die Anforderungen, die sich in dieser Branche hinter Bezeichnungen wie “Webentwickler” verstecken werden wirklich immer mehr. Selbst jemand, der mit der Materie weitgehend vertraut ist, ist manchmal doch erstaunt über die Fähigkeiten, die von einem (Junior) Webentwickler verlangt werden. Viele Firmen erwarten hier einen absoluten Allrounder, selbst wenn dieser gerade mal das Studium bzw. die Ausbildung beendet hat. Natürlich müssen die Firmen Kompromisse eingehen, denn niemand kann sich (besonders nicht in jungen Jahren) als Profi an allen Fronten präsentieren.
Sehr hilfreich finde ich einen Artikel von Chris Coyier (Css-Tricks), in dem er versucht, die verschiedenen Berufsbezeichnungen in dieser Branche näher zu erklären:
http://css-tricks.com/job-titles-in-the-web-industry/
Dabei fällt auch immer wieder auf, dass selbst die Firmen in vielen Fällen wild mit Berufsbezeichnungen um sich werfen, die praktisch kaum Bedeutung haben. Bei Begriffen wie “Rockstar UX-Developer” blickt dann wirklich niemand mehr durch, weder die Firmen, noch die Bewerber.
Am besten bedient ist man hier wirklich als Allrounder, der sich sowohl im Front- als auch im Back-end auskennt, ein Auge für Design hat und in der Lage ist, die Erwartungen der Benutzer einzuschätzen.
Am wichtigsten ist sowieso der Spaß und die Motivation, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen und die Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im täglichen Überfluss an Informationen und neuen Technologien sitzen wir Entwickler ja alle im selben Bot.
Da sich der Artikel um den selbständigen Einzelkämpfer handelt, wurde von mir ganz bewusst der Begriff Webentwickler gewählt aus einem einfachen Grund.
Während vor 10 Jahren der Webdesigner und der Webentwickler tatsächlich noch in deine engen Schemata eingegrenzt werde konnten, haben sich durch die Professionalisierung des Internet die Anforderungen an einzelne Berufsgruppen immer mehr erhöht.
Als selbständiger Webdesigner reicht es schon lange nicht mehr aus sich nur um das Design zu kümmern. Ebenso findest du in Stellenanzeigen für Webentwickler grundsätzlich die Anforderungen der Designkenntnisse. Auch in Weiterbildungslehrgänge zum Webentwickler werden mittlerweile die Grundlagen des Webdesign gelehrt. Wie Du an den Kursinhalten erkennst, habe ich teilweise sogar weniger Anforderungen an den heutigen Webentwickler gestellt als tatsächlich gefordert werden.
Das Web und auch die Berufsgruppen unterliegen einer sehr schnellen und dauerhaften Weiterentwicklung und damit auch das allgemeine Berufsbild. Vor 10-20 Jahren hattest du mit deiner Eingrenzung sicher recht, doch mittlerweile ist diese Beschränkung bei Firmen und Weiterbildungen überholt und sollte auch in die Köpfe der Alteingesessenen endlich Einzug halten.
Fazit:
Grundkenntnisse werden in allen Bereichen gefordert, die schlussendlich in eine entsprechende Spezialisierung endet. Mal schauen vielleicht ändere ich die Bezeichnung noch in Webworker, damit sowohl die alte Schule als auch die aktuelle Generation zufrieden ist. Wie du ja selber erwähnt hast, sollte man immer über den Tellerrand blicken.
Viele Grüße Andy
]]>Für Webdesigner sind grundlegende Front-end Technologien wie HTML, CSS, JavaScript von Bedeutung, sowie Bildbearbeitung mit Photoshop. Mit Themen wie Usability, Barrierefreiheit, Responsive Design muss sich der Webdesigner intensiv auseinandersetzen. Wie die Berufsbezeichnung ja schon erahnen lässt, liegt die Hauptaufgabe im “Design”, also in der Gestaltung (und einfachen, technischen Umsetzung) von Websites und Webanwendungen.
Für den Webentwickler dagegen, ist die Gestaltung nur Nebensache (wenn überhaupt). Starke Kenntnisse in HTML und CSS sind absolute Grundvorraussetzung und inzwischen nicht einmal mehr erwähnenswert. Wer sich auf’s Front-end spezialisiert, muss JavaScript sehr gut beherrschen, gängige Frameworks wie jQuery kennen und fortgeschrittene Techniken wie AJAX oder Server-side JavaScript mit node.js anwenden können. Wer sich auf’s Backend spezialisiert, für den liegt das Augenmerk dann besonders auf PHP und MySQL. Außerdem sollte man immer über den Tellerrand blicken und immer am Ball bleiben.
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