Warum Teamarbeit bei vielen so unbeliebt ist

Warum Teamarbeit bei vielen so unbeliebt ist

In der heutigen Zeit wird von jedem Teamfähigkeit erwartet, diesen Softskill hat praktisch jeder Personalmanager ganz oben auf seiner Liste stehen und Bewerber, die lieber alleine arbeiten kommen für einen freien Posten gar nicht erst in Frage.

Selbstverständlich sind wir alle außerordentlich teamfähig, genauso wie wahrscheinlich viele von uns als negative Eigenschaft beim Bewerbungsgespräch so etwas wie Perfektionismus angeben würden.

Wenn man einen Job haben möchte macht man fast alles, auch im Team arbeiten wenn es unbedingt sein muss und wie wir alle wissen, man kommt auch nicht drum herum. Aber warum arbeiten einige so ungern im Team oder hassen Teamarbeit sogar?

Teamarbeit ist Zeitverschwendung

Grundsätzlich betrachten viele die unzähligen Teammeetings als Zeitverschwendung. Stundenlange Gespräche und Diskussionen nur um endlich zu irgendeinem vorläufigen Ergebnis zu kommen. Oder sich mit halbgaren Lösungen rumschlagen müssen, die beim nächsten Meeting sowieso wieder über den Haufen geworfen werden. Manchmal verlässt man das Treffen auch gänzlich ohne einen Plan, da entweder niemand eine Entscheidung treffen konnte oder eine Einigung nicht möglich war.

Das ist der Punkt an dem die Aussage getroffen wird, dass Teams einfach nur ein Hemmschuh sind und man allein erheblich zielgerichteter und effizienter arbeiten könne. Das ständiges Besprechen und Auseinandersetzen mit anderen nervt und hält nur von der Arbeit ab.

Die Chemie im Team stimmt nicht

Ausschlaggebend für den Unwillen im Team zu arbeiten sind natürlich auch unpassende Teamkollegen. Wenn man sich nicht leiden kann, wie soll man dann zusammen produktiv sein? Das schwierige in so einer Situation ist, dass man schlecht zum Vorgesetzten gehen und verlangen kann  alleine arbeiten zu dürfen weil man mit den Kollegen nicht so gut zurecht kommt. Das wirkt erstens unprofessionell und zweitens, wie oben beschrieben, Teamfähigkeit ist oberste Voraussetzung.

Das Team ist die Bühne für die Alphatiere

Oft sind es auch ganz bestimmte Eigenschaften der Menschen, die im Team zum Vorschein kommen, die einem die Freude am Teamwork vergällen. Wenn dominante Mitarbeiter die Teambesprechungen hauptsächlich dazu nutzen sich hervortun. Sie bestimmen wo es lang geht, sie wissen über alles genauestens und auch am besten Bescheid, haben sowieso als einzige den vollen Durchblick und sind grundsätzlich unverzichtbar. Sie stehen in der Regel so im Mittelpunkt, dass andere von vornherein zurückhaltender sind, deshalb kommen vor allem ihre eigenen Ideen zum Tragen.

Im Team geht man unter

Die andere Seite bilden die ruhigen Vertreter. Da sind zum einen die zurückhaltenden und eher unsicheren Teamkollegen. Die zwar Ideen haben und intensiv mitarbeiten würden, aber gegenüber dominanteren und lebhafteren Mitarbeitern Schwierigkeiten haben sich Gehör zu verschaffen. Sie sind leise, werden kaum beachtet und gehen in der Gruppe unter.

Sollte dieser Typ Mitspieler es dennoch schaffen eine Idee einzuwerfen, die tatsächlich einmal registriert und aufgegriffen wird, so ist es oft so, dass der Urheber schnell vergessen wird. Im Laufe der Diskussion wird die Idee plötzlich einem anderen zugeordnet und das ist natürlich sehr frustrierend für den eigentlichen Ideengeber.

Das Team ist die ideale Hängematte für Faule

Weiterhin gibt es die Energiesparer, die ganz nach dem Motto „TEAM – toll ein anderer machts“ ruhig abwarten, bis die Teamkollegen die Arbeit erledigt haben. Bei Bedarf tut diese Spezies so, als ob er selbst auch hart an der Lösung arbeiten würde, schont aber die meiste Zeit seine eigenen Ressourcen. Im Gegensatz zu den stillen Kollegen, die sich nur nicht durchsetzen können, haben diese Faulpelze meist gar keine Ideen und liefern auch keinen nützlichen Beitrag. Sie leben von den Bemühungen der anderen und profitieren zum Schluss vom Erfolg der Teamarbeit und  der Anerkennung, die das Team nach getaner Arbeit erhält.

Teamleistung ist nichts wert

Ein weiteres Problem ist für viele auch die noch immer weit verbreitete Denkweise in den Unternehmen. Es wird immer noch die Leistung eines Einzelnen viel mehr gewürdigt als die Leistung eines Teams. Wenn nicht offiziell, dann doch im Stillen. In den Köpfen der Kollegen und vor allem in denen der Vorgesetzten bleiben persönlichen Leistungen viel deutlicher in Erinnerung. Deshalb arbeiten viele lieber allein, damit ihre Arbeit und ihre Erfolge auch deutlich wahrgenommen werden und sie die Anerkennung erhalten, die sie verdienen.

In eingefahrenen Teams sind es auch immer die gleichen, die die Leistung bringen und das Team profitiert davon. Diese Leistungsträger fühlen sich ausgenutzt und ihre Leistung geschmälert, sie sehen sich um einen Teil der ihnen gebührenden Anerkennung betrogen, Frust baut sich auf.

Fazit:

Es ist einfach eine Gruppe von Leuten zusammenzustellen, Aufgaben an sie zu delegieren und sie zur Zusammenarbeit zu „verdonnern“. Ein Team ist so eine Gruppe aber dann noch lange nicht. Ein wirklich funktionierendes und erfolgreiches Team aufzubauen gehört mit zu den schwierigsten Aufgaben überhaupt und sollte am Besten erfahrenen Teamleitern überlassen werden.

Was stört dich am Team? Welche Erfahrungen hast Du mit Teams und der Teamarbeit gemacht?

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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