Macht Selbständigkeit glücklich?

Macht Selbständigkeit glücklich?

Bist Du unzufrieden mit deiner Arbeit? Träumst Du auch davon, dich beruflich zu verändern und würdest Du viel lieber dein eigener Chef sein?

Immer wieder begegne ich  Menschen, die unzufrieden sind, vor allem unzufrieden in ihrem Job. Am liebsten würden sie nicht mehr hingehen, einfach eines Morgens im Bett liegen bleiben oder ganz woanders hinfahren, nur nicht zur Arbeit. Tagein, tagaus derselbe Trott, das frustriert diese Leute und sie machen nur noch Dienst nach Vorschrift.

Wer sich in so einer Situation befindet und sich eher widerstrebend als motiviert zum Arbeitsplatz schleppt, träumt oft von einem ganz anderen Job mit mehr Freiheiten oder von der Selbständigkeit.

Die Selbständigkeit als Idealbild

Die Selbständigkeit wird zum Idealbild der Selbstverwirklichung erhoben, endlich sein eigener Chef sein, sich nichts mehr sagen lassen müssen. Selbst entscheiden, was man tut und was man lässt und seine wertvolle Zeit so einteilen, wie man es für richtig hält.

Aber als Selbständiger keinen Chef mehr zu haben ist meistens nur eine Illusion. Denn genau genommen hast Du als Selbständiger viele Chefs, nämlich deine Kunden. Anstelle eines Chefs stellen nun deine Kunde für ihr gutes Geld gewisse Ansprüche und haben Forderungen, denen Du gerecht werden solltest, wenn Du Geld verdienen willst.

Bei den Meisten bleibt es beim Traum selbständig zu sein, aber einige wagen tatsächlich den Sprung in die Selbständigkeit in der Überzeugung so ihr Glück zu finden und endlich zufrieden zu sein. Eine Romantisierung der Selbständigkeit ist gefährlich, man sollte schon ganz genau wissen, was man tut und noch mehr, was einen erwartet.

Keine falschen Erwartungen entwickeln!

Es reicht nicht, nur zu wissen was man nicht will, nämlich seinen bisherigen Job nicht mehr zu machen, sondern man muss auch wissen, was man will. Das ist überhaupt das A und O, nur wer eine genaue und realistische Vorstellung davon hat, wie seine selbständige Zukunft aussehen soll und genau plant, wird letztendlich Erfolg haben. Wer sich dagegen mit vagen Vorstellungen Hals über Kopf in die Selbständigkeit stürzt, wird dementsprechend auf die Nase fallen.

Wenn die Selbständigkeit nicht glücklich macht

Im Folgenden beschreibe ich dir einen Weg in die Selbständigkeit, wie Du ihn nicht gehen solltest: Stell dir vor, Du hast deinen Job satt und träumst davon dich mit einer Arbeit selbständig zu machen, mit der Du dich bereits gerne in deiner Freizeit befasst. Kurz gesagt, warum nicht das Hobby zum Beruf machen? Soweit ist das keine schlechte Idee – immerhin bist Du dir dabei schon einmal sicher, dass Du die Arbeit gerne machst. Aber wie sieht diese Arbeit aus, wenn Du sie in deiner Selbständigkeit machen musst um Geld zu verdienen?

Viele sind sich nicht klar darüber, dass es etwas völlig anderes ist, eine Tätigkeit nur zum Spaß auszuführen, oder diese Leistung tagtäglich erbringen zu müssen, auch wenn gerade keine große Lust vorhanden ist. Hinzu kommt das ganze Drumherum, es ist ein gewaltiger Unterschied etwas so zu machen, wie man gerade denkt oder aber gewisse Richtlinien einhalten zu müssen, weil Kunden das so erwarten.

Nehmen wir zum Beispiel die Erstellung einer Website. Hin und wieder Zuhause an einer Website zu basteln macht Spaß und entspannt, aber eine Website für einen Kunden zu erstellen ist ein umfangreiches Projekt. Dazu gehören nicht nur die eigentliche Erstellung der Website, sondern unter anderem auch die Auseinandersetzung mit dem Kunden, das Schreiben einer Dokumentation, natürlich die übliche Büroarbeit und noch vieles mehr. Vielen ist einfach nicht bewusst, dass die Selbständigkeit nicht nur auf die Lieblingsarbeit beschränkt ist, sondern auch viele Dinge hinzukommen, die einem nicht liegen oder auch erst aufwendig erlernt werden müssen.

Wenn sich also jemand mit der rosaroten Brille auf der Nase selbständig macht, dann lässt sich sagen, dass derjenige wahrscheinlich mit der Selbständigkeit nicht glücklich wird. Ganz einfach weil die falschen Erwartungen nicht erfüllt werden und sich schnell Überforderung und Frustration einstellen können.

Wann macht Selbständigkeit glücklich?

Um in der Selbständigkeit erfolgreich und glücklich zu sein solltest Du folgende Punkte beachten:

Informiere dich bereits vor der Selbständigkeit umfassend über deine Möglichkeiten. Das bedeutet nicht nur auszuloten welcher Bereich erfolgversprechend ist und optimal zu dir passt, sondern auch, woher Du finanzielle Mittel, Zuschüsse und andere Förderung erhalten kannst. Informationen erhälst Du zum Beispiel vom Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Eine sorgfältige Planung ist das A und O. Weißt Du genau, was zu tun ist und hast Du dich und dein Unternehmen zumindest für die Anfangsphase finanziell gepolstert, so kannst Du die ganze Sache beruhigter und konzentrierter angehen. Die Risiken sind dann überschaubar, negativer Stress und Überforderung werden minimiert.

Träumen ja, aber dabei realistisch bleiben. Konkrete und vor allem machbare Ziele setzen, damit es nicht zum Versagen, zu Frustration und letztendlich zur Aufgabe kommt. Natürlich ist Erfolg ohne neue Ideen und Visionen kaum denkbar, aber das ist etwas ganz anderes als vage Tagträumereien ohne handfeste Ziele. Innovation und Ideen sind selbstverständlich gewollt und ausgesprochen wichtig, die rosa Brille ist es dagegen nicht.

Letztenendes muss dir die Selbständigkeit auch liegen. Viele haben Probleme mit der nötigen Selbstdisziplin. Es gibt niemanden, der dich zu Höchstleistung anspornt, das musst Du ganz allein schaffen. Selbständigkeit bedeutet nicht, nur hin und wieder etwas zu tun wenn Du gerade Lust hast. Im Gegenteil, selbständig bist Du 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Frage dich also selbst: Bist Du bereit für die Selbständigkeit?

Wenn Du Herausforderungen liebst, dich selbst organisieren kannst, motiviert  und eigenverantwortlich arbeitest, dann kann dich die Selbständig wirklich glücklich machen.

Fazit

Die Antwort auf die Frage, ob Selbständigkeit glücklich macht, ist Ja und Nein. Die Selbständigkeit muss zu dir passen. Einige blühen in der Selbständigkeit regelrecht auf, arbeiten mit Feuereifer und schaffen jede Hürde. Andere Menschen wiederum sind zu unsicher in ihren Entscheidungen und fühlen sich schnell überfordert, diesen Menschen beschert die Selbständigkeit eher kein Glück.

Wie sieht es bei dir aus? Bist Du selbständig und glücklich damit oder planst Du die Selbständigkeit und versprichst dir davon, endlich beruflich glücklich zu sein?

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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