Google bestraft Google

Google bestraft Google – das große Blabla

Derzeit herrscht ein wahres Spektakel im Internet und in der Bloggerszene.

Google schmeißt seine eigene Webseite, auf dem der hauseigene Browser Google Chrome heruntergeladen werden kann, für 60 Tage aus dem Suchmaschinenranking.

Ein wahrer Knaller wie die einen meinen, für die nächsten ist es die genialste Marketingkampagne im Jahr 2012.

Das wiederum ist kein Kunststück, schließlich steckt das neue Jahr noch in den Kinderschuhen. Doch was ist genau geschehen?

Google beauftragte externen Dienstleister

Das Unternehmen „Essence Digital“ sollte für Google eine Werbekampagne durchführen bei der durch Videoaufrufe zur Webseite mit dem Google Chrome Browser verwiesen wird.

So weit so gut. Wie die meisten Blogger wissen, ist der Backlinkkauf laut den Google Webmaster Richtlinien nicht erlaubt. Schließlich lässt sich durch den Backlinkkauf das Suchmaschinenranking nachhaltig beeinflussen.

Sollte also Werbung mit einem Link auf seiner Website geschaltet werden, muss dieser Hyperlink mit dem sogenannten Attribut „no-follow“ versehen werden.

Die Suchmaschinen erkennen dann, dass dieser Link Inhalte enthält, die nicht weiter verfolgt werden sollen und schenken diesem Backlink hinsichtlich dem Einfluss zum Ranking keine weitere Beachtung.

Soweit zum kurzen Ausflug zu den Google Webmaster Richtlinien – doch was hat das nun mit der eigenen Bestrafung von Google zu tun?

Nun, die Werbekampagne wurde mit bezahlten Blogposts durchgeführt und einer dieser Posts hatte angeblich das Attribut „no-follow“ nicht und damit hätte diese gekaufte Werbung einen direkten, wenn auch nicht beachtenswerten, Einfluss auf die Suchmaschinenergebnisse.

Genau diesen Sachverhalt bestraft Google bei anderen, die gegen die Webmasterrichtlinen verstoßen, mit einer Herabstufung des PageRank und des Suchmaschinenrankings.

Geschickter Linkbait von Google

Zwanzig Video-Blogeinträge, einer davon ohne no-follow. Nun sind wir mal ehrlich, wie viel Aufmerksamkeit hätte dieser eine Blogbeitrag bei der Internetgemeinde gehabt?

Nach jetzigem Stand schmeißt Google über 3 Millionen Suchtreffer aus für die Suchphrasen „Google bestraft Google“ oder „Google bestraft sich selbst“ alleine im deutschsprachigen Bereich und ein Ende ist nicht in Sicht.

Google hat eine uralte und simple Marketingweisheit angewandt und wird dafür an allen Fronten belohnt – „Tue Gutes und rede darüber“. Nicht nur, dass der Google Chrome nun eine erhöhte Aufmerksamkeit hat, Google schafft sich bei dem ein oder anderen User sogar Vertrauen.

Wenn die eigene Marktmacht nicht ausgenutzt und sogar die eigne Webseite abgestraft wird, da muss man doch einfach Vertrauen haben…oder nicht?

Google blendet und alle schauen ins Licht

Die Webseite des Google Chrome ist nun für 60 Tage nicht mehr auf Platz 1 im Ranking. Doch was sehen die müden Augen wenn man sich die Suchmaschinenergebnisse für den Suchbegriff „Browser“ anschaut?

Genau, eine Werbeplatzierung für den Google Chrome an der Top-Position von Google für Google.

Google Suchergebnisse für das Keyword Browser inkl. Werbung für den Google Chrome

Das bedeutet die Seite mit dem Google Chrome ist zwar abgewertet, hat aber kaum Einfluss auf die Suchmaschinensichtbarkeit, im Gegenteil, dadurch das hunderttausende oder gar Millionen Blogger und Online-Redakteure dieses Thema aufgreifen, hat Google eine Werbekampagne gestartet mit einer Reichweite, die ansonsten nur mit einem millionenschweren Werbebudget erreicht werden kann.

Dabei ist die hauseigene Abstrafung kein Einzelfall, bereits im Jahr 2009 hat Google die Abteilung Google Japan heruntergestuft, weil, welch Überraschung, Blogeinträge gekauft wurden. Damals ging der Kampf um die Pole Position mit Yahoo in Japan.

Links zum Thema „Japan Bestrafung“

Matt Cutts bei Twitter

asiajin.com: Blogbeitrag zu Google Japan

Das Millionengeschäft mit den Browsern

Google kauft selber Links wenn es gilt selber Marktanteile zu gewinnen und nutzt das eigene Fehlverhalten dann als Marketingkampagne.

So kann man die ganze Geschichte sehen wenn der Spruch „ein Schelm wer Böses dabei denkt“ angebracht wird. Egal ob die Japan-Geschichte Millionen Beiträge an Werbung gebracht hat oder das jetzige angebliche Fehlverhalten – Google ist der absolute Gewinner.

Das der Browsermarkt ein Millionengeschäft ist, lässt sich daran erkennen, dass Google in den nächsten 3 Jahren an die Mozilla Foundation jährlich rund 300 Millionen Dollar zahlt um als Standardsuchmaschine eingetragen zu sein.

Es ist also nur verständlich, dass Google versucht mit allen Mitteln seine Marktanteile zu steigern. Hier handelt Google also wie viele kleine Websitebetreiber, die versuchen sich auf dem Markt zu behaupten.

Fazit zu Google bestraft Google:

Google hat sich nicht bestraft, sondern sich ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk gemacht. Der Chrome ist in aller Munde und es wäre interessant zu erfahren, um wie viel Prozent die Downloadrate des Browsers gestiegen ist.

Google hat einen genialen Linkbait gesetzt und damit wertvolle Werbung für sich gewonnen mit einem finanziellen Aufwand der kaum der Rede wert ist. Chapeau! kann man dazu nur sagen.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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