Ruheinseln beugen Stress vor

Was tun gegen den alltäglichen Stress?

Spricht man mit Menschen, die augenscheinlich wenig Probleme mit Stress haben, dann hört man oft, dass diese Menschen sich einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen, das sie sich zum Beispiel schon immer pünktlich zum Mittagessen an einen Tisch gesetzt haben und es ihnen niemals eingefallen ist stattdessen schnell eine Kleinigkeit im Stehen oder gar unterwegs hinunterzuschlingen.

Sie achten auf genügend Schlaf, ruhen gerne zur Halbzeit des Tages ein paar Minuten lang und bestehen auf ihren täglichen Spaziergang. Sie nehmen die Dinge nicht zu ernst und besitzen eine bewundernswerte Gelassenheit, ihr Wahlspruch könnte auch sein: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“.

Es ist nachzuvollziehen, dass man sich eine solche Gelassenheit nicht von jetzt auf gleich aneignen kann. Auch der lapidare Ratschlag, man solle es nicht so schwer nehmen, hilft gestressten Menschen erstmal nicht weiter. Trotzdem gibt es einiges, wo man ansetzen kann um dem Stress entgegen zu wirken. Schauen wir uns die erste Methode der entspannten Menschen näher an, dazu hole ich ein wenig aus.

Damals war alles besser

Manch einer kennt es noch von seinen Großeltern und aus der Kindheit. Die Mittagsruhe. Als ich noch ein Dreikäsehoch war, hatten wir eine Wohnung im Haus meiner Großeltern. Meine Oma unterhielt einen kleinen Gemischtwarenladen, der auch gleich mit zum Haus gehörte. Dadurch, dass wir mehrere Generationen unter einem Dach waren, ging ich auch bei meinen Großeltern ein und aus und hatte an ihrem Leben teil.

Damals war der kleine Laden über die Mittagsstunden immer geschlossen, wie alle anderen Läden auch in der Stadt. Nur die wirklich großen Geschäfte, wie zum Beispiel die Kaufhäuser hatten über Mittag geöffnet. Jedenfalls war es undenkbar, dass in diesen Stunden zwischen 12 und 15 Uhr irgendjemand störte. Anrufe gab es nur im Notfall und man selbst hat auch niemanden belästigt, wenn es sich vermeiden ließ.

Was uns heute fehlt

Das ganze mag vielleicht etwas spießig und altbacken klingen, aber mit dieser kleinen Beschreibung meiner Kindheit möchte ich essentielle Unterschiede von damals zu heute aufzeigen, genauer familiäre wie auch gesellschaftliche Gewohnheiten, die in unserer Zeit fehlen. Seinerzeit setzte man sich gemeinsam mit der Familie zum Essen an den Tisch und danach hielt manch einer sein Mittagsschläfchen, so wie mein Opa.

Es gab einen festen Tagesablauf und tägliche Rituale. Ruhezeiten und Pausen waren allgemein akzeptiert und wurden beachtet. Man musste nicht um halb zwei einkaufen, da hatte man selber Besseres zu tun, der eigene Tagesablauf wurde so geplant, dass es alles von der Zeit her passte. Heutzutage muss alles gleichzeitig erledigt werden, besser noch gestern oder vorgestern fertig sein. Es gibt Mitarbeiter, die manche Pause opfern um mit ihrer Arbeit noch hinterher zu kommen.

Aber das ist es was wir dringend brauchen: Einen festen Tagesrhythmus, Rituale, geregelte Pausen und Auszeiten. Unternehmen fordern von ihren Angestellten immer mehr Flexibilität, aber genau das liegt in dem Maße nicht unbedingt in der Natur des Menschen, wir sind Gewohnheitstiere. Deshalb müssen wir uns Inseln schaffen um in der Zeit dazwischen leistungsfähig zu bleiben. Verzichten wir darauf, erhöhen wir keinesfalls unsere Produktivität, sondern fördern Stress und Burnout.

Ruheinseln durch Rituale

Wenn Du selbständig bist, dann lege für dich Zeiten fest, in denen Du Pause machst, dich ausruhst und entspannen kannst. Sorge dafür, dass Du nicht gestört wirst und mache auch nichts anderes mal eben schnell nebenbei, wie telefonieren oder Mails lesen. Nimm dir die Zeit und versuche wirklich für einen Moment abzuschalten. Lege dich hin, gehe an die frische Luft, entwickel Rituale und Gewohnheiten wie Du deine Pausen verbringst.

Wichtig dabei ist, dass Du tatsächlich lernst, nicht mehr an die Arbeit zu denken und wirklich abschaltest. Es mag zu Anfang schwer fallen, aber übe es und bleibe dran. Wenn Du einmal einen für dich befriedigenden Tagesablauf gefunden hast, dann behalte ihn unter allen Umständen bei.

Hinterfrage jede Ausnahme, die Du machen willst ganz gewissenhaft, ob sie wirklich sein muss oder ob es sich nicht doch um eine Ausrede handelt um mehr arbeiten zu können. Zum Tagesablauf gehört natürlich auch ein Zeitpunkt für den Feierabend, der unbedingt eingehalten werden sollte.

Wenn Du Chef bist, denke an deine Mitarbeiter. Du willst sicher, dass sie ihre Arbeit gleichbleibend gut bewältigen können, also sei bei der Einhaltung der Pausen genauso streng und konsequent, wie bei anderen Dingen auch. Das bedingt natürlich, dass sie auch nur so viel Aufgaben haben wie sie in ihrer regulären Arbeitszeit bewältigen können.

Fazit:

Wir leben in einer Zeit, in der es schwierig ist seine Inseln zu erschaffen und zu verteidigen. Aber wir brauchen sie und wenn es uns trotz aller Anstrengung nicht gelingt die nötigen Freiräume zu bekommen, so ist es vielleicht an der Zeit das eigene Leben, vor allem das Arbeitsleben eingehender zu überdenken. Manchmal ist es notwendig grundlegend etwas zu ändern und eine ganz neue Richtung einzuschlagen.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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