Wieviele Blogs oder Websites sollten monetarisiert werden?

Ist eine Website besser oder viele Websites – die Fortsetzung

Klasse statt Masse oder lieber Masse statt Klasse?

Im vorhergehenden Artikel haben wir bereits erörtert, wie sinnvoll es ist mehrere Websites oder Blogs zu betreiben und einige Vorteile und Nachteile herausgearbeitet.

Der heutige Artikel ist die Fortsetzung dazu. Diesmal geht es mehr um die Auswirkungen auf den Inhalt der Blogs bzw. Websites und den wiederum daraus resultierenden Effekten auf die möglichen Einnahmen.

Legen wir los, was sollte man noch bedenken:

Spezialisierung

Wenn man mehrere Seiten betreibt, so kann ein großes Themengebiet in mehrere Bereiche unterteilt und jeweils eines dieser Unterthemen ausschließlich auf einem einzigen Blog behandelt werden.

Diese starke Spezialisierung bedeutet wiederum, dass Google diese Seite zu passenden Schlüsselwörtern oder Fragestellungen höher gewichtet als die Websites oder Blogs, die in diesem Thema breiter gefächert sind.

Höhere Gewichtung heißt besseres Ranking in den Suchtreffern und dementsprechend auch mehr Besucher.

Dadurch, dass alle Unterthemen zum Hauptthema behandelt werden – nur auf verschiedenen Blogs – hat man insgesamt trotzdem das komplette Themengebiet abgedeckt, sodass die Besucherzahl für das Thema insgesamt maximiert wird.

Der Nachteil dieser Spezialisierung könnte sein, dass der Blog für Stammleser irgendwann zu langweilig und unattraktiv wird, weil eben das Thema sehr eng gesetzt ist. Das heißt, für manche Leser ist es nach einiger Zeit im Kern immer dasselbe und sie können keinen Mehrwert mehr für sich herausziehen. Daraus folgt, dass diese Besucher nur noch sporadisch vorbei schauen oder ganz weg bleiben.

Chaos vermeiden

Eine relative Spezialisierung ist zu empfehlen, wenn man nur einen einzigen Blog oder Website pflegt. Hat man auf seinem Blog viele Themengebiete, weil man zum Beispiel viele Interessen hat oder einfach möglichst viele Bereiche abdecken möchte um seine Besucherzahl zu erhöhen, kann dass ganz schnell in frustrierender Unübersichtlichkeit und im schieren Chaos münden.

Dann sieht Google wahrscheinlich den betreffenden Blog eher als ein Sammelsurium von allem Möglichen an und nicht als eine wichtige Seite für bestimmte Suchanfragen, die hoch gelistet werden sollte.

Es wird also das Gegenteil von dem erreicht, was man beabsichtigt hatte: Sehr viele Suchbegriffe treffen zwar auf den Blog zu, nur ist dieser Blog zu den herrlich vielen Suchtreffern so weit unten gelistet, dass er praktisch nicht gefunden wird.

Also wenn es mehrere Themengebiete sein müssen und man möchte mit seinem Blog Geld verdienen, dann besser für jedes Themengebiet einen eigenen Blog oder Website einrichten.

Qualität des Inhalts

Wenn man nur einen Blog betreibt, so kann man sich natürlich voll und ganz auf diesen einen Blog konzentrieren. Das bedeutet in der Regel, dass auch die Qualität der Inhalte hoch gehalten werden kann, denn gerade als Einzelkämpfer hat man nur begrenzt Zeit, der Tag hat eben nur 24 Stunden. Auch die mentalen und körperlichen Ressourcen vervielfältigen sich nicht mit jeder neuen Website.

Wird ein Blog intensiv und mit viel Enthusiasmus gepflegt, der Mehrwert für den Leser im Fokus gehalten, so werden bei der entsprechenden Qualität auch entsprechend mehr Leser und Stammleser gewonnen. So ein alleinstehender Blog wird meistens auch persönlicher geführt, weil sich der Webmaster oft mehr damit identifiziert.

Das alles führt dazu, dass der Blog auf die Besucher anziehender wirkt und über den Blog bzw. den Blogger mehr gesprochen wird. Der Blog wird im Netz bekannter als eine beliebige andere unpersönliche Website und der Blogger macht sich so einen Namen.

Bei vielen Websites muss die zur Verfügung stehende Zeit aufgeteilt werden, es ist hoffentlich einleuchtend, dass ein Selbständiger allein mehrere Websites zusammen nicht auf die gleiche Qualitätsstufe bringen kann als wenn sich derjenige nur um eine Website kümmern müsste.

Viele Website zu managen kann folgende Auswirkungen haben: Die Websites oder Blogs sind unpersönlicher, von geringerer Qualität, haben dadurch weniger Anziehungskraft auf Besucher, daraus ergeben sich wiederum weniger Stammleser, der Webmaster macht sich eher keinen Namen denn man spricht weniger über die Site.

Die liebe Zeit

Seine Zeit auf mehrere Webprojekte aufzuteilen verringert grundsätzlich die Effektivität und mit jeder zusätzlichen Website wird es zunehmend schwieriger den Überblick zu bewahren.

Nicht nur für einen qualitativ hochwertigen Inhalt wird Zeit gebraucht, welche bekanntermaßen immer zu wenig vorhanden ist, auch für das ganze Drumherum.

Zum Drumherum gehört die technische Kontrolle und die funktionelle Überwachung der Website, regelmäßige Backups wollen gemacht und eventuelle Updates durchgeführt werden.

Kommen noch die ständigen Optimierungsmaßnahmen für die Suchmaschinen (SEO) hinzu, die auch nicht vernachlässigt werden dürfen, solcherlei Dinge wie Linkbuilding und natürlich die stetigen Bemühungen, die Website bekannt zu machen.

Das alles kostet Zeit, und nicht gerade wenig Zeit. Alleine nur die SEO-Maßnahmen für mehrere Websites können einen Vollzeitjob darstellen.

Die Fokussierung seiner wertvollen Zeit, Aufmerksamkeit und Fähigkeiten auf ein Webprojekt allein bedeutet für einen Selbständigen in der Regel nicht nur effektiveres sondern auch entspannteres Arbeiten.

Fazit:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Mittelweg am sinnvollsten ist. Zuerst solltest Du ein Blog, eine Website oder ein Projekt richtig aufbauen und festigen. Wenn das richtig gut läuft und sich Resourcen abknapsen lassen, ohne das die Nummer 1 leiden muss, dann kann das nächste Projekt angegangen werden, usw.

Es gibt sogenannte Klasse A Blogger, die mit ihrem Blog ausgesprochen erfolgreich und bekannt geworden sind. Man sollte sich die Frage stellen, ob diese Blogger das auch erreicht hätten, wenn sie sich nicht so intensiv – zumindest vorerst – auf nur einen Blog konzentriert hätten.

Ich denke, es ist auch einfach wichtig, sich nicht zu übernehmen. Wenn man sich zu viel zumutet, läuft man Gefahr letztendlich mit allen Projekten zu scheitern, weil nichts mehr vernünftig geschafft wird.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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