Bist Du als Blogger auch vom 90% Syndrom betroffen?

Bist Du als Blogger auch vom 90% Syndrom betroffen?

Ich lebe stets nach dem Motto, egal wie viel Du gelernt hast, es ist nicht genug. Aus diesem Grund bereite ich mich aktuell auf die iSQI-Prüfung zum „Certified Professional for Project Management“ vor. Im Rahmen dieser Vorbereitung sprang mir ein Thema ins Auge, was ich schon vor Jahren kennenlernte und mir schlicht verloren ging.

Ich spreche vom sogenannten 90% Syndrom. Hierbei handelt es sich nicht um eine schlimme Krankheit, sondern um einen Terminus aus dem Projektmanagement.

Auch mich hat das 90% Syndrom schon erwischt

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich setze mir für Projekte, Aufträge und natürlich auch kleinere Tagesaufgaben immer einen Zeitrahmen. Sollte ich den entsprechenden Zeitaufwand im Vorfeld nicht genau spezifizieren können, schätze ich den potentiellen Aufwand mit Hilfe meines Erfahrungsschatzes.

In der Regel gelingt es mir ganz gut den Arbeitsaufwand zu schätzen. Doch wenn ich mich mit Themen beschäftige, bei denen ein größerer Rechercheaufwand vonnöten ist, habe ich mich nicht nur einmal vergaloppiert und wurde zum Opfer des 90% Syndroms.

Was das 90% Syndrom ist

Vielleicht hast Du auch schon zu einem komplexen Blogartikel recherchiert, oder ein Thema in Angriff genommen, das für dich vollkommen neu war. Nach fleißigem Beginn und unermüdlicher Arbeit kommst Du nach ein paar Stunden zu der Auffassung kurz vor der Fertigstellung deiner Aufgabe zu sein.

Doch die Arbeit zieht sich hin und der Zeitaufwand wird immer größer. Immer wieder glaubst Du fast fertig zu sein und stellst dann fest, dass immer noch ein Berg von Arbeit vor dir liegt. Wenn Du in dieser Situation bist, hat dich das 90% Syndrom erwischt.

Das 90% Syndrom

Du bist fest der Meinung zu 90% fertig zu sein und die letzten 10% deiner Arbeit dauern dann genauso lange wie die ersten 90%. Meist werden die letzten 10% nicht nur einmal verlängert, sondern durchlaufen mehrere Zyklen.

Das 90 Prozent Syndrom

Je nach Lektüre erwischt einen das 90 Prozent Syndrom wenn ein Fertigstellungsgrad von ca. 30% – 70% erreicht wurde.

Warum das 90% Syndrom für Dich als Blogger so gefährlich ist

Falls Du dich auf Blogsheet schon ein wenig heimisch fühlst und länger dabei bist, hast Du vielleicht unseren Blogartikel zum Pareto-Prinzip gelesen. Das Pareto-Prinzip ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die besagt, dass in 20 Prozent der Zeit 80 Prozent einer Aufgabe erledigt wird und wurde vom italienischen Ökonom Vilfredo Pareto (1848–1923) entdeckt.

Nun gibt es immer wieder Blogger die glauben nach dem Pareto-Prinzip zu arbeiten, diese wurden aber tatsächlich Opfer des 90% Syndroms. Das Problem ist jedoch nicht, dass diese Blogger zu lange brauchen um eine Aufgabe fertigzustellen, sondern schlicht einen halbfertigen Blogartikel ihren Lesern präsentieren und der Meinung sind, die fehlenden oder gar fehlerhaften Informationen fallen in den Pareto-Bereich des Perfektionismus.

Das 90% Syndrom kann deiner Reputation als Blogger schaden

Wie gefährlich ein mangelhafter Artikel für deine Reputation als Fachmann oder Fachfrau sein kann, muss ich nicht näher erläutern. Selbstverständlich werden dich deine Blogleser nicht beim ersten suboptimalen Blogartikel in Stücke reißen. Doch wird die Ausnahme zur Regel, kann das 90% Syndrom schnell zum Blogkiller avancieren. Was kann alles geschehen?

  • Potentielle Leser meiden deinen Blog
  • Die Absprungrate auf deinem Blog erhöht sich
  • Themengleiche Blogger verlinken nicht mehr auf deinen Blog
  • Die Aufenthaltsdauer auf deinem Blog sinkt deutlich
  • Du wirst nicht mehr als Fachmann respektive Fachfrau anerkannt

Dies sind nur eine Handvoll von Problemen, die auftreten können und bei näherer Betrachtung fällt dir sicher noch einiges mehr ein.

Das 90% Syndrom kann dir schaden

So kannst Du das 90 Prozent Syndrom besiegen

In der Regel gleicht kein Projekt dem anderen, jeder Auftrag kann neue Überraschungen bergen und jeder Blogartikel ist etwas Neues. Um dem 90% Syndrom zu entgehen, können folgende Vorgehensweisen hilfreich sein.

  1. Plane deinen Blogartikel im Vorfeld
  2. Setze dir verschiedene Meilensteine
  3. Eliminiere subjektive Schätzungen
  4. Plane deinen Artikel objektiv
  5. Hinterfrage dich regelmäßig
  6. Veröffentliche einen Blogartikel entweder ganz oder gar nicht

Gerade als Einzelkämpfer kannst Du dich dem 90% Syndrom effektiver stellen. Solltest Du in einem Team arbeiten, ist es um ein vielfaches schwieriger das Team immer wieder auf Kurs zu bringen.

Im Rahmen deiner Aufgaben ist es wichtig, dass Du ehrlich gegenüber dir selbst bist. Beschönige nichts und betrachte deine Aufgaben und den nötigen Zeitaufwand objektiv.

Das 90 Prozent Syndrom – ein 100% Fazit

Niemand ist vor dem 90% Syndrom gefeit und jeder Blogger sollte sich diesem Syndrom bewusst sein. Denn nur wenn Du dir einen Fehler ins Bewusstsein rufst, kannst Du effektiv dagegen angehen.

Was ist mit dir? Bist Du auch schon vom 90% Syndrom betroffen gewesen, oder kennst Du das Problem gar nicht? Was machst Du um dem 90% Syndrom aus dem Weg zu gehen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment

  • Jörg

    9. November 2013

    Ich habe für mich die Lösung gefunden und bin nun zu 100% immun gegen das 90% Syndrom!

    Ich setze mir für Blog-Artikel einfach keinen Zeirahmen mehr. Genial wie einfach 😉

    Würde ich das tun und tatächlich die Zeit realistisch einschätzen, dann dürfte ich überhaupt nicht mehr bloggen. So viel Zeit habe ich eigentlich gar nicht zur Verfügung.

    Wünsche dir aber viel Glück bei deinem 90% Syndrom.