Stress, das Übel unserer Zeit

Stress, das Übel unserer Zeit – Ursachen und Symptome

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der man nicht nur permanent erreichbar sein muss, sondern auch immer am Puls der Zeit und auf dem neuesten Stand sein muss. Das bedeutet, Du musst schneller sein als der andere, es gibt nur den ersten Platz, der Rest ist uninteressant und wird als unbrauchbar klassifiziert. Gerade Selbständige und Unternehmer sind Stresskandidaten Nummer Eins. Wir leben in einer Zeit, die der ideale Nährboden für stressbedingte Krankheiten wie der Burnout ist.

Stress ist individuell und jeder Mensch reagiert anders darauf. Beim ersten äußert er sich in Kopfschmerzen, ein anderer hat mit Hautveränderungen zu kämpfen und manch einer bekommt sogar Tinitus oder Schlimmeres. Die Gesundheitsindustrie kann über mangelnde Kundschaft nicht klagen.

Was uns stresst

Die Ursachen für eine Stressreaktion können von Mensch zu Mensch vollkommen unterschiedlich sein. Der eine meistert eine Situation routiniert und selbstsicher während ein anderer in genau derselben Situation verzweifelt nach Auswegen sucht und einfach nur noch in das berühmten Loch im Boden verschwinden möchte.

Eine solche Situation kann zum Beispiel eine Rede auf einer Feier oder Veranstaltung sein. Für einen geübten Redner ist so etwas kein Problem, charmant und witzig trägt er zum Vergnügen der Zuhörer seine Rede vor, aber jemand anderem, der zum ersten Mal vor einem Publikum steht, kann es passieren, dass er sich laufend verhaspelt, den Faden verliert und keinen guten Eindruck hinterlässt, obwohl er ansonsten im Gespräch in kleiner Runde überzeugen kann.

Stressfaktoren können also sehr vielfältig sein und es lässt sich schlecht eine feste Liste von Ursachen für Stress erstellen.

Die drei Stressphasen

Erste Phase:  Schockphase

Der Mensch geht aufgrund bestimmter Geschehnisse augenblicklich in Alarmbereitschaft. Die Ursachen werden als Stressor bezeichnet, die auf den Betroffenen einwirken. Körperliche Veränderungen finden statt, wie unter anderem die Senkung der Körpertemperatur und des Blutdrucks.

Zweite Phase: Widerstandsphase

In dieser Phase wird das Adrenalin ausgeschüttet. Erhöhter Herzschlag und die Mobilisierung aller verfügbaren Energien versetzen den Körper in Fluchtbereitschaft.

Dritte Phase: Erschöpfungsphase

Sollte die Stressituation, also die Stressoren, über einen längeren Zeitraum unvermindert stark anhalten, so kann es zu typischen Symptomen wie Schlaflosigkeit und im schlimmsten Fall zu körperlichen Schädigungen wie Magengeschwüre kommen. Auch das sich immer mehr verbreitende Burnout hat  seine Ursachen in anhaltendem Stress.

Verlauf einer stressenden Situation

Folgendes Beispiel soll dir die Phasen besser nachvollziehbar machen:

Angenommen Du arbeitest in der Marketingabteilung einer größeren Firma. Es ist noch Vormittag und Du hast noch einiges an Arbeit vor dir, als ein Kollege herein kommt und zu dir sagt, dass dich der Chef sprechen möchte und Du in sein Büro kommen sollst.

Sofort beginnst Du in deinem Kopf nach möglichen Ursachen für das angeordnete Gespräch zu suchen. War deine Arbeitsleistung nicht gut genug, hast Du irgendwo einen Fehler gemacht und wenn ja, dann wo? Oder ist es doch nur eine harmlose Nachfrage wegen der Präsentation nächste Woche?

Du hast deinen Chef noch nicht gesehen, geschweige denn das erste Wort gewechselt und Du bist schon in voller Alarmbereitschaft, deine Gedanken kreisen wie wild und versuchen eventuelle Gefahren auszumachen. So sieht Phase eins aus.

Sobald sich der Besuch beim Chef als harmlos herausstellt kannst Du dich wieder entspannen. Es war ein falscher Alarm, der nicht weiter aufrecht erhalten werden muss. In diesem Falle endet die Stresssituation.

Sollte sich das Gespräch aber als ernste Angelegenheit herausstellen und dir wird klar, dass Du mit unangenehmen Konsequenzen rechnen musst, dann befindest Du dich auch schon in Phase zwei, der Widerstandsphase. Adrenalin wird ausgeschüttet und in der Natur würdest Du jetzt entweder die Flucht ergreifen oder den Feind, also den Chef, bekämpfen bis die Gefahr gebannt ist. Im normalen Arbeitsleben sind diese Vorgehensweisen natürlich nicht möglich, schon gar nicht den Chef auszuschalten.

Das bedeutet aber, dass der Körper die bereitgestellte Energie, die für die Flucht oder den Kampf benötigt wird, nicht verarbeiten kann.

Du musst nun andere Wege finden, um die Stresssituation aufzulösen. Du wirst wahrscheinlich versuchen den Chef zu beruhigen, Vorschläge machen und vielleicht einige gute Ideen entwickeln und Lösungen anbieten um deinen Chef zufrieden zu stellen. Oder, falls Du nicht Ursache des Fehlers bist, dich nicht mit Fäusten verteidigen, sondern mit Argumenten und alles daran setzen von deiner Unschuld zu überzeugen. Gelingt es dir, alles wieder zum Guten zu wenden, so ist auch die Stresssituation in der Regel beendet.

Phase drei, die Erschöpfungsphase ist dann erreicht, wenn es nicht gelingt den Stress zu bewältigen und Du dich dauerhaft im Stress befindest.

Typische Stresssymptome

  • Herzklopfen
  • Herzstolpern
  • Albträume
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Konzentrationsstörungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Magendrücken
  • Allgemein erhöhter Lebensmittelverbrauch
  • Apetitlosigkeit
  • Alkohol-, Tablettenmissbrauch
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Verspannungen
  • Erhöhter Verzehr von Genussmitteln wie Süßigkeiten oder Kaffee
  • Angstgefühle
  • Depressive Verstimmungen
  • Verlust an Lebensfreude
  • Burnout

Es gibt verschiedene Ansätze um mit Stress fertig zu werden und durch Stress bedingte Symptome zu mildern oder zu beseitigen, die in einem weiteren Artikel zum Thema Stress noch ausführlich behandelt werden.

Fazit:

Es gibt so viele verschiedene Ursachen für Stress und unzählige Symptome. Jeder Mensch hat seine eigenen Stressquellen und reagiert ganz individuell auf Stress. Solltest Du bereits Symptome bei dir feststellen, so ist ein Besuch beim Arzt deines Vertrauens die erste Wahl.

Hifreich könnte außerdem eine Ursachenforschung sein, in welchen Situationen gerätst Du in Stress, wie stark empfindest Du den jeweiligen Stress und gelingt es dir die betreffende Situation zu meistern. Vor allem Ursachen für permanenten Stress gilt es herauszufiltern.

Ganz nach der Devise: Kennt man den Feind, kann man ihn wirksamer bekämpfen.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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