Konfliktmanagement - So löst Du erfolgreich Konflikte

Konfliktmanagement – So löst Du erfolgreich Konflikte

Konflikte in Form von Streit und Diskussionen gehören zum Leben dazu. Ganz ohne Auseinandersetzungen geht es in der Regel nicht. Konflikte entstehen in den verschiedensten Lebenssituationen, am Arbeitsplatz zwischen Kollegen oder mit dem Chef, zwischen Lebenspartnern und in Beziehungen jeglicher Art.

Auswirkungen eines Konflikts auf die Beteiligten

Konflikte belasten die Beteiligten nicht nur währenddessen, sondern häufig noch Stunden, Tage oder gar Wochen danach. Konflikte bedeuten den puren Stress für die Kontrahenten. Viele Menschen reagieren auf Konfliktsituationen mit Magen- oder Kopfschmerzen, Unwohlsein, Angstzuständen oder Panikattacken. Kaum jemand ist so abgebrüht, dass ihm ein Streit nichts ausmacht bzw. ihn locker wegstecken kann.

Andauernde Konflikte und vor allem wiederholte Streitgespräche ohne befriedigenden Ausgang verursachen anhaltenden Stress. Dieser Stress hat bekanntermaßen negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, wir fühlen uns oft überfordert, unkonzentriert, reizbar, erschöpft und ausgebrannt bis hin zum Burnout.

Ein typischer Ablauf eines Konflikts

Eine kleine Auseinandersetzung kann häufig in einen handfesten Streit ausarten, in dem das Problem letzten Endes nicht mehr lösbar ist. Diese Streitgespräche zeigen einen typischen Verlauf, bzw. typische Verhaltensweisen bis der Konflikt eskaliert. Am Anfang ist ein ruhiges Gespräch in der Regel noch möglich, aber finden die Diskussionspartner keine Lösung, dann können die Fronten schnell verhärten und die Diskussion aus dem Ruder laufen.

Verhaltensmuster und Denkweisen wenn der Konflikt eskaliert

  • Die Standpunkte werden immer starrer, die Gesprächspartner sind immer weniger bereit, die Meinung des anderen anzuerkennen und halten vehement an ihrer eigenen Position fest. Die Situation ist festgefahren.
  • Die Kontrahenten verfallen zusehends in ein Schwarz-Weiß-Denken. Der Gegner befindet sich im Irrtum und hat Unrecht. Man selbst hat Recht, vertritt die richtige Meinung und sieht als einziger die Wahrheit. Eine mögliche Lösung des Konflikts liegt aber oft in einem Kompromiss zwischen den Parteien. Und Kompromisse sind eine Mischung aus Schwarz und Weiß, also in der Grauzone zu finden. Schwarz-Weiß-Denken jedoch lässt kaum Kompromisse zu, eine Grauzone gibt es nicht.
  • Die Parteien können sich kaum mehr in den anderen hinein versetzen, die Empathie schwindet. Keiner hört mehr richtig zu, sondern hört praktisch nur noch das, was er hören will. Er interpretiert die Worte des anderen meist falsch, bzw. so, wie es ihm am besten passt. Jeder gewinnt immer mehr die Überzeugung, dass alles Reden nichts mehr nützt, da der jeweils andere offensichtlich uneinsichtig ist.
  • Die Streitenden glauben mittlerweile, die Auseinandersetzung nur beenden zu können, indem einer gewinnt und der andere verliert. Sieg und Niederlage stehen im Mittelpunkt. Es können nicht mehr beide als Gewinner aus dem Streit hervorgehen, da eine Einigung in weite Ferne gerückt ist. Jeder ist überzeugt nur gewinnen zu können, indem der jeweils andere verliert. Der Gegner wird zunehmend als Feind wahrgenommen, den es zu besiegen gilt.
  • Gegen Ende eines eskalierten Konflikts nehmen die Emotionen Überhand. An einer Lösung des Konflikts sind die Streithähne nicht mehr interessiert und der eigentliche Streitpunkt tritt zunehmend in den Hintergrund. Verbale Tiefschläge werden verteilt und Drohungen ausgesprochen. Jetzt  gilt es nur noch den anderen zu besiegen und zu vernichten, koste es was es wolle, auch wenn der vermeintliche Sieger selbst mit unter geht.

