Sei kein Statistikjunkie oder warum dich Statistiken als Blogger ausbremsen

Sei kein Statistikjunkie oder warum dich Statistiken als Blogger ausbremsen

Ich gebe es zu, ich bin ein Fan von Statistiken und das nicht erst seit meiner ersten Website im Jahr 2001. Während Statistiken im privaten Bereich mehr eine Spielerei waren, haben mich Erhebungen und Nachweise als Webmaster geradezu gefesselt.

Es war einfach ein geiles Gefühl zu sehen wie sich Besucherzahlen zum Positiven veränderten, Verweise von anderen Blogs stiegen und mein passives Einkommen in den verschiedenen Netzwerken wuchs. Doch es gab auch Tage an denen ich den Blick für das Wesentliche verlor – meinem Tagesgeschäft.

Die Menschen lieben Statistiken

Natürlich war ich mit meinem Hang zur Auswertung von Statistiken nicht alleine. Der Mensch liebt Statistiken und gerade Anfänger im Bereich Bloggen widmen sich gerne den Zahlen, die von Google Analytics oder anderen Trackingtools geliefert werden.

Statistiken sind jedoch nicht nur für die eigene Erfolgskontrolle wertvoll, sondern dienen auch der Leserbindung. Wenn Du dich auf den unterschiedlichsten Blogs umschaust, wirst Du feststellen, dass viele Blogger gerne mit Statistiken kokettieren und Blogartikel immer wieder mit Statistiken aufpeppen. Auch ich verwende hin und wieder Statistiken, z.B. von statista.com um meine Blogartikel aufzuwerten.

Statistiken können Zeitfresser sein

Statistiken sind ein wichtiges Mittel für jeden Blogger für die Erfolgsermittlung und die regelmäßige Auswertung sollte zum Tagesgeschäft gehören. Problematisch wird es, wenn die Hauptarbeit immer wieder liegen bleibt um „schnell“ nach den aktuellen Zahlen zu schauen. Solche Unterbrechungen schaden deinem Workflow auf vielfältige Weise.

  • Aus „schnell“ oder „kurz“ werden über den Monat einige Stunden
  • Die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe geht verloren
  • Das „Reindenken“ in die Tagesaufgabe benötigt erneut Zeit
  • Du erledigst plötzlich ganz andere Dinge, weil dir was in den Statistiken auffällt
  • Schlechte Tageszahlen können entmutigend wirken

Statiskiken können Zeitfresser sein

Der Fluch der regelmäßige Kontrolle betrifft gerade Blogger, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Doch gerade als Einsteiger solltest und musst Du dich auf deine Kernarbeiten konzentrieren.

Verzichte am Anfang auf Statistiken

Solltest Du diesen Artikel lesen und noch am Anfang deiner Bloggerkarriere stehen, solltest Du in den ersten Wochen komplett auf Statistiken verzichten und deine Arbeitskraft einzig und alleine dem Aufbau deines Blogs widmen. Die Erfahrung zeigt, dass gerade in der Anfangszeit sich sowieso kaum Leser auf deinen Blog verirren und Zahlen kaum eine Aussagekraft besitzen. Ehe Du dich den Statistiken widmest, gibt es wichtigere Aufgaben zu erledigen.

  • Schreibe genügend Artikel um eine Basis für deinen Blog zu haben
  • Sorge für ein ansprechendes Design, evtl. durch ein Premiumtheme
  • Arbeite dein Alleinstellungsmerkmal als Blogger heraus
  • Versuche dich mit anderen Bloggern zu vernetzen
  • Arbeite an der Performance und Usability deines Blogs
  • uvm.

Es gibt vom Start weg einiges zu tun, die Auswertung von Statistiken gehört, wenn überhaupt, in die zweite Reihe.

Setze dir feste Zeitpunkte für die Kontrolle deiner Arbeit

Es wird jedoch der Zeitpunkt kommen an dem es auch für deinen Blog wichtig wird entsprechende Auswertungen vorzunehmen. Wenn es soweit ist, solltest Du jedoch nicht wild und frei zur Erfolgskontrolle greifen und Statistiken auswerten, sondern dir einen festen Zeitpunkt und Zeitraum wählen.

Setzte dir feste Zeitpunkte für die Kontrolle deiner Arbeit

In welchem Umfang Du dein Zeitkontingent wählst, ist selbstverständlich dir überlassen. Bei Blogsheet schaue ich mir jeden Tag einmal alle Statistiken an. Bei anderen Projekten betrachte ich maximal einmal die Woche die Zahlen. Hier habe ich meinen eigenen Workflow geschaffen um ein maximales Ergebnis zu erhalten.

Ein kleiner Tipp zu Google Analytics

Google Analytics (GA) ist bei den meisten Bloggern das Statistiktool der ersten Wahl. GA bietet eine Vielzahl an Tracking- und Analysemöglichkeiten, ist kostenlos und hat eine sehr gute Performance. Über Nachteile wie Datenschutz oder die Hoheit über die eigenen Daten, müssen wir uns an dieser Stelle nicht weiter auslassen.

Diese Nachteile sind den meisten Bloggern sicher hinlänglich bekannt. Solltest Du zu der Gruppe Blogger gehören, die GA nutzen, ist es für dich eventuell eine Überlegung wert, anstatt regelmäßig selbst nach deinen Statistikreports zu schauen, dir diese zusenden zu lassen. Vielen Bloggern ist diese Möglichkeit nicht bekannt, bietet aber eine gute Möglichkeit sich selber zu organisieren.

So sendest Du dir die GA-Reports per Mail zu

Als erstes loggst Du dich in deinen GA-Account ein und wählst aus deiner vorhandenen Kontenliste das gewünschte Konto aus. Du solltest dann per Standard im Menüpunkt „Berichte“ sein. Dort findest Du unter der Überschrift „Besucherübersicht“ den Menüpunkt E-Mail.

Abbildung 1.1 - Besucherübersicht

Abbildung 1.1 – Besucherübersicht

Einfach anklicken und es eröffnen sich weitere Optionen.

  • Trage die Mailadresse ein, an die der Report gesendet werden soll
  • Wähle das Dateiformat aus, z.B. .csv, .pdf oder Excel
  • Stelle die Häufigkeit ein und den Wochentag wann Du den Report haben möchtest
  • Wähle wie lange die Einstellungen aktiv sein sollen
  • Je nach Bedarf kannst Du noch eine Mitteilung eintragen

Auf „senden“ klicken und ab jetzt wird dir regelmäßig ein Bericht zugesendet, ohne dass Du dich noch aktiv darum kümmern musst.

Abbildung 1.2 - Report per Mail zusenden

Abbildung 1.2 – Report per Mail zusenden

 

Diese Vorgehensweise funktioniert nicht nur für die Besucherübersicht, sondern auch für alle anderen Statistiken, die dir von GA zur Verfügung gestellt werden.

Das Fazit zu Statistiken als Blogger

Wie bereits erwähnt, sind Statistiken ein wichtiges Mittel zur Erfolgskontrolle. Gerade wenn Du als Blogger mit deiner Dienstleistung Geld verdienen möchtest, kommst Du um die regelmäßige Auswertung deiner Daten nicht herum. Jedoch solltest Du dich nicht in der Auswertung verlaufen, sondern dein Augenmerk auf die Kerngeschäfte legen. Ansonsten kann es passieren, dass Statistiken für dich als Blogger ein echter Zeitfresser werden.

Wie handhabst Du deine Auswertungen? Hast Du dich auch dabei erwischt immer mit einem Auge auf den Zahlen zu schielen, oder juckt dich das Thema überhaupt nicht?

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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