Der Frosch im Topf – oder rette Dich bevor es zu spät ist

Der Frosch im Topf – oder rette Dich bevor es zu spät ist

In der Literatur der Geschäftswelt und auf Schulungen für Führungskräfte wird gerne das Gleichnis vom gekochten Frosch verwendet um menschliche Verhaltensweisen anschaulich und zu erläutern. Durch die Dramatik der Geschichte sollen die Zuhörer besonders gut aufgerüttelt und zum Nachdenken angeregt werden.

Die Legende vom gekochten Frosch

Man nehme einen Topf mit Wasser, eine Herdplatte und einen Frosch beliebiger Farbe. Wenn nun das Wasser im Topf zum kochen gebracht und der Frosch hinein gesetzt wird, so wird er augenblicklich die Flucht ergreifen und aus dem Topf hinaushüpfen.

Wenn aber selbiger Frosch in kaltes Wasser gesetzt wird, dann bleibt er ganz ruhig an Ort und Stelle. Er hat ja keinen Grund dem Topf zu entkommen und fühlt sich im kühlen Nass wohl. Jetzt wird aber die Herdplatte unter dem Topf angeschaltet, so dass das Wasser ganz langsam immer wärmer und wärmer wird. Der Frosch im Topf nimmt die Temperaturänderung kaum war, er toleriert die langsame Zunahme der Wärme und passt sich dieser laufend an. Dadurch, dass der Prozess so langsam von Statten geht, merkt er gar nicht, wann es wirklich kritisch für ihn wird. Die Hitze ist dann so sehr gestiegen, dass es ihm nicht mehr möglich ist sich zu bewegen und aus dem Topf zu hüpfen. Der Frosch bleibt tatsächlich so lange sitzen, bis es zu spät ist und er kocht.

Schaurige Geschichte, oder? Aber ich kann dich beruhigen, sie ist nicht war. Aber trotzdem der Ablauf dieses Experimentes frei erfunden ist, kann die Legende für uns lehrreich sein und uns anregen eigene Einstellungen und Verhaltensweisen zu reflektieren.

Im Arbeitsleben gibt es reichlich Frösche

Gerade im Arbeitsleben und als Selbständiger steht man häufig permanent unter Dampf. Man wächst mit seinen Aufgaben ist eine häufige Selbsteinschätzung vieler Selbständiger und Mitarbeiter mit hoher Verantwortung. Das Wachsen und sich weiterentwickeln wird konsequent im Business eingefordert, wer nicht flexibel ist und sich neuen Situationen nicht anpassen kann, bleibt meistens auf der Strecke.

Wobei die Weiterentwicklung an sich ja positiv zu bewerten ist, stehen bleiben bedeutet einrosten. Aber auch bei der Weiterentwicklung und Anpassung ist wieder das Maß entscheidend. Wer auf Teufel komm raus permanent am Ball bleiben will oder muss, der wird vor lauter flexibel und erfolgreich sein, nicht bemerken, dass ihm der ganze Stress gar nicht gut tut. Letztendlich sind diese Menschen so sehr auf ihre Karriere fixiert, dass sie Warnzeichen einfach ignorieren, so wie der Frosch die zunehmende Wassertemperatur. Es geht immer noch weiter, besser, schneller. Und ganz plötzlich und unerwartet sagt der Körper eines Tages „es ist genug“ – das Wasser kocht, der Burnout ist da.

Was quakt uns der Frosch?

Genau das kann die Legende vom gekochten Frosch verdeutlichen: Es ist relativ leicht auf ein großes, einschneidendes Ereignis schnell und angemessen zu reagieren, da es dir natürlich ganz deutlich bewusst wird. Winzige Begebenheiten hingegen können dir schonmal entgehen.

Wenn Du zum Beispiel in deinem Job befördert und in eine andere Stadt versetzt wirst, so wird es dir an dem neuen und ungewohnten Arbeitsplatz sicherlich schnell auffallen, wenn Du den neuen Aufgaben gar nicht gewachsen bist. Du würdest sofort Gegenmaßnahmen ergreifen und alles unternehmen um deine Situation zu ändern. Wenn Dir aber an deinem gewohnten Arbeitsplatz kaum merklich nach und nach immer mehr Verantwortung und Arbeit übertragen wird, dann passt Du dich eher den Gegebenheiten an. Auch wenn dir irgendwann klar wird, dass Du eigentlich hoffnungslos überfordert bist, machst Du trotzdem weiter weil Du ja auch schon so weit gegangen bist. Du glaubst Du könntest das wirklich durchhalten, es wird schon gut gehen. Eine ganz schlechte Entscheidung.

Fazit:

Wenn Du nicht auf die ganz kleinen Veränderungen bei dir selbst achtest, wenn Du nicht auf deinen Körper hörst und einfach so weiter machst wie zuvor, dann kann das irgendwann nach hinten losgehen. Und wenn die Katastrophe erst einmal da ist, zum Beispiel in Form eines Burnouts, dann geht sehr lange Zeit nichts mehr.

Aber auch wenn es nicht so weit kommt und Du es immer wieder schaffst weiter zu machen, verharre nicht in Situationen die dich unglücklich oder krank machen. Wage den Sprung aus dem Topf.

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Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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