Cyberloafing - die kleine Pause im Internet

Cyberloafing – die kleine Pause im Internet

Wir als Blogger haben tagtäglich mit dem Internet zu tun und wir verbringen den größten Teil unserer Arbeitszeit vor dem Monitor. Im Web recherchieren, Blogs lesen, unsere Social Media Kanäle pflegen, Statistiken auswerten, SEO-Maßnahmen durchführen und natürlich fleißig Blogbeiträge schreiben sind nur ein paar Tätigkeiten unserer täglichen Arbeit.

Wenn zwischendurch unsere Konzentration nachlässt und wir gerade nicht so kreativ sein können, nehmen sich viele eine kurze Auszeit von der Arbeit um „durchzuatmen“. Diese Pause können wir auf unterschiedliche Art und Weise gestalten – die einen stehen auf und vertreten sich die müden Beine beim Kaffeholen, andere wiederum nutzen die Zeit um etwas ungezwungener im Internet zu surfen.

Bei Letzterem sind wir auch schon beim Thema dieses Blogartikels – dem Cyberloafing.

Was ist Cyberloafing genau?

Der Fachbegriff Cyberloafing wurde von Psychologen kreiert und bezeichnet kleine private Ausflüge ins Web während der Arbeitszeit. Cyberloafing bedeutet ganz grob übersetzt „virtuelles Bummeln“ (loafing = faulenzend, herumbummelnd, nichtstuend). Arbeitnehmer schweifen also während der Arbeitszeit von ihren eigentlichen Aufgaben ab und beschäftigen sich mit privaten Dingen.

Dazu nutzen die Mitarbeiter die Technologien ihres Arbeitgebers wie den an ihrem Arbeitsplatz vorhandenen Computer samt Verbindung ins Internet. Die Internetbummler surfen herum, spielen Online-Spiele, kaufen etwas in einem Online-Shop, beantworten private Mails und dergleichen mehr.

Cyberloafing Comic - private Emails

Cyberloafing und die Forschung

Mit dem Phänomen Cyberloafing beschäftigen sich bereits einige Wissenschaftler. Die Psychologen Vivien Lim und Don Chen aus Singapur haben Cyberloafing intensiv untersucht und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. In einer Studie befragten Lim und Chen Arbeitnehmer per Fragebogen über deren Erfahrungen mit Cyberloafing. Es ergaben sich zwei unterschiedliche Seiten:

Arbeitnehmer, die im Internet surften, Online-Spiele spielten oder sich Bilder anschauten fühlten sich anschließend frischer und erholter. Diese Probanden bummelten also tatsächlich nur durchs Web, ohne ein gewisses Ziel zu verfolgen.

Die Befragten, die aber während des Cyberloafings private E-Mails beantworteten oder andere private Aufgaben erledigten, stellten keinen positiven Effekt fest. Im Gegenteil, die meisten dieser Arbeitnehmer berichteten von negativen Auswirkungen.

Um dieses Studienergebnis zu bestätigen unternahmen die beiden Psychologen ein weiteres Experiment mit 96 Studenten. Die Probanden mussten 10 Minutenlang in einem Text einen Buchstaben markieren. Anschließend wurden die Studenten in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe wurde mit einer zusätzlichen Aufgabe weiter beschäftigt, die zweite Gruppe machte eine Pause ohne etwas zu tun und die dritte Gruppe durfte im Internet surfen.

Nach dieser Unterbrechung wurden alle Studenten erneut an die gleiche Aufgabe gesetzt und mussten einen Buchstaben in einem Text markieren. Die dritte Gruppe, die während der Pause im Internet surfen durfte, erzielte dabei die besten Ergebnisse. Am schlechtesten schnitt die Gruppe mit der Zusatzaufgabe ab.

Ist Cyberloafing gut für die Arbeit?

Die Psychologen Lim und Chen resümierten, dass Internetsurfen entspannt. Allerdings unter der Voraussetzung, dass keine Aufgaben erledigt werden, die Konzentration erforderten, wie beispielsweise das Beantworten von E-Mails.

Ich persönlich denke, dass zwischendrin eine kurze Ablenkung wie ein Spaziergang im Internet tatsächlich hilft einen Moment abzuschalten und Energie zu tanken.

Jedoch sehen viele Vorgesetzte die kleinen Auszeiten nicht gerne. Sie befürchten eine zu große Ablenkung von der Arbeit und das dadurch die Mitarbeiter merklich unproduktiver werden. Viele Chefs verbieten deshalb ihren Angestellten die privaten Ausflüge ins Internet.

Schauen wir uns einmal die möglichen negativen Aspekte des Cyberloafing an:

  • Wenn ein Mitarbeiter erst einmal anfängt zu surfen und ein interessantes Thema nach dem anderen entdeckt, kann es passieren, dass derjenige die Zeit vergisst und viel länger seine Arbeit liegen lässt als beabsichtigt. Viele Blogs und Websites haben reichlich weiterführende Links, so kommt der Surfer praktisch nach und nach von einem fesselnden Thema zum nächsten, da kann man sich schon mal verlaufen.
  • Schwierig ist es auch, wenn ein Mitarbeiter seine Arbeit nicht sonderlich mag. Da ist es besonders verlockend, mal eben schnell im Internet etwas nachzuschauen oder sonst irgendwie seiner Arbeit für ein paar Augenblicke zu entfliehen.
  • Auch zu viel Stress, Überforderung oder Langeweile fördern nicht gerade die Produktivität, sondern machen Mitarbeiter eher anfällig für Ablenkungen aller Art.

Cyberloafing ist also besonders dann für den Job negativ, wenn der betroffene Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage ist mit dieser Möglichkeit der kleinen Pause zwischendurch maßvoll umzugehen.

Cyberloafing Infografik

Fazit zu Cyberloafing – die kleine Pause im Internet

Cyberloafing hat anscheinend unter bestimmten Umständen Vorteile, die Arbeitnehmer wie auch Chefs für eine bessere Produktivität nutzen können. Wie Cyberloafing am besten eingesetzt werden kann, muss wohl von Fall zu Fall ganz individuell ausgearbeitet und getestet werden. Ein Patentrezept gibt es nicht.

Zumindest kann vielleicht der ein oder andere Chef nach diesem Blogartikel beruhigter sein, wenn er das nächste Mal einen Mitarbeiter bei einem kurzen Internetausflug beobachtet 😉

Was ist deine Meinung zum Cyberloafing? Hat es für dich Vorteile oder ist es doch Zeitverschwendung?

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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