7 Ausreden warum manche Chefs nicht delegieren (können)

7 Ausreden warum manche Chefs nicht delegieren (können)

Es gibt vielfältige Gründe, warum es manchen Selbständigen oder Unternehmer schwerfällt seine Mitarbeiter zu delegieren. Bei manchen Chefs ist es Unsicherheit, andere vergessen einfach, dass sie Aufgaben weiter geben könnten und wieder anderen fehlt das nötige Vertrauen in ihre Mitarbeiter. Dabei ist richtiges Delegieren von Aufgaben wichtig für den Erfolg eines Projektes und letztendlich für den Erfolg des Unternehmens insgesamt.

Zu einer Führungsposition und einer guten Mitarbeiterführung gehört es dazu, vernünftig Delegieren zu können. Jedoch sind viele Selbständige und Start-Ups nicht unbedingt in der Mitarbeiterführung geschult. Sie sind zwar Profis in ihrem jeweiligen Fach oder Handwerk, müssen sich aber oft das Drumherum, welches zu jedem Unternehmen gehört, im Laufe der Zeit selbst erarbeiten. Schauen wir uns in unserer heutigen Liste der Woche einmal die Gründe, oder besser Ausreden an, warum es bei manchen Unternehmern mit dem Delegieren nicht so richtig klappt.

1. Ich will auf Nummer Sicher gehen

Du kannst nur sicher sein, dass etwas richtig gemacht wird, wenn Du es selbst machst. Das ist mit die häufigste Begründung, die manche Chefs vorbringen. Diese Einstellung jedoch zeugt von mangelndem Vertrauen in die Mitarbeiter bzw. von mangelndem Zutrauen in die Leistungsfähig anderer Menschen. Außerdem vergisst der Chef dabei oft, dass er selbst auch nur ein Mensch ist und deshalb auch ihm Fehler unterlaufen können.

„Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.“ Georg Christoph Lichtenberg

2. Ich kann das schneller und besser

Diese Ausrede ist der obigen sehr ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass jetzt nicht mehr davon ausgegangen wird, dass der Mitarbeiter Fehler macht. Sondern der Chef glaubt, dass derjenige nur nicht schnell genug ist und nicht den optimalen Weg nimmt. Leider fördert diese Haltung nicht die Entwicklung des Mitarbeiters, der möglicherweise mit ein wenig mehr Zutrauen seitens des Vorgesetzten und mit ein wenig Übung lernt genauso effizient die Aufgaben zu erledigen wie der Chef selbst.

3. Erklärungen dauern länger als die eigentliche Aufgabe

Glaubst Du auch, dass Du immer erst ellenlang erklären musst, wie eine Arbeit zu erledigen ist. Denkst Du, dass bei deinem Mitarbeiter ohnehin der Knoten nicht platzt oder die Aufgabe für denjenigen sowieso zu schwierig ist. Deshalb scheint es für dich einfacher die Aufgabe schnell selbst zu erledigen um die Zeit zu sparen. Aber denke einmal genau nach –  ist es tatsächlich so, dass die Intelligenz deines Mitarbeiters nicht ausreicht? Oder kann es nicht eher sein, dass Du deine Ausführungen nicht so deutlich und klar formulieren kannst, dass sie einwandfrei verstanden werden. Oder ist dir vielleicht selbst nicht ganz klar, was Du von deinem Mitarbeiter überhaupt erwartest und kannst deshalb keine deutlichen Anweisungen geben?

4. Meine Mitarbeiter sind bereits voll ausgelastet

Wenn Du meinst, dass dein Team immer beschäftigt ist und keine Luft mehr hat weitere Aufgaben zu übernehmen, dann solltest Du dir Gedanken über die Arbeitsaufteilung machen. Vielleicht müssen die Aufgaben anders verteilt werden, oder Du sollten gar neue Mitarbeiter einstellen. Es könnte auch sein, dass dein Team zwar ausgelastet ist, aber möglicherweise nicht nur mit Aufgaben für das Unternehmen. Eine Überarbeitung der Aufgabenorganisation lohnt sich fast immer.

