Wenn Selbständige scheitern - Die Chance auf einen Neubeginn

Wenn Selbständige scheitern – Die Chance auf einen Neubeginn

Als Blogger und Selbständiger bin ich natürlich auch viel auf anderen Websites und Blogs unterwegs, die sich mit dem Thema Selbständigkeit bzw. der Selbständigkeit im Internet beschäftigen.

Dabei gibt es zwar Unmengen an Artikel, Tipps und Tricks was in der Selbständigkeit beachtet werden sollte und welche Möglichkeiten es gibt erfolgreich im Internet sein Geld zu verdienen, doch nur selten wird der Supergau behandelt – das Scheitern als Selbständiger.

Als Selbständiger gescheitert – das Schamgefühl

Wer als Selbständiger über Jahre erfolgreich war und sich mit den eigenen Händen eine Existenz aufgebaut hat, ist sicher auch immer stolz auf das Erreichte gewesen. Nebenbei gibt es auch Menschen im näheren Umfeld, die den sozialen und wirtschaftlichen Status eines Selbständigen höher einstufen, als den eines Angestellten.

Der Sinn oder Unsinn solcher Einstufung in der Gesellschaft mag fragwürdig sein, aber Menschen ticken leider so. Wer dann aber ganz offiziell seine Selbständigkeit aufgeben muss, aus welchen Gründen auch immer, scheint ein Stigma des Gescheiterten auf die Stirn tätowiert zu haben. Es scheint als wäre man einfach zu schlecht oder unfähig gewesen sich in seinem Bereich durchzusetzen.

Scheitern ist keine Schande!

Niemand möchte sich das eigene Scheitern eingestehen, weder gegenüber sich selbst, noch gegenüber anderen. Dabei gibt es keinerlei Gründe beschämt zu sein. Scheitern ist weder eine Schande, noch wertet einen diese Situation als Mensch ab. Wir haben in Deutschland viele millionen Arbeitslose, jedes Jahr schließen 4 von 10 Existenzgründern im Mittel wieder ihre Pforten. Im Jahr 2012 hatten 29.619 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Die Gesamtzahl im privaten und geschäftlichen Bereich belief sich von Juni 2012 bis Juni 2013 auf über 150.000 Insolvenzen.

Insolvenzen in Deutschland. Juni 2012 - Juni 2013

Insolvenzen in Deutschland. Juni 2012 – Juni 2013

An diesen Zahlen erkennt man ganz deutlich, man ist nicht alleine und es gibt keinen Grund sich für sein Scheitern zu schämen. Arbeitslosigkeit ist eine Situation die jeden erwischen kann – selbst ehemalige Milliardenunternehmen wie Schlecker gehen insolvent.

Solange man immer sein Bestes gegeben hat, kann der Kopf immer aufrecht getragen werden. Die Selbständigkeit war gestern, die Zukunft als Angestellter liegt vor einem. Packen wir es an.

Vorbehalte gegenüber ehemaligen Selbständigen

Nun hatte man schon den schweren Gang und hat sein liebstes Kind aufgegeben und sieht sich nun einem weiteren Problem gegenüber stehen. Die neuen potentiellen Arbeitgeber stehen ehemaligen Selbständigen in der Regel recht kritisch gegenüber. Folgende Punkte werden am häufigsten genannt, warum ehemalige Selbständige nicht eingestellt werden:

  1. Ehemalige Selbständige können sich nicht unterordnen
  2. Mangelnde Teamfähigkeit
  3. Die Fähigkeiten des ehemaligen Selbständigen werden angezweifelt
  4. Ehemalige Selbständige sind Besserwisser

Dabei