatz besteht (ca. 100 – 150 Wörter), ein wenig zu spärlich. Ein 1000-Wörter-Artikel dagegen könnte der Schmerzgrenze schon recht nahe kommen, da solltest Du vielleicht überlegen, ob sich zwei Blogartikel daraus machen lassen.

Es lassen sich immer Blogs finden, die mit äußerst kurzen Posts oder außergewöhnlich langen Blogartikeln sehr erfolgreich sind. Viele Blogger fahren mit 500 bis 800 Wörter pro Artikel als Richtlinie aber recht gut. In letzter Konsequenz muss jeder Blogger für sich ganz individuell herausfinden, welche Textlänge für ihn und sein Blog am besten ist.

Was denkst Du ist die optimale Länge für einen Blogartikel? Mit welcher Textlänge hast Du die besten Erfahrungen gemacht?

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

5 Comments

  • Monica

    9. April 2013

    Hallo Diana, meine Erfahrungswerte sind ca. 300 bis 400 Wörter, die den Gelegenheitsserver auf einer Seite halten.

    Wenn Artikel länger sind, kann durch dynamische Formatierung z.B. Text ein- und ausblenden der Besucher auf einer Seite gehalten werden. Dies ist auch im mobilen Bereich mit responsive Webdesigns für Tablets und Smartphones interessant.

  • Sonny Damiri

    2. Juli 2013

    Hallo Diana,

    danke für den interessanten Blogartikel. Ich habe mit mehreren Beitragslängen herumexperimentiert – Artikel mit 300 Wörtern und sogar solche mit 2.000. Die Auswertung mit Google Analytics hat ergeben, dass die Absprungrate bei den Längeren eindeutig höher ist als bei den kurzen Beiträgen. Natürlich ist das sehr abhängig von den Themen, aber wie du schön geschrieben hast „Solange die Geschichte interessant, spannend oder unterhaltend ist, wird der Leser sicherlich auch einem längeren Blogartikel mit Vergnügen folgen.“.

    Bezüglich der Formatierung der Text kann ich dir nur Recht geben. Es ist beim „scannen“ eines Textes sehr hilfreich, wenn durch Überschriften und „fetten“ Wörtern wichtige Abschnitte hervorgehoben werden. So können die User letztendlich entscheiden, ob sie weiterlesen oder einfach weiterscrollen wollen.

    Ich versuche so oft es geht, lange Textabschnitte mit Videos oder Bildern zu unterbrechen. Dadurch möchte ich den Usern eine gewisse Abwechslung bieten und spiegelt sich in der Verweildauer wieder.

    Mein Fazit: Für den kurzweiligen Leser sind Artikel mit einer Länge zwischen 300 und 500 ideal. User die nach mehr Informationen suchen schätzen eher Beiträge mit 600 bis maximal 900 Wörtern.

    Liebe Grüße,
    Sonny

  • Michael Schoob

    25. November 2014

    Ich denke, maximal 600-700 Wörter reichen mir. Ich habe halt bammel dass zuviel Wörter die Leser abschrecken. Und was wichtig ist, ist strukturiertes Schreiben. Ich stell mir vor, wie liest das jemand, der keine Ahnung hat. Hilft ihm das? Dann macht die Frage nach 200 oder 600 Wörtern keinen Unterschied mehr.