Tipps zum Nein sagen

Tipps zum Nein sagen

Im Artikel Warum Nein sagen so wichtig ist habe ich beleuchtet, wie gleichermaßen wichtig es im beruflichen und im privaten Leben ist, Nein sagen zu können. Im Folgenden gebe ich Dir einige Tipps, die dir helfen besser Nein zu sagen.

Die Ursache herausfinden

Wenn es dir extrem schwer fällt Nein zu sagen, oder Du es manchmal gar nicht schaffst, dann ist es äußerst hilfreich erst einmal die Ursache zu klären. Denke in einer ruhigen Minute darüber nach in welchen Situationen, warum und zu wem Du häufig Ja sagst anstatt Nein.

Versuche wirklich ehrlich zu reflektieren und nicht nach Ausreden zu suchen. Also beispielsweise nicht zu behaupten, dass der andere ohne deine Hilfe nicht zurechtkommt, sondern dir eingestehen, dass Du durch deine Hilfeleistung Zuneigung und Anerkennung ernten möchtest.

Wenn Du den Grund kennst, dann kannst Du auch das Übel an der Wurzel packen um es schließlich zu überwinden. Das bedeutet, dir bewusst zu machen, dass ein Nein in der Regel gar nicht die befürchteten Konsequenzen hat, die Du so vehement zu vermeiden suchst. Dazu ein Beispiel um verständlicher zu machen, was gemeint ist.

Angenommen dein bester Freund bittet dich laufend um einen Gefallen und weil Du glaubst, denjenigen als besten Freund sonst zu verlieren, greifst Du ihm ständig unter die Arme. Wenn dir diese Verlustangst klar geworden ist, kannst Du nun daran gehen und dir bewusst machen, dass diese Angst unbegründet ist.

Dein Freund ist hoffentlich nicht nur dein Freund, weil Du ihm dauernd irgendeinen Gefallen tust, sondern hauptsächlich weil ihr viele Gemeinsamkeiten habt und gerne Zeit miteinander verbringt. Für eine Freundschaft sollte ein Nein kein Problem darstellen, im anderen Falle wäre die angebliche Freundschaft zu hinterfragen.

Das Extrem, wenn es um überlebenswichtige Hilfe geht, lassen wir dabei außen vor. Gemeint ist das Nein sagen in alltäglichen Situationen, wenn der Gegenüber das Problem auch ohne weiteres allein lösen könnte.

Lass dir genug Bedenkzeit für die Antwort

Meistens sagen wir Ja, weil wir überrumpelt wurden und keine Zeit hatten darüber nachzudenken, was wir wirklich wollen. Bei vielen Ja-Sagern ist es schon ein automatisierter Ablauf: So ganz nebenbei, am besten wenn Du selbst gerade in Hektik bist, wirst Du gefragt, ob Du noch schnell eine Kleinigkeit erledigen könntest – und schwupps, ist das vermaledeite Ja herausgerutscht.

Besser ist es, den ersten Impuls des Antwortens umzuformen, und zwar vom Ja sagen zu: „ich muss kurz darüber nachdenken“. Manchmal muss man sich diese Antwort regelrecht antrainieren und es dauert eine Weile, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen ist. Anschließend kannst Du aber die Bitte ausreichend analysieren:

  • Hast Du überhaupt genug Zeit, der Bitte nachzukommen?
  • Fällt es dir von deinen Fähigkeiten her leicht, oder musst Du einen größeren Aufwand betreiben, weil Du dich damit nicht gut auskennst?
  • Hast Du überhaupt Lust dazu, oder handelt es sich um einen Gefallen der dir sogar zuwider ist?
  • Inwieweit wirst Du selbst durch den Gefallen eingeschränkt, z.B. zeitlich?
  • Wie ist deine Beziehung zum Bittsteller, ist es ein wichtiger Mensch in deinem Leben oder ist er eher bedeutungslos?
  • Hat derjenigen schon sehr oft um deine Unterstützung gebeten und kommt auch etwas von ihm zurück?
  • Usw.

Wenn Du alle wichtigen Fragen bezüglich der Bitte für dich beantwortet hast, fällt dir auch die Entscheidung zum Ja oder Nein leichter.

Begründe deine Entscheidung

Grundsätzlich musst Du dich für deine Entscheidung keinesfalls rechtfertigen! Es ist wirklich wichtig, genau das zu verinnerlichen. Aber warum dann eine Begründung abgeben? Es ist keine unabdingbare Regel, aber meistens erleichtert eine Begründung die Situation, denn das Nein ist nicht mehr so hart und dein Gegenüber kann es besser akzeptieren.

Auch dir kann eine Begründung helfen ein Nein auszusprechen, denn Du hast weniger das Gefühl den anderen vor den Kopf zu stoßen. Dieser Tipp ist also keinesfalls als Muss zu verstehen, sondern einfach als kleine Hilfestellung.

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Tipps zum Nein sagen – das Fazit:

Das Wichtigste zum Schluss: Mach dir immer wieder bewusst, dass Du das Recht hast Nein zu sagen, vollkommen unabhängig vom Grund! Viele Menschen denken leider immer noch, dass Nein sagen etwas Unrechtes ist. Das mag seltsam klingen, aber das nicht Nein sagen können ist leider ein echtes Problem für nicht wenige Menschen.

Anders herum haben auch alle anderen das Recht Nein zu sagen, wenn Du mit einer Bitte an sie herantrittst. Akzeptiere ein Nein als das was es ist und verstehe es nicht grundsätzlich als Ablehnung deiner Person, genau so wie Du es dir auch von anderen wünschen würdest.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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