Warum Blogger nicht schlechter als Journalisten sind

Warum Blogger nicht schlechter als Journalisten sind

Ich bitte unsere weiblichen Leser schon im Vorfeld um Entschuldigung. Aufgrund der Einfachheit wähle ich in diesem Artikel stets die männliche Schreibform. Selbstverständlich schließe ich unsere weiblichen Kolleginnen und Leserinnen nicht aus und ich hoffe es fühlt sich niemand ausgeschlossen. 🙂

Blogger vs. Journalist – wer ist „besser“

Es gibt im Netz immer wieder müßige Diskussionen darüber ob Blogger auch Journalisten sind oder ob der ambitionierte Blogger nur die schlechte Kopie eines Journalisten ist. Nun ich möchte mich zu keinem Zeitpunkt mit einem Journalisten vergleichen.

Um es mit den Worten eines Herrn Wowereits zu sagen: Ich bin Blogger und das ist auch gut so. Bloggen ist mittlerweile so populär, dass sogar Journalisten zu Bloggern werden und sich auch als solche bezeichnen. Es muss also etwas dran sein, sich als Blogger bezeichnen zu können.

Ich blogge also bin ich …

Der Status Blogger wird immer mehr zu einem Status quo und immer mehr springen auf diesen Zug auf. Wer bloggt gilt als innovativ, modern und immer aktuell. Selbst große Magazine bezeichnen sich lieber als ein Blog statt den Namen Magazin oder Online-Zeitung zu tragen.

Doch nicht jeder Journalist taugt auch was zum Blogger. Denn das Online-Medium Blog folgt anderen Regeln als ein Presseerzeugnis aus Papier und genau das verstehen einige der alteingesessenen Journalisten nicht. Es soll sogar Journalisten geben, die das Internet als Newsquelle belächeln und Blogger nicht ernst nehmen. Sie verstehen die heutige Technik nicht und das eine Nachricht die älter als 12 Stunden ist, schon veraltet sein kann.

Der Leser ist der Mittelpunkt – nicht die News

Der Leser von Heute möchte Neuigkeiten nicht nur sekundenaktuell serviert bekommen, sondern will mitgestalten oder mitreden und das schnell und effektiv. Dabei gilt es mit dem modernen Leser zu agieren, zu kommunizieren und das auf Augenhöhe. Hier ist der ambitionierte Blogger als Vorzeigebeispiel zu nennen. Er sieht den Leser und seine Quellen nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Partner und wichtiger Bestandteil des Erfolges.

Der Blogger weiß, was er seinen Usern schuldet und ist dabei in der Regel auch noch authentisch. Ein guter Blogger interessiert in erster Linie der Leser und dann die Information. Diese wird verwertet und für seine Leser online gestellt.  Es wird aus dem Bauch heraus geschrieben ohne sich durch Schablonen zu pressen oder durch vergebene und gelehrte Konventionen einschränken zu lassen. Es muss nichts abgesegnet oder eine Story besonders aufbereitet werden.

Blogs als Newsquelle

Nicht  umsonst werden Blogs gerne als Quelle der Recherche und nicht erst seit heute von großen Zeitschriften als Newsquelle genutzt. Anstatt teure Lizenzen von Reuters und Co zu nutzen, wird der Blogger als Gratis-Buffet gebraucht. Das Wort eines Bloggers hat Gewicht, insbesondere wenn es kritisch ist. Der Blogger ist in seinem Themenbereich mehr Fachmann als es viele Journalisten in ihrem Bereich jemals sein werden.

Blogger sitzen tagtäglich an den wirklich wichtigen Quellen wie Twitter, Facebook und Co während die Journaille diese Quellen eher, wenn überhaupt, für den privaten Bereich nutzt. Es wird intensiver recherchiert und Fakten deutlich dargestellt, denn wenn ein Blogger einen Fehler macht, ist die Gefahr des Leserverlustes um ein vielfaches höher als bei unseren Printmedien. Fehler die im WWW stehen, sind selten wieder gut zu machen – die Zeitung von heute ist morgen schon wieder veraltet und dient als Unterlage zum Kartoffelschälen.

Warum Blogger nicht schlechter als Journalisten sind – das Fazit:

Zwar hat der Blogger in Deutschland noch nicht den gleichen Stellenwert wie seine amerikanischen Kollegen, doch auch hierzulande werden Blogger und Blogs immer ernster genommen. Der Blogger mag für viele kein Journalist sein, dafür ist aber auch nicht jeder Journalist ein Blogger. Wer das Thema Blogs in der heutigen Zeit noch unterschätzt und bloggen als reines Laienwerk versteht, der darf sich nicht wundern wenn er eines Tages aufwacht und feststellen muss, dass er die Zukunft verschlafen hat.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment

  • Eric

    28. Januar 2014

    nun ein journalist ist kein blogger sowenig wie ein blogger ein journalist ist.

    ein journalist schreibt das was sein redaktor/ verlagsinhaber von ihm verlangt. eigentlich sollte er neutral sein und infos uns verklickern (leider in der heutigen zeit eher eine mangelware).
    ein blogger schreibt aber eher aus seiner sicht. obwohl es auch hier leider fälle gibt wo der blogger sich gekauft hat von einer firma um über ein produkt/reise zu berichten und zwar im sinne des kunden.

    blogger und journalisten sind menschen und machen auch fehler – aber bloggen muss man lernen so wie nicht jeder blogger auch ein journalist sein kann…

    aber es brauch tbeides und keiner ist schlechter als der andere. sie sind einfach anders. man kann auch ein metzger nicht mit einem chirurg vergleichen, obwohl beide das fleisch kennen und schneiden können, liegen ihre stärken woanders