Tipps um Konflikte erfolgreich zu lösen

Konfliktmanagement bedeutet von Anfang an mit dem Konflikt richtig umzugehen und Diskussionen oder beginnende Streits nicht eskalieren zu lassen. Die folgenden Tipps sollen helfen zum Wohle aller die Diskussion mit einem befriedigenden Ergebnis zu Ende zu bringen. Diese Tipps sollten alle beteiligten Gesprächspartner beherzigen.

Raus aus dem Schwarz-Weiß-Denken

Jeder nimmt die Dinge, Personen und Situationen anders wahr und hat dementsprechend seine ganz persönliche Sichtweise. Jeder beurteilt die Dinge anders und hat seine mehr oder weniger festgelegten Meinungen. Wenn Du in einer Diskussion eisern an deiner Sichtweise festhältst ist das kontraproduktiv, so finden Du und dein Diskussionspartner schwerlich eine gemeinsame Lösung. Es ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Für dich gesehen magst Du erst einmal Recht haben, aber sei dem anderen gegenüber trotzdem offen. Aus seiner Warte aus gesehen hat er wahrscheinlich genauso Recht wie Du. Lasse den Gedanken zu, dass es nicht eine einzige Wahrheit gibt, dass nicht immer alles absolut falsch oder richtig ist, dass meistens die Lösung in dem großen Bereich dazwischen liegt.

Aktiv zuhören

Wenn es zum Konflikt kommt, dann wappnen wir uns in der Regel innerlich mit unseren Argumenten und überlegen ganz genau, wie wir das Gegenüber am besten überzeugen können. Wir sind in der Diskussion gedanklich so mit unserem Schlachtplan beschäftigt und was wir als nächstes sagen können, dass wir meistens nicht richtig zuhören. Lasse im Gespräch den anderen ausreden und gib ihm genug Zeit seine Sichtweise, Vorstellungen und Gefühle zu formulieren. Frage gezielt nach und gebe mit eigenen Worten wieder, was Du verstanden hast um Missverständnisse auszuräumen. Bemühe dich herauszufinden und zu verstehen um was es dem anderen geht. Nur wenn geklärt ist, was wirklich wichtig ist, können passende Lösungsansätze herausgearbeitet werden.

Keine Schuldzuweisungen

Wenn Du gleich deinem Gegenüber die Schuld an einem Problem gibst, drängst Du ihn dadurch in die Defensive. Er fühlt sich angegriffen und gezwungen sich zu verteidigen, er macht „zu“. Möglicherweise geht er selbst zum Angriff über und weist dir seinerseits die Schuld zu. Im Nu ist die Situation in einer Sackgasse gelandet. Besser ist es, das Problem so sachlich wie möglich zu schildern, ohne dem anderen direkt die Schuld daran zu geben. In vielen Fällen lässt sich der reine Umstand beschreiben, ohne dass sich der andere in der Defensive fühlen muss.

Die Sicht des anderen respektieren

Es ist sehr wichtig die Sichtweise und Meinung des anderen anzuerkennen. Auch wenn Du die Sache vollkommen anders siehst, so solltest Du trotzdem akzeptieren, dass der andere anders denkt. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Wenn jemand die Sicht des anderen von vornherein nicht akzeptiert, dann sperrt er sich auch dagegen den anderen wirklich zu verstehen. Gegenseitiges Verständnis ist aber eine wichtige Basis um eine gemeinsame Lösung erarbeiten zu können.

Das Ziel ist eine Lösung für alle

Um die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden, sollten zuerst alle Lösungsvorschläge gesammelt werden. Danach wird überlegt, welche dieser Lösungen überhaupt machbar sind. Im letzten Schritt wird die Frage gestellt, mit welchen Lösungen die Beteiligten am besten leben können. So werden die möglichen Ergebnisse weiter eingekreist. Heraus kommen sollte zum Schluss eine Lösung für alle gemeinsam, mit der jeder zufrieden ist.

Wenn Du dich tiefer in die Materie Konfliktmanagement begeben möchtest:

Fazit zu Konfliktmanagement

Das Konfliktmanagement ist ein weites und komplexes Gebiet, aber mit ein wenig Ruhe, Respekt und Nachdenken lassen sich Auseinandersetzungen in vielen Fällen gut lösen. Besonders, wenn die Beteiligten ihre Gefühle im Griff haben und sachlich bleiben, lässt sich eine Eskalation meistens vermeiden.

Wie löst Du deine Konflikte, hast Du eine bewährte Strategie?

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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