Stress, das Übel unserer Zeit - Hilflosigkeit und Depression

Stress, das Übel unserer Zeit – Hilflosigkeit und Depression

Nachdem ich im Artikel Stress, das Übel unserer Zeit – Ursachen und Symptome mehr über den alltäglichen und uns allen bekannten Stress geschrieben habe, schalte ich in diesem Artikel eine Stufe höher und beschreibe was massiver Stress bewirken kann.

Wie es aussehen kann wenn wir keinen Ausweg aus dem Stresszustand finden, das kann schneller passieren als wir denken wenn zum Beispiel der Auslöser eine echte persönliche Katastrophe ist.

Massiver Lebensstress, der „worst case“

Jeden kann es treffen, egal wie erfolgreich derjenige beruflich und privat auch sein mag. Angenommen Du bist in deinem Beruf und in deiner Firma sehr erfolgreich, deine Stellung ist gefestigt, Du erledigst souverän deine Arbeiten und findest für jedes Problem eine adäquate Lösung.

Doch eines Tages, ganz unerwartet, wird die Firma verkauft und die Unternehmensführung wechselt. Die neue Chefetage krempelt den gesamten Betrieb um und fordert von seinen Mitarbeitern neue Wege einzuschlagen und führt ungewohnte Strukturen ein.

Deine gewohnten und vielmals bewährten Verhaltensmuster und Lösungswege passen nun nicht mehr ins Konzept und führen ständig ins Leere. Du gerätst immer mehr unter Stress und versuchst die Situation in den Griff zu bekommen. Du bemühst dich redlich dich den neuen Anforderungen anzupassen, deine Denkweise zu ändern und neue Lösungswege zu finden. Aber es gelingt dir nicht schnell genug oder nicht gut genug und Du verlierst deinen Arbeitsplatz.

Der Stress hält also immer noch an, zuerst aufgrund der Veränderung in der Firma und nun aufgrund der veränderten Lebenssituation. Die Arbeitslosigkeit wirft weitere Probleme im privaten Bereich auf, anstatt Halt in der Familie zu finden wird der Stresspegel zusätzlich durch Streitereien mit dem Partner hoch gehalten, die eigenen Zukunftsängste erledigen den Rest.

Der Körper befindet sich über einen relativ langen Zeitraum im Stresszustand, die Verzweiflung und Hilflosigkeit ist kaum noch unter Kontrolle zu bekommen. Je länger dieser Zustand anhält umso massiver sind die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Die Stressreaktion wird unkontrollierbar, das ist vor allem immer dann der Fall wenn wir Herausforderungen meistern müssen, die uns überfordern. Wir stoßen permanent an unsere Grenzen und kommen zu keiner Lösung. Wir können daraufhin in den Zustand der „learned helplessness“ geraten.

Erlernte Hilflosigkeit und Depression

Der Begriff der erlernten Hilflosigkeit wurde von dem Psychologen Martin Seligmann geprägt. Erlernte Hilflosigkeit bedeutet, dass wir gelernt haben, die Situation nicht kontrollieren zu können, egal was wir auch unternehmen, unsere Handlungen zeigen keinerlei Auswirkungen. Wir fühlen uns absolut hilflos und resignieren. Wir lassen nun alles über uns ergehen und versuchen nicht mehr etwas an unserer Situation zu verbessern. Wir sind handlungsunfähig und in der Depression angekommen.

Es geraten nicht alle Menschen, die sich in scheinbar ausweglosen Situationen befinden in die Depression. Seligmann nennt für den Zustand der erlernten Hilflosigkeit folgende grundlegende Voraussetzungen:

  • Betroffene Personen führen das Problem auf sich selbst zurück und sehen nicht die Ursache in den äußeren Umständen
  • Sie betrachten das Problem als grundlegend und allgegenwärtig und nicht auf eine bestimmte Situation begrenzt
  •  Sie empfinden das Problem als permanent und unveränderbar

Die Katastrophe als Chance

Eine persönliche Katastrophe, wie ich sie oben beschrieben habe, muss nicht zwangsläufig in der Depression enden. Wenn wir es schaffen unsere Einstellung und unser Verhalten zu ändern, kann die vermeintlich aussichtslose Lage zu einem Neuanfang führen. Nur selten ist eine Situation ganz objektiv betrachtet unabänderlich und wirklich ausweglos. In der Regel hindert einen die persönliche Sichtweise daran mögliche Lösungen zu erkennen. Es ist einzusehen, dass es nicht unbedingt leicht ist den Mut aufzubringen neue Wege einzuschlagen, aber es gibt oft keine andere Möglichkeit sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Fazit:

Es ist wichtig frühzeitig auf Anzeichen von beginnender Resignation zu achten, damit einer eventuellen Depression entgegengewirkt werden kann. Es muss auch nicht immer eine so offensichtliche Katastrophe sein, die den Betreffenden hilflos und handlungsunfähig macht.

Auch viel weniger offensichtliche Probleme, zum Beispiel eine über lange Zeit andauernde Überforderung, die nicht unbedingt als solche erkannt wird, kann ebenso Ursache für eine erlernte Hilflosigkeit sein. Es heißt also aufpassen wenn einem einmal das Gefühl beschleichen sollte einer Situation ausgeliefert zu sein und diese nicht mehr ändern zu können.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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