Sichere Passwörter - wie Du ein Passwort richtig erstellst

Passwort Sicherheit – so erstellst Du ein Passwort richtig

Früher war es im Web noch einfacher, der durchschnittliche Internetsurfer hatte wenige Accounts für die er sich die Zugangsdaten merken musste. Oft war es nur ein Online-E-Mail Service, später kam vielleicht noch das Onlinebanking hinzu. In der heutigen Zeit dagegen läuft immer mehr und mehr über das Internet.

Für etliche Dienstleistungen, Onlineshopping, Bankgeschäfte, Soziale Netzwerke, Clouds, Onlinespiele und dergleichen mehr brauchst Du jeweils einen eigenen Account mit dazugehörigem sicherem Passwort.

Hinzu kommen dann noch alle anderen Passwörter außerhalb des Webs, wie beispielsweise das Passwort für den Laptop oder das Tablet. Ein großer Teil der Internetnutzer mit vielen Accounts macht es sich leider zu einfach und benutzt für alle Zugänge ein und dasselbe Passwort, obendrein meist auch noch denselben Benutzernamen. Das ist zwar leichter zu merken, aber ansonsten überhaupt keine gute Idee!

Warum ein sicheres Passwort so wichtig ist

Deine Daten im Internet sind in aller Regel entweder privater Natur oder in geschäftlicher Hinsicht sehr wertvoll. Sollte irgendjemand es schaffen, deinen Account zu hacken, dann kann er mit deinen Daten bzw. auch mit dem jeweiligen Account machen was er will und dir richtig schaden.

Handelt es sich um geschäftliche Daten und Dokumente, beispielsweise aus deiner freiberuflichen Tätigkeit oder deiner Selbständigkeit, dann kann das richtig teuer werden. Der Verlust dieser Daten oder die Weitergabe an unberechtigte Personen bedeutet nicht nur für dich persönlich viel Ärger, sondern oft werden obendrein deinen Kunden in Mitleidenschaft gezogen.

Nur weil Du kein sicheres Passwort hattest, kann sich im schlimmsten Fall ein „Rattenschwanz“ entwickeln, der kein Ende mehr nimmt.

Aber nicht nur im geschäftlichen Bereichen kann das Kapern eines Accounts mit massivem Ärger und großem Schaden verbunden sein, auch im Privaten ist die feindliche Übernahme deines Logins meist nicht ohne. Bedenke, wer sich die Mühe macht, dein Passwort zu knacken, der will auch Schaden zufügen. Stell dir vor, jemand erhält Zugriff auf einen deiner Social Media Accounts.

Auch wenn dort keine lebenswichtigen Daten hinterlegt sind und deine Freunde ohnehin alles sehen können, so kann derjenige doch bösartigen Schabernack mit deinem Account treiben. Alleine das Posten von deftigen Inhalten und schlimmen Bildern unter deiner Identität lässt sich eventuell nicht wieder ausbügeln. Dein Ruf könnte für immer ruiniert sein. Das Internet vergisst leider nie.

Ich brauche kein sicheres Passwort

„Meine Accounts sind uninteressant, die will keiner hacken“ oder „Mir passiert das schon nicht“ – diese Denkweise ist gefährlich. Es gibt genügend schlechte Menschen, die jemandem schaden wollen und dabei spielt es selten eine Rolle, ob sie denjenigen überhaupt kennen. Also, mache nicht den fatalen Fehler zu glauben, dass Du für Angriffe auf deine Accounts zu unwichtig bist und dir das deshalb nicht passiert.

Genau das dachten sicherlich diejenigen ohne sicheres Passwort vorher auch, bis sie plötzlich feststellen mussten, dass sie nicht mehr Herr über ihre Accounts waren.

Falsche Passwörter

Es gibt einige Passwörter, die sehr beliebt und deshalb auch weit verbreitet sind. Häufige Gründe für die Wahl dieser Passwörter: Sie sind grundsätzlich leicht zu merken, sie sind naheliegend, oder sie haben etwas mit dem Accountbesitzer zu tun. Beliebte und damit sehr schlechte Passwörter sind beispielsweise: liebe, hass, gott, admin, passwort, 123456, abc123, qwertz, lassmichrein, master usw.

Überaus originell ist es auch, deinen Namen, oder den Namen deines Haustiers, oder dein Geburtsdatum oder dergleichen als vermeintlich sicheres Passwort zu nutzen. In diesem Falle kann ein Hacker leicht auf dein Passwort schließen, wenn er ein wenig über dich recherchiert.

Zum anderen gibt es deinen Namen, Geburtsdatum usw. nicht nur einmal, ein Hacker wird routinemäßig beliebte Passwörter durchprobieren, wozu auch alle möglichen Namen gehören. Diese Methode, mit Hilfe von Wortlisten Passwörter zu knacken, nennt sich Wörterbuchangriff.

Wie ein sicheres Passwort aussieht

Wenn Du die folgenden simplen Regeln beherzigst, hast Du schnell sichere Passwörter für deine Accounts erstellt:

  • Passwort nur einmal nutzen: Für jeden einzelnen deiner Accounts solltest Du ein eigenes Passwort erstellen. Benutze nie ein und dasselbe Passwort für zwei oder mehrere Accounts.
  • Passwortlänge: Dein Passwort sollte mindestens 8 Zeichen lang sein
  • Keine Wörter: Passwörter, die aus existierenden Wörtern bestehen, wie Du sie in Wörterbüchern findest, sind äußerst unsicher. Die Zeichen des Passwortes sollten keinen Sinn ergeben bzw. kein Wort bilden, auch nach Möglichkeit nicht in einer anderen Sprache.
  • Keine Ziffernfolgen: Passwörter aus Ziffernfolgen wie 12345678 oder 654321 oder 3333 sind zu vermeiden. Sie sind genauso unsicher wie Wörter.
  • Keine Tastaturfolgen: Alle Zeichenfolgen, die Du von deiner Tastatur ablesen kannst, sind tabu. Zum Beispiel das bekannte qwertz oder die Tastenreihen asdfgh oder yxcvbn.
  • Zeichen variieren: Das Passwort sollte aus den verschiedensten Zeichen bestehen, also nicht nur Kleinbuchstaben, sondern auch Großbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen – Alles was deine Tastatur hergibt.

Erhöhe die Sicherheit deiner Passwörter noch mehr

Um noch mehr Sicherheit zu erreichen, ist es sinnvoll deine Passwörter regelmäßig zu ändern. Solltest Du eine Menge Passwörter pflegen müssen und dir ein regelmäßiger Wechsel der Zugangsdaten zu aufwändig sein, dann änder zumindest die Passwörter, die deine sensibelsten Daten schützen sollen regelmäßig. Die restlichen Passwörter wechsle dann in größeren Abständen. Es gibt außerdem hervorragende Passworttools, die dir eine regelmäßige Änderung deiner Passwörter leicht machen.

Schreibe keine Passwörter auf

Es ist verständlich, wenn viele Menschen aus Angst wichtige Passwörter zu vergessen, diese auf einem Blatt Papier notieren und zuhause aufbewahren. Solange sich die Passwörter an einem sicheren Ort befinden, könnte man eventuell noch darüber hinwegsehen. Trotzdem ist es immer das Beste Passwörter grundsätzlich nicht schriftlich irgendwo festzuhalten.

Es gibt bessere und sichere Möglichkeiten Passwörter zu speichern. Unter gar keinen Umständen solltest Du Zettel mit sicheren Passwörtern mit dir herumtragen, die Gefahr ist zu groß, dass Du sie verlierst oder sie auf irgend eine Weise in fremde Hände gelangen.

Passwörter niemals weitergeben

Gerade in Lebensgemeinschaften werden die eigenen Passwörter oft wie selbstverständlich an den Partner oder Partnerin weitergegeben. Wenn aber gar nicht die Notwendigkeit besteht, dass der andere Zugriff auf deine Accounts hat, dann ist es auch nicht nötig deine Passwörter herauszugeben.

Vertrauen ist eine schöne Sache, jedoch hat auch in Beziehungen jeder Partner ein Stück weit seinen privaten Bereich und Passwörter sollten dazu gehören. Du solltest keinesfalls deine Zugangsdaten zu deinen privaten Accounts an Dritte weitergeben, egal ob es Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen sind.

Passwort Tools

Passwort Tools sind nützliche Werkzeuge, mit denen Du dir ganz einfach sichere Passwörter generieren und sicher speichern kannst. Im Folgenden stelle ich dir zwei Passwort-Tools vor.

    • KeePass Password Safe
      KeePass ist open source und ein freier Passwort-Manager den Du dir kostenlos downloaden kannst. Mit KeePass generierst Du ganz leicht sichere Passwörter. Alle deine Zugangsdaten wie Passwörter, Username, URL mitsamt Notizen kannst Du in KeePass sicher speichern. Du brauchst im Prinzip dann nur ein einziges Passwort auswendig zu lernen – das für den Login zu KeePass.
    • Kaspersky Password Manager
      Der Kaspersky Password Manager generiert starke und sichere Passwörter. Du kannst auch hier deine sämtlichen Benutzernamen und Passwörter sicher speichern. Der Kaspersky Password Manager ist kompatibel mit allen gängigen Internet-Browsern. Du kannst sogar den Passwort Manager auf einem USB-Stick installieren, auf diese Weise hast Du von jedem PC aus Zugriff auf deine Accounts im Internet.

Fazit zu sichere Passwörter

Immer für sichere Passwörter zu sorgen mag vielleicht anstrengend sein, aber ein sicheres Passwort ist einfach extrem wichtig. Mit einem guten Password Manager ist das alles aber gar nicht mehr so schlimm und es beruhigt außerdem ungemein, wenn man seine Accounts mit seinen sensiblen Daten dahinter so sicher wie möglich wähnt.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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