Bist Du ein Workaholic?

Bist Du ein Workaholic?

Es gibt Selbständige die ordnen dem Erfolg alles unter. Es wird 72 Stunden am Tag geschuftet bis der Arzt kommt, die Familie wird vernachlässigt und die eigenen Kunden werden zu den besten Freunden. Die Firma ist irgendwann der einzige Lebensinhalt und die Arbeit wurde schleichend zur Sucht.

Zwar sollte grundsätzlich die Regel gelten, es wird gearbeitet um zu leben, doch leider dreht sich oft das Motto und es wird gelebt um zu arbeiten. Sämtliches Selbstvertrauen wird durch die eigene Arbeitsleistung gewonnen und soziale Kontakte, Hobbys oder die vielen anderen schönen Dinge des Lebens werden zur Nebensache degradiert.

Die Sucht zur Arbeit wird so groß, dass der Arbeitssüchtige zu Aufputschmitteln greift um noch mehr zu schaffen. Die Spirale beginnt, wo es am Anfang nur Mittelchen waren um sich zu Höchstleistungen zu treiben, nimmt man des Nächtens Tabletten um schlafen zu können.

Arbeiten bis zum Umfallen

Bereits 1990 wurde durch Studien des japanischen Arbeitsministerium festgestellt, dass die Arbeitssucht sogar zum Tode führen kann. Tod durch Überarbeitung in Form von Herzinfarkt oder Schlaganfall ist keine Seltenheit bei Workaholics. Wer das Glück hat nicht frühzeitig das Zeitliche zu segnen verfällt eventuell früher oder später in Depressionen, lässt sich von einem Burnout  heimsuchen oder genießt den guten alten Nervenzusammenbruch. An vernünftige Leistungen im Beruf ist dann auf Jahre hinaus nicht mehr zu denken und die Selbständigkeit steht vor dem Aus.

Die verschiedenen Phasen der Arbeitssucht

In der ersten Phase befindet sich der Workaholic noch nicht im echten Suchtverhalten. Er macht sich zwar grundsätzlich Gedanken um die Arbeit und lässt kaum noch Freizeit zu, doch noch wird bemerkt wie die verschiedenen Bereiche des Lebens vernachlässigt werden. Schuldgefühle kommen auf und die Arbeit wird oftmals heimlich verrichtet.

In der zweiten Phase ist die Arbeit schon der Mittelpunkt im Leben des Workaholics. Familie, Freunde und private Tätigkeiten sind nur noch lästig und werden beiseite geschoben. Sämtliche Arbeiten die anfallen werden alleine erledigt und Zuarbeiten von außen werden oft als minderwertig angesehen. Ausflüchte werden gesucht, die bis hin zur Lüge gehen um das überhöhte Arbeitspensum zu rechtfertigen. Körperliche Stresssymptome häufen sich und werden zur Qual für den Arbeitssüchtigen.

In der dritten Phase ist die Sucht mittlerweile dauerhaft. Es wird ohne Unterlass gearbeitet ohne Rücksicht auf Verluste. Das Umfeld wird gar nicht mehr wahrgenommen und die an sich selbst gesetzten überhöhten Ansprüche werden auf andere projiziert.  Oft beginnt hier schon ein allgemeiner Leistungsabfall, der durch verschiedene Möglichkeiten des Drogenkonsums kompensiert wird. Der komplette Zusammenbruch ist nur noch eine Frage der Zeit.

Je nach Lektüre werden auch vier Phasen der Arbeitssucht beschrieben und die einzelnen Verhaltensmuster können auch früher oder später auftreten.

Checkliste für angehende Workaholics

Die Grenze zwischen viel Arbeiten und krankhaftem Arbeitsverhalten ist meist sehr schmal. Solltest Du Dich in mehr als 50% der Punkte wiedererkennen wäre es ratsam deine Einstellung zur Arbeit zu überdenken.

  • Du bist schnell gereizt und aggressiv gegenüber deinem Umfeld
  • Du tolerierst keinerlei Fehler mehr
  • Du kannst Dich nicht mehr Entspannen
  • Deine Gedanken drehen sich auch in der Freizeit nur um die Arbeit
  • Dein soziales Umfeld ist kaum bis gar nicht mehr vorhanden
  • Du arbeitest heimlich
  • Du schläfst kaum noch
  • Du arbeitest regelmäßig länger als 50 Stunden die Woche
  • Du fühlst dich schuldig, wenn Du in deiner Freizeit nicht arbeitest
  • Du fühlst dich überfordert und Angstgefühle plagen dich
Fazit:

Es heißt zwar immer wer selbständig ist muss selbst und ständig arbeiten, trotzdem sollte das private Wohl und Glück grundsätzlich über der Arbeit stehen. Niemand wird es Dir danken, wenn Du völlig überarbeitet zusammenbrichst oder im schlimmsten Fall sogar die Hufe hebst, ins Gras beißt, die Radischen von unten siehst, über den Jordan gehst – kurz gesagt, dich zu Tode gearbeitet hast.

Weiterführende Lektüre:

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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