Die vier Arten der Kreativität

Die vier Arten der Kreativität

Gehörst du auch zu jenen Menschen, der andere dafür bewundert, wie kreativ sie sind und sich wünscht ebenfalls so kreativ zu sein?

Kreativität ist jedoch keine Frage des Könnens und auch kein Talent, dass nur wenigen Menschen beschieden ist.

Jeder kann kreativ sein, es gibt nur verschiedene Wege um an das kreative Ziel zu gelangen.

Prof. Arne Dietrich spricht in seinem Artikel The cognitive neuroscience of creativity von 2004 von vier Arten der Kreativität.

Die Kreativität wird von verschiedenen Fähigkeiten und Zuständen beeinflusst. Wir können entweder willentlich oder spontan kreativ sein und emotional oder kognitiv.

Unter einer kognitiven Fähigkeit sind mentale Prozesse oder Informationsverarbeitungsprozesse zu verstehen, wie zum Beispiel etwas lernen, Wissen verarbeiten oder etwas planen.

Legt man die oben genannten Eigenschaften – willentlich oder spontan, emotional oder kognitiv – zugrunde, ergeben sich vier Kombinationen, die zu vier Arten von Kreativität führen.

  • Willentlich und emotional
  • Willentlich und kognitiv
  • Spontan und emotional
  • Spontan und kognitiv

Willentlich-emotionale Kreativität

Bei der willentlich-emotionalen Kreativität kommen auf Gefühle begründete Erkenntnisse und Eingebungen auf. Angenommen wir haben eine Abfolge von Rückschlägen durchlaufen und sind dadurch emotional sehr aufgewühlt.

Nach einer Weile haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir nicht mehr weiter wissen und nun entschließen wir uns dazu innezuhalten um unsere Situation zu analysieren. Diese Situation ist ein Beispiel für den Einsatz von willentlich-emotionaler Kreativität.

Die Analyse der Umstände und wie wir in diese Situation geraten sind geschieht willentlich. Aufgrund der Emotionen haben wir Erkenntnisse und kreative Eingebungen, wie wir unsere Situation ändern können.

Willentlich emotional kreative Menschen treffen in solchen Situationen neue, andersartige Entscheidungen und schlagen einen neuen Weg ein.

Willentlich-kognitive Kreativität

Angenommen wir wären Forscher oder Erfinder. Diese Gruppe von Menschen zeichnet sich oft durch beharrliche Arbeit an einem Konzept oder Forschungsobjekt aus.

Trotz ungezählter Rückschläge und scheinbarer Stagnation im Vorankommen, erreichen sie doch irgendwann ihr Ziel. Dieser Beharrlichkeit verdanken wir heute zahlreiche Erfindungen und Entdeckungen, die unser Leben angenehmer machen.

Hätte mancher Erfinder nicht unermüdlich ein Experiment nach dem anderen durchgeführt, wer weiß wie weit zum Beispiel die Technik überhaupt gekommen wäre.

Diese Menschen arbeiten mit willentlich-kognitiver Kreativität. Willentlich kognitive Kreativität zeichnet sich durch Konzentration und Kombination von einzelnen Informationen und Wissensfragmenten zu einem neuen Ergebnis aus.

Um willentlich-kognitiv kreativ zu arbeiten, muss bereits ein gewisses umfassendes Wissen vorhanden sein, dann können Informationen auf immer neue und kreative Weise kombiniert werden und dies wiederum führt zu neuen Erkenntnissen und Erfindungen.

Spontan-kognitive Kreativität

Auch für eine spontan-kognitive Kreativität muss ein bestimmtes grundlegendes Wissen vorhanden sein. Der kognitive Teil besteht aus der eingehenden Beschäftigung mit einem Problem.

Angenommen wir zerbrechen uns den Kopf über eine Aufgabe und kommen einfach nicht zu einer Lösung. Wir grübeln und grübeln, betrachten das Problem von allen Seiten, die Zeit schreitet voran aber man kommt keinen Schritt weiter. Schließlich wird die Arbeit an der Lösung des Problems vorerst aufgegeben und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da noch andere Aufgaben warten, die erledigt werden wollen.

Während wir uns nicht mehr auf das Problem konzentrieren sonder mit anderen Aufgaben beschäftigt sind, hat unser Unterbewusstsein Gelegenheit an der Problemlösung zu arbeiten. Das unterbewusste Denken kann an die Informationen ganz anders verarbeiten als das Bewusstsein.

Wenn wir dann ganz unerwartet die Eingebung zur gesuchten Problemlösung haben, ist das der spontane Teil der spontan-kognitiver Kreativität.

Spontan-emotionale Kreativität

Künstler aller Art, wie zum Beispiel Musiker und Maler sind häufig spontan-emotional kreativ. Für die spontan-emotionale Kreativität ist grundsätzlich kein spezielles Wissen nötig, so wie bei der kognitiven Kreativität.

Jedoch werden in der Regel bestimmte Fertigkeiten und Talente, zum Beispiel musikalisch oder künstlerisch, gebraucht um die kreativen Eingebungen auch umzusetzen.

Fazit:

Je nach Problemstellung kann eine andere Herangehensweise sinnvoll sein um zur Lösung zu kommen. Es kommt auch sicherlich auf die eigene bevorzugte Arbeits- und Denkweise an, für welche Art der Kreativität man zugänglicher ist.

Ausprobieren und offen für alles sein halte ich für das beste Mittel um alle Möglichkeiten der Kreativität auszuschöpfen. Wenn man zum Beispiel willentlich-kognitiv einfach nicht weiter kommt, hilft vielleicht eher das Problem beiseite zu schieben und auf einen spontanen Einfall zu hoffen nach Art der spontan-kognitiven Kreativität.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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