Wie sollte ein Blogger mit kritischen Blogkommentaren umgehen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Woche der Webmaster Friday. Was liegt also näher als mit unserem Beitrag „Wie sollte ein Blogger mit kritischen Blogkommentaren umgehen?“ daran teilzunehmen. 🙂

Egal, ob Du einen Blog hast, der von Kommentaren nur so überschwemmt wird, oder sich nur vereinzelt Kommentare auf deinem Blog wiederfinden. Es wird die Zeit kommen, an der Du dich mit kritischen Blogkommentaren auseinandersetzen musst.

Dabei kann die Kritik sich nicht nur auf deinen Blog beziehen, auch Blogleser untereinander können mitunter virtuell kräftig aufeinander einschlagen. Doch wie sollte man mit kritischen Stimmen umgehen? Blogkommentare einfach löschen?

Vielleicht teilweise zensieren oder doch öffentlich stehen lassen. Ich gehe der Frage aus zwei Perspektiven auf den Grund. Einmal aus der Sicht eines privaten Blogs und einmal aus der Sicht eines professionellen Blogs, der Einnahmen erzielen will.

Blog-Kommentare sind wichtig

Grundsätzlich sind Blogkommentare für die meisten Blogger erstrebenswert. Kommentare können dem Blogbetreiber einen hohen Mehrwert bieten, wenn diese sich sachlich und eventuell auch kritisch mit dem Artikelthema auseinander setzen.

Ich gehe sogar soweit, dass man als Blogger auf Kommentare angewiesen ist um stets den Puls und die Stimmung seiner Zielgruppe wahrzunehmen. Weiterhin können Blog-Kommentare eine wichtige Quelle für neue Artikelideen sein und Dir als Blogger neue Sichtweisen eröffnen. Das Blog gilt nicht umsonst als Teil des Social Media Bereiches – und Social Media bedeutet Kommunikation sowie Interaktion.

Negative Kritik im Allgemeinen

Gerade negative Kritik sollte als Blogger angenommen und hinterfragt werden. Zwar kann es immer wieder kritische Stimmen geben, die unter die Gürtellinie gehen, aber hier musst Du als Blogger einfach ein dickes Fell entwickeln. Negative Kritik gehört zum Leben genauso dazu wie positive Kritik. Wer nur gebauchpinselt werden will, sollte das Internet meiden und eine Reise ins Nimmerland buchen.

Ich persönlich halte von guter Kritik sehr viel, egal ob diese positiv oder negativ ist. Im Beschwerdemanagement gibt es nicht umsonst die Regel „maximiere deine Beschwerden“. Denn die Masse unzufriedener Menschen meldet sich nicht, sondern verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Da ich fast 1 Jahr im Beschwerdemanagement gearbeitet habe, kann ich aus der Erfahrung heraus sagen – Es ist erschreckend wie viele stillschweigende unzufriedene Kunden auf eine laute Beschwerde kommen.

Die Tatsache, dass die Gruppe der unzufriedenen Kunden gerne als Schreihälse und gar als lästig empfunden wird, ist jedoch viel besorgniserregender. Selbst erfolgreiche Selbständige nehmen diese Position gerne ein, teilweise aus Unkenntnis, manche schlicht aus Dummheit und andere aus maßloser Selbstüberschätzung.

Die Multiplikation von Beschwerden und wie sie deinem Business schaden

Je nach Quellen werden die Zahlen im folgenden Schaubild leicht voneinander abweichen, die Quintessenz bleibt jedoch die Gleiche. Egal wie erfolgreich Du bist, hinterfrage dich, ob Du nicht vielleicht noch erfolgreicher sein könntest mit einem vernünftigen Umgang mit negativer Kritik.

umgangKritischeKommentare

Unzufriedene Kunden können dich teuer zu stehen kommen.

Negative Kritik auf Blogs aus Sicht des Kritikers

Leider gibt es auch Bloggerkollegen, die in keinster Weise kritikfähig sind. Aussagen wie „Das sehe ich nicht so“ gehören zum Standardrepertoir dieser Gattung von Blogger und deren Selbstüberzeugung grenzt schon an narzisstisches Verhalten.

Egal, ob dem Blogger einfach nur der Erfolg zu Kopf gestiegen ist, oder tatsächlich von Anfang an keine Kritikfähigkeit herrschte, bei solchen Bloggern solltest Du als Kommentator einfach mit den Schultern zucken und deine Zeit mit sinnvolleren Dingen verbringen.

Der Umgang mit kritischen Kommentaren auf privaten Blogs

Nicht jeder Blogger erstellt einen Blog um damit Geld zu verdienen oder sein Unternehmen bekannt zu machen. Auch wenn es in der heutigen Zeit für einige schier unglaublich erscheint, es gibt noch Blogger, die aus Spaß an der Freude einen Blog betreiben ohne finanzielle Hintergedanken.

