Was Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen

Was Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen

Kurz bevor es mit uns zu Ende geht, fangen viele Menschen an zu bedauern. Denn im Zwang der gesellschaftlichen Richtlinien und dem berühmten Hamsterrad bleibt für viele Menschen keine Zeit für eine individuelle Entwicklung.

Im Zuge meiner Recherche im Internet bin ich auf einen Bericht aus dem Jahr 2011 gestoßen, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Auch wenn der Artikel schon älter ist und damit einigen schon bekannt sein sollte, war es mir ein Bedürfnis einen eigenen Blog-Artikel dazu schreiben.

„Top Five Regrets of the Dying“ – „Die Top Fünf des Bedauerns von Sterbenden“

Die Australierin Bronnie Ware begleitete und betreute kranke Menschen als Palliativpflegerin in ihren letzten Tagen und Wochen. Über die Jahre stellte sich heraus, dass die meisten Menschen in der Regel immer wieder die 5 gleichen Dinge kurz vor ihrem Tode bedauerten.

Diese Erkenntnis veröffentlichte Ware auf ihrem Blog und sie verbreitete sich anschließend wie ein Lauffeuer. Das Interesse war so groß, dass sich ein Verlag dafür interessierte und schlussendlich veröffentlichte Bronnie Ware das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“*, welches weltweit zum Bestseller avancierte.

Buchtipp: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Das Buch spaltet jedoch die Lager, von „katastrophal“ bis hin zu überschwänglichen Lobeshymnen sind alle Meinungen vertreten. Im folgenden nun die Fünf Themen des Bedauerns von Sterbenden, jedoch nur als Überschrift und mit meiner persönlichen Sicht der Dinge. Das Original gibt es als Quellenangabe am Ende dieses Blogartikels.

Statista: Ältere Menschen: Wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?

Ich wünschte, ich hätte mein wahres Ich mehr ausgelebt, nicht so gelebt, wie andere es von mir erwartet haben

Wenn ich mich an Gespräche mit Klassenkameraden, Kollegen, Bekannten und Freunden erinnere, dann ist dieser Punkt wirklich ein Basisproblem in unserer Gesellschaft. Wir leben unser Leben nach Regeln und Normen, die uns von anderen aufgezwungen werden.

Auch ich erhielt nicht nur positives Feedback als ich 2010 mit 36 Jahren meine Fachhochschulreife auf der Abendschule nachholte und mit 38 Jahren ein Studium der Wirtschaftsinformatik begann. Die typischen Aussagen waren:

  • Warum tust Du dir das noch an?
  • Das hast Du doch gar nicht mehr nötig!
  • Du hast doch eine gute Ausbildung
  • Dafür bist Du doch zu alt
  • Das lohnt sich finanziell gar nicht mehr

Doch für mich war es immer ein Bedürfnis zu studieren. Ich wollt mir einfach beweisen, dass ich dazu in der Lage bin (Ja, ja das Ego) aber auch um einen Plan B in der Tasche zu haben, falls meine Selbständigkeit scheitern sollte. Wenn mich mittlerweile Menschen fragen, warum ich in meinem Alter noch studiere, lautet meine Antwort grundsätzlich: „Weil ich es kann!“.

Ich denke andere Menschen wollen einem die Dinge nur madig machen, weil sie selbst nicht den Mut haben ihre Komfortzone zu verlassen um unbequeme Wege zu gehen. Meiner Meinung nach haben diese Menschen vor sich und ihrem Leben kapituliert.

Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet

Diese Aussage hat mich besonders nachdenklich gemacht. Auch ich arbeite tatsächlich zu viel. Wie sollte ich sonst auch Studium und Selbständigkeit unter einen Hut bringen? Selbst vor dem Studium waren 12-14 Stunden Tage dank der Selbständigkeit keine Seltenheit.

Doch zum Glück ist mir dieser Fakt schon seit Jahren bewusst und ich weiß, dass die Zeit der vielen Arbeit nur ein kleiner Abschnitt ist den ich gehen muss. Ich habe mir diesen Weg schließlich bewusst ausgesucht und warum sollte ich dann klagen? Belüge ich mich an dieser Stelle selbst? Nein mitnichten, ich hoffe nur, dass ich noch 50-60 Jahre lebe und nicht in Kürze die Hufe hebe und dann auch bereuen muss.

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine wahren Gefühle auszudrücken

Ein Punkt den ich wohl nie bereuen werde. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, im Guten wie im Schlechten. Wenn mir etwas gegen den Strich geht, kommuniziere ich das und wenn es sein muss auch in der Lautstärke eines Düsenjets.

Mir ist es egal ob mich andere Menschen in dem Augenblick mögen oder nicht. Ich halte es mit dem beliebten Zitat von Konrad Adenauer: „Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“.

Nur Mut zu wahren Gefühlen

Ich wünschte, ich hätte mehr Kontakt zu meinen Freunden gewahrt

Zwar ist der Kontakt etwas weniger innig durch den Umzug in eine neue Stadt, aber das ist der Lauf der Dinge. Wie Franz Beckenbauer einst trällerte: „Gute Freunde kann niemand trennen…“ und so sind gute Freund halt auch dann da, wenn man sich einige Monate mal nicht sieht.

Um den Kontakt aufrechtzuerhalten gibt es in der heutigen Zeit zum Glück immer noch das gute alte Telefon, aber auch Facebook & Konsorten. Bei diesem Punkte hoffe ich also friedlich einschlafen zu können und nichts zu bereuen.

Ich wünschte, ich hätte mir selbst mehr Glück zugestanden

Laut den Erfahrungen von Bronni Ware haben die meisten Menschen an der Schwelle des Abschieds meist damit gehadert, dass ihnen fremde Meinungen zu wichtig waren. Sie lachten zu wenig und alberten kaum rum. Es galt den Schein nach außen zu bewahren.

Ich denke, dass ein wenig mehr Humor und weniger Stock im Allerwertesten vielen Menschen gut tun würde. Auch hier haben wir es eher mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun, das auf die einzelnen Individuen einwirkt. Ich denke auch hier darf ich mit mir recht zufrieden sein.

Befreie Dich von gesellschaftlichen Zwängen und gestehe Dir mehr Glück zu

Was Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen – Das Fazit

Das Leben ist kurz und viele Menschen vergeuden ihre Jahre mit Dingen die nur kurzfristig ein Glücksgefühl hervorrufen. Andere geben sich ihrem Schicksal und gesellschaftlichen Normen und Gesetzen hin. Schließlich gilt der/die Einzelne schnell als egoistisch, ethisch fragwürdig oder nicht gesellschaftsfähig. Platz für das persönliche Glück ist heute kaum noch und scheinbar nur für eine auserwählten Gruppe zugänglich.

Gibt es Dinge die Du bereuen würdest, oder hast Du bisher alles richtig gemacht? Ich freue mich auf deinen Beitrag und Meinung.

Weitere Quellen zum Thema:

Inspiration and Chai, der Blog von Bronnie Ware – REGRETS OF THE DYING

Frankfurter Allgemeine – Protokoll des Lebens

Die Welt – Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bedauern

DERWESTEN – Was Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

2 Comments

  • Silke

    8. April 2014

    Hallo Andy,

    es gibt andere, sehr viel lesenswertere Bücher zu diesem Themenbereich – z.B.:
    „Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben“
    „Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen“
    „SPIEGEL WISSEN 4/2012: Abschied nehmen“
    „Noch mal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben“

    …falls Du überlegst, doch noch etwas in dieser Richtung lesen zu wollen.

    LG Silke

  • Andreas Meyhöfer

    8. April 2014

    Hallo Silke,

    vielen Dank für die Tipps!

    LG Andy