5. Meine Mitarbeiter haben nicht das nötige Wissen

Wenn es Aufgaben im Unternehmen gibt, die nur Du allein bewältigen kannst, dann birgt das gewisse Risiken. Was ist, wenn Du einmal ausfällst und es gibt niemanden, der sich schnell genug in diese Projekte einarbeiten kann? Das Optimum in einem Team wäre es, wenn jeder alles könnte – das ist selten möglich, gerade in großen Teams mit komplexen Projekten. Aber Du kannst dafür sorgen, dass es in der Regel immer jemanden gibt, der einspringen kann. Bilde deine Mitarbeiter weiter, so dass im Notfall keine wichtige Aufgabe liegen bleiben muss.

6. Wenn ich etwas delegiere bleibt woanders etwas liegen

Wenn Du in der Regel einen guten Überblick über die Auslastung deines Teams hast, dann brauchst Du dir um diesen Punkt normalerweise keine Gedanken machen. Ein guter Chef ist in der Lage Aufgaben so zu delegieren, dass jeder gut ausgelastet ist, aber keinesfalls überfordert. Natürlich kannst Du dich in der Hinsicht auch einmal verschätzen, manchmal kann man nicht alles bis ins kleinste Detail wissen. Deshalb solltest Du zusätzlich dafür Sorge tragen, dass deine Mitarbeiter immer deutlich sagen, wenn sie einen Auftrag nicht mehr schaffen können. Nur dann kann gemeinsam eine Lösung gefunden werden und nichts muss liegen bleiben.

7. Ich werde dafür bezahlt

Manch ein Vorgesetzter oder Teamleiter glaubt noch, dass er dafür bezahlt wird die Arbeit selbst zu machen. Das passiert leicht, wenn derjenige frisch in eine Führungsposition erhoben wird. Wenn Du daran gewöhnt bist deine Arbeit selbst zu machen übersiehst Du leicht, dass sich die Anforderungen an dich geändert haben. Du wirst nicht dafür bezahlt, dass Du die Arbeit machst, sondern dafür, dass die Arbeit gemacht wird. Das ist ein großer Unterschied. Selbstverständlich heißt das nicht, dass Du als Teamleiter alle Arbeiten von dir schiebst und die Hände in den Schoß legen kannst. Die Leitung zu übernehmen, in jeder Situation den Überblick zu behalten, das Team effektiv anzuleiten und Aufgaben sinnvoll zu verteilen ist zusammen mit der ganzen Verantwortung eine nicht zu unterschätzende Anforderung.

Wenn Du mehr Informationen zum Thema möchtest, dann hol dir das Buch:

Loslassen für Führungskräfte: Meine Mitarbeiter schaffen das

Fazit zu Ausreden warum manche Chefs nicht delegieren (können)

Als Chef solltest Du deinen Mitarbeitern soweit vertrauen, dass Du guten Gewissens Aufgaben an dein Team delegieren kannst. Wenn Du alles immer selber machen willst und nicht abgeben kannst, machst Du dir das Arbeitsleben bzw. deine Selbständigkeit nur schwerer als sie sein müsste. Unnötiger Stress und Überforderung sind dann meist nicht fern. Eine gute Mitarbeiterführung kommt auch dem Teamleiter zugute.

Wenn Du noch weitere Ausreden kennst, die Chefs gerne vorbringen um keine Aufgaben abgeben zu müsssen, dann immer her damit.

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Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment

  • Thomas B.

    5. Juni 2013

    Das delegieren ist wie beschrieben oftmals ein großes Problem. Jedoch jeder Vorgesetzte bzw. Chef sollte sich diesem Thema stellen.

    In diesem Zusammenhang sollte man sich als Vorgesetzter bzw. Chef auch mit dem Instrumentarium der Kontrolle beschäftigen. Denn durch die Kontrolle von Abläufen bzw. Erfolgskontrolle von Aufgabenstellungen kann man das entsprechende eigene Vertrauen aufbauen um weiter delegieren zu können.

    Also delegieren und Kontrolle sind aus meiner Sicht eng miteinander verknüpft.