Diese Blogbetreiber haben natürlich den Vorteil, dass sie sich keinerlei Gedanken machen müssen, ob ihre Reputation durch die Löschung eines Kommentars gefährdet wird. Selbst ein Shitstorm kann solche Blogger nur müde lächeln lassen. Auf einem privaten Blog gilt die Aussage „Mein Blog, meine Regeln“ in jeglicher Konsequenz.

My Blog, my Castle

Da der private Blog selten dazu dient wichtige Geschäftspartnerschaften aufzubauen oder sich ein großes Netzwerk zu erschaffen, musst Du dir bei einem privaten Blog keine größeren Gedanken machen, ob Du einen Kommentar löschst. Wenn Du der Meinung bist, der Blog-Kommentar ist murks, dann weg damit.

Der Umgang mit kritischen Kommentaren auf Business Blogs

Während ein privater Blog keinerlei finanzielle Interessen aufweist und auch selten zur Imagepflege eingesetzt wird, steht ein Business Blog ganz anders im Rampenlicht. Die Gefahr, durch unbedachtes Verhalten seinem Geschäft zu schaden, ist täglich gegeben.

Es gibt genug Shitstorms, die über Unternehmen hinweggefegt sind und dem Geschäft zumindest kurzfristig geschadet haben. Während große Firmen kurzfristige Umsatzeinbußen schnell wegstecken können, sieht es bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen schon anders aus.

Hier können wegbrechende Umsätze existenzbedrohend sein. Bei einem Business Blog gilt es also mit mehr Fingerspitzengefühl zu arbeiten und die Löschtaste nur im Notfall einzusetzen.

Welche Kommentare sollten auf einem Business Blog gelöscht werden?

Auch wenn der Business Blog anderen Regeln unterworfen ist als ein privater Blog, so musst Du dir als Blogger nicht alles gefallen lassen. Folgende Kommentare können und müssen sogar gelöscht werden.

  1. Eindeutiger Kommentarspam
  2. Beleidigungen gegenüber anderen Lesern
  3. Beleidigungen gegenüber deinem Personal
  4. Unwahre und damit geschäftsschädigende Äußerungen

Gerade Punkt 4 ist ein sehr heikles Thema. Denn der Grat zwischen geschäftsschädigenden Äußerungen und harter aber gerechter Kritik kann zuweilen sehr schmal sein. Hier musst Du als Blogger genug Eigenkritik und Selbsterkenntnis aufbringen um fair zu entscheiden.

Der Umgang mit kritischen Blogkommentaren das Fazit

Schlussendlich ist es jedem Blogger selber überlassen wie er mit kritischen Kommentaren auf seinem Blog umgeht. Eine bekannte deutsche Templateschmiede für responsive Designs scheint kritische Kommentare gnadenlos zu löschen um das heile Bild nach außen zu gewährleisten.

Andere Blogger schalten jeden Kommentar frei, egal wie harsch die Kritik auch sein mag. Einen Königsweg gibt es sicher nicht. Ich für meinen Teil entscheide immer von Fall zu Fall, ob ich einen Blogkommentar freischalte oder nicht.

Grundsätzlich solltest Du jedoch jegliche Kritik, egal ob positiv oder negativ, als Chance sehen dein Blog bzw. Business voranzutreiben.

Wie ist dein Umgang mit kritischen Blogkommentaren? Löschen oder freischalten? Ich freue mich auf deine Meinung.

Weiterführende Quellen zum Thema Beschwerdemanagment

  1. Beschwerdemanagement – Mit Kunden bewusst umgehen auf http://www.business-wissen.de
  2. Wenn Kunden sich beschweren – Ein PDF von Tüv Süd
  3. Stärken Sie durch ein gezieltes Beschwerdemanagement wichtige Unternehmensziele auf http://www.business-netz.com
About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

9 Comments

  • Michi

    20. September 2013

    Toller Artikel – ich persönlich lasse jeden Kommentar durch ausser er ist beleidigend oder offensichtlich Spam. Auf meiner Seite habe ich mich auch in einem Artikel mit diesem Thema bechäftigt.

    Gruß
    Michi

  • Andreas Meyhöfer

    20. September 2013

    Hallo Michi,

    ich handle in der Regel genauso. Das sind die beiden Arten von Kommentaren die ich grundsätzlich nicht durchlasse.

    Viele Grüße

    Andy

  • Silke

    20. September 2013

    Auf meinem Blog genehmige ich grundsätzlich alle Kommentare, die auch echte Kommentar sind – schließlich liegt es mir ja am Austausch mit den Lesern.
    Was ich nicht genehmige sind wie o.g. Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen (passiert zum Glück nur sehr selten), Spam oder „Pseudo-Kommentare“ bei denen direkt ersichtlich ist, dass der- oder diejenige überhaupt nicht den Post gelesen haben, sondern nur einen BackLink auf ihre Seite ‚erobern‘ wollen. Manchmal poste ich dann zwar den Kommentar aber lösche die Webadresse. Dann wird schnell ersichtlich, ob der Kommentierende es ernst meinte.

    Gruß und ein schönes WE
    Silke

  • Robert Weller

    20. September 2013

    Hey Andy,
    ich find negative Kommentare eigentlich super. Fast überall ist was wahres dran und im besten Fall machen sie dich auf Misstände in deinem Blog oder Fehler in deiner Argumentation aufmerksam. Daraus kann man lernen. Und wenn es richtig „böse“ Kommentare sind, dann passiert es auch häufig, dass andere Leser quasi für dich antworten und eine richtige Diskussion losbricht.

  • Roland

    20. September 2013

    Hallo Andy,
    ich nutze WordPress. Als zu bearbeitende Kommentare kommt bei mir nicht viel durch.

    Das bisschen was durch kommt schalte ich meistens frei. Gerne gebe ich bei konstruktiven Kommentaren oder bei Kommentaren wo der Link zu einer guten Seite führt ein Dofollow (so wie bei dir – crazy-crow.de – ohne deinen Kommentar wäre ich möglicherweise nicht auf deinen Blog gestoßen)

    Generell habe ich nofollow eingestellt da ich viele Kommentatoren habe die bestimmt schon 50 oder mehr mal kommentiert haben.

    Diese Stammleser und Kommentatoren bekommen einen extra dofollow Link aber in den Kommentaren einen nofollow Link (hab mal gehört dass das besser sei).

    Kritische Kommentare lasse ich zu. Ob ich darauf antworte ist eine andere Sache. Möglicherweise nimmt ein anderer Kommentator die Argumentation auf.

    Eine weitere Art der Kommentare sind Sternchen, besonders gerne bei Galerien verwendet.
    Da kann es passieren dass dann ein Bild nur 2 Sternchen statt der erhofften 4 oder 5 Sterne hat.

    Was solls im Grunde. Hauptsache meine Freundin kommentiert mich nicht negativ. *gg*

  • Christian Grotheer

    17. Dezember 2014

    Sehr guter Artikel, Zahlen und Statistiken mögen wir ja auch alle und destruktive Kritik ist nicht gleich konstruktive, insofern finden ich die Sache hier sehr rund.

    Schön, bei all den Main-Stream hübsch hübsch Blogs, die man immer dank SEO-Optimierung an erster Stelle findet, auch noch solche Qualitäten entdecken zu dürfen. Meine Website muss auch nicht mit erwähnt werden 😉

    Lieben Gruß aus dem Norden, Christian

  • Dola Elke

    13. Januar 2015

    Danke für diesen wunderbaren Artikel, schön, dass wenigstens in der Blogosphäre darüber gesprochen wird, in der freien Unternehmerlandschaft ist das leider immer noch nicht so. Zur Diskussion: ja, ich denke, alle haben Recht. Grundsätzlich ist Krititk immer ein gutes Zeichen, denn da macht sich doch jemand die Mühe, schriftlich (oder auch mündlich) auf etwas zu reagieren, ganz gleich, was seine Gründe dafür sind, es muss ihn so sehr bewegen, dass er etwas dazu sagen möchte. Finde ich sehr positiv! Damit wird uns eine Chance gegeben, das Blog, das Verhalten, das Produkt, was auch immer zu optimieren und mal ganz ehrlich, wo bekommt man eine solche Analyse schon kostenfrei? Richtig, über Reklamationen. Nun weiß natürlich nicht jeder Beschwerdeführer um Netiquette und das Soft Skill der Feedbackgebung. Ist nicht schlimm. Sofern also die Beschwerde noch sachlich -also nicht unter der Gürtellinie ist- würde ich immer reagieren und zwar interessiert und offen aber nicht devot und schleimig und ich würde mich bei dem Kunden, Leser, Schreiber bedanken, denn wie schon erwähnt, die Mühe muss man sich erst Mal machen, nun aber versuchen, dem Kunden(resp. Leser…) zu helfen, warum stört ihn, was ihn stört, was hätte er gern an Wiedergutmachung, wie können wir ihm gerecht werden? Was ist seine Lösung für die aufgezeigte Situation. reps. „was kann ich tun, um Sie wiederzugewinnen?“ Gruß aus dem Ruhrpott