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Webdesign Kunden gewinnen Tipps und Tricks

Es ist für viele selbständige Webdesigner ein regelmäßiges Thema – wie gewinne ich neue Kunden.

Gerade in der Gründungszeit, wenn noch kein eigenes Netzwerk vorhanden ist, kann es recht schwierig sein den nächsten Kunden zu ergattern. Meist mündet die erfolglose Kundenakquise in kurzfristige bis langfristige Panikattacken, schließlich steht die eigene Existenz auf dem Spiel.

Um wenigstens das ein oder andere Erfolgserlebnis zu haben, wird meist an der eigenen Preisschraube gedreht und über kurz oder lang befindet sich der anfangs hochmitivierte Webdesigner im Preisdumping.

Keine Auftragsannahme um jeden Preis

Doch wie soll die Motivation des Webdesigners aufrecht erhalten werden, wenn die eigene Leistung finanziell nicht so honoriert wird, wie es im Grundsatz erwünscht oder kalkuliert wurde? Oft wird dann an der Qualität der Umsetzung gespart um den Zeitaufwand für den ungeliebten Auftrag so gering wie möglich zu halten. Dies kann der Anfang vom Ende jeglicher Neukundengewinnung sein.

Es wird oft empfohlen diese „Billigjobs“ anzunehmen um sich erst einmal über diese Art der Aufträge ein Portfolio bzw. Referenzen aufzubauen. Doch wie gut werden auf Dauer solche Arbeiten, wenn versucht wird diese Aufträge so schnell wie möglich hinter sich zu bringen und wie stark ist die Gefahr sich einen Ruf als „Billig-Webdesigner“ aufzubauen.

Ich gebe es unumwunden zu, in meiner Anfangszeit als Selbständiger habe ich auch diesen Fehler gemacht und ich kann ganz klar sagen – es lohnt nicht sich unter Wert zu verkaufen. Gerade bei Kunden, die ihren Webauftritt am liebsten gratis haben möchten, weil sie ja selber noch kein Geld verdienen, die Wirtschaftslage so schlecht sei oder man erst einmal gucken will wie sich das Geschäft so entwickelt, gehen nicht vereinbarte Mehrarbeiten meist ins Uferlose.

Geködert wird der Webdesigner entweder damit, dass es ja Folgeaufträge hageln wird von den vielen Geschäftspartnern oder dem Webdesinger wird der berüchtigte Honig um den Mund geschmiert – es sind ja nur kleine Zusatzdienste die „kein Problem darstellen“.

Von solchen Aufträgen sollte also die Finger gelassen werden oder ganz klar kommuniziert werden, dass Zusatzleistungen auch Zusatzgeld kosten, ohne wenn und aber. Jede Gratisstunde die Du arbeitest, solltest Du lieber in wertvolle Kundenakqusie, Verbesserung deines Portfolios, Marketingaktivitäten oder in andere, tausende von anfallenden Arbeiten stecken, die Deine Selbständigkeit zu einem 48 Stunden Tag macht.

Diese Arbeiten sind für Deine Selbständigkeit nachhaltig und irgendwann hast Du davon mehr, als von einem schlechten Auftrag, den Du zum Schluss noch unter Frust abschließt.

Der Klassiker Google Adwords

Wer nicht wirbt der stirbt. Eine alte Weisheit, die jeder befolgen sollte. Google Adsense ist eine sehr gute Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen. Jedoch sollte auch hier mit Bedacht gehandelt werden. Der Teich in dem potentielle Webdesign-Kunden schwimmen wird von einer Masse an Webdesignern abgefischt, sodass Werbekampagnen genau geplant werden müssen.

Vermeide bei der Anzeigenschaltung den Konkurrenzkampf – der Begriff Webdesigner mag zwar oft gesucht werden – die Anzeige kostet aber auch dementsprechend je Klick und die Anzahl der Mitbewerber ist entsprechend hoch.

Oft suchen Kunden aber auch einen Webdesigner in ihrer lokalen Nähe. Stelle Deine Anzeigenschaltung so ein, dass die Anzeige nur erscheint, wenn ein potentieller Kunde aus Deinem lokalen Umkreis einen Webdesigner sucht. Desweiteren konzentriere Dich auf Suchbegriffe die Artverwandt mit dem Begriff Webdesign / Webdesigner sind, jedoch weniger Mitbewerber aufweisen. Eine gute Möglichkeit seine Keywords zu selektieren ist hier das Keyword-Tool von Google.

Kunden dort suchen, wo die Aufträge schon vergeben sind

Die Überschrift mag kurzfristig verwirren, ist aber an Logik nicht zu überbieten. Es gibt unzählige Grafikdesigner, Printdesigner oder Künstler, die der Auffassung sind, dass Webdesign nur eine Unterart von Design ist und nicht allzu schwer sein kann.

Das die Umsetzung einer Grafik in eine vernünftig funktionierende Website, die auch noch allen aktuellen Webstandards gerecht wird, doch kein Selbstläufer wird, erkennen viele Designer desöfteren zu spät. HTML, PHP, AJAX, CSS, Suchmaschinenoptimierung oder die komplette Konfiguration eines CMS wird halt doch nicht nebenher erlernt, sondern bedarf viel Arbeit, Zeit, Ausdauer und auch Erfahrung.

Hier lässt sich in Kooperation mit entsprechenden Designern gutes Geld für die Umsetzung von vorhanden Designs verdienen. Der Vorteil ist, dass die komplette Vorarbeit für das Screendesign entfällt und die teilweise aufwändigen Kundengespräche entbehrlich sind. Du fragst Dich wie Du nun Grafiker finden sollst? Über Tante Google findest Du mit Sicherheit dutzende Portale und Foren. 😉

Kundenakquise mit schnödem Papier

Als Webdesigner sollten Flyer/Folder, Visitenkarten und ein Werbebrief zur Grundausstattung gehören. Gerade die Visitenkarte muss zu jedem Zeitpunkt griffbereit sein und an jeden verteilt werden, der die Visitenkarte will oder auch nicht.

Visitenkarten bringen einem nicht sofort Kunden aber ich habe desöfteren Aufträge generieren können, wo die Visitenkarte nach Monaten erst herausgefischt wurde, weil plötzlich Bedarf aufkam, der zum Zeitpunkt der Verteilung noch nicht vorhanden war.

Ebenso verhält es sich mit Flyern und dem guten alten Werbebrief. Gezielt eingesetzt kann diese Kombination wahre Wunder bewirken. Beachte aber, dass Du halbwegs hochwertiges Papier wählst und präsentiere Deine Dienstleistung auf eine besondere Art und Weise.

Verteile Deinen Werbebrief gezielt in Deiner Umgebung, so sparst Du nicht nur das Porto, Du kannst sogar einen ersten positiven Eindruck beim potentiellen Kunden hinterlassen. Sei freundlich ohne aufdringlich zu wirken.

Den Adressenpool der IHK zur Kundenaquise nutzen

Du kannst bei Deiner IHK wertvolle Adressen kaufen, die preislich in einem fairen Bereich liegen. Das Gute daran ist, es ist möglich die Adressen im Vorfeld zu selektieren – Du kannst Dir zum Beispiel nur die Firmengründungen der jüngsten Vergangenheit zusenden lassen. Hier ist die Chance, dass noch kein Webauftritt vorhanden ist relativ groß. Meist sitzt aber auch das Geld nicht so locker, wie bei Selbständigen, die schon länger am Markt sind.

Das Web als Paradies für die Kundenakquise

Erstelle Dir eine Liste von verschiedenen Berufen bzw. Berufsgruppen, die sich zur Selbständigkeit eignen. Dann nimm Tante Google in Anspruch und suche gezielt nach Webauftritten, die vom Design aus den 90iger Jahren stammen. Nun nutze entweder einen gezielten Werbebrief oder die gute Email um dem potentiellen Neukunden von den Vorteilen einer Website nach aktuellen Webstandards zu berichten.

Sei aber auch hier nicht zu aufdringlich. Stelle dem Neukunden eine kostenlose Beratung in Aussicht, den ein oder anderen Kunden lässt das schneller zum Telefonhörer greifen. Ich würde Dir im Übrigen auch hier eher zum guten alten Brief raten. Die Email wird gerne als Spam abgetan und die Kaltakquise über das Telefon verärgert die meisten Selbständigen nur.

Spezialisierung zur Neukundengewinnung

Der Kunde sucht immer mehr nach Spezialisten. Nichts ist besser, als wenn Du die Sprache des Kunden verstehst und nachweisen kannst, dass Du in seinem Bereich schon mehrere Projekte umgesetzt hast. Ebenso kannst Du durch eine Spezialiserung Deine Google Anzeigen noch weiter verfeinern.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Du nun nur noch Projekte von Anwälten annehmen sollst, jedoch ist ein nach Außen beworbener Schwerpunkt sicherlich hilfreich. Insbesondere wenn Du Deine Arbeit sehr gut verrichtest und Dir in einem bestimmten Fachbereich einen guten Ruf erarbeiten kannst. Dies kann sogar soweit gehen, dass Du auf keinerlei Werbung mehr angewiesen bist, weil das Netzwerk für Dich arbeitet.

Als Webdesigner Kunden gewinnen – das Fazit:

Die Neukundengwinnung im Bereich Webdesign ist ein fortlaufender Prozess, der nicht zu unterschätzen ist. Wichtig ist auch hier, sowohl Ausdauer als auch Nachhaltigkeit zu beweisen. Konzentriere Dich auf verschiedene Arten der Kundenakquise und sehe in jedem Menschen einen potentiellen Neukunden.

Was heute noch nicht ist, kann in einem Jahr schon mehrere tausend Euro wert sein. Verzichte lieber auf Billigjobs und nutze die Zeit mit viel Fleiß sinnvoll für Deine eigenen Marketingaktivitäten. Dann kommt der Erfolg fast von alleine.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

3 Comments

  • moritz

    24. November 2013

    Super Text, Danke!

  • Paul

    10. August 2014

    Hallo Andreas,

    da hast du wirklich eine super Zusammenstellung erarbeitet. Ich konnte mir wirklich viele Punkte rausschreiben und werde diese nun weiter für mich ausarbeiten.
    Danke!!

    Schöne Grüße
    Paul

  • Andreas Meyhöfer

    11. August 2014

    Hallo Paul,

    es freut mich, dass Dir der Artikel helfen konnte. Viel Erfolg bei der Kundenaquise und im Studium!

    Viele Grüße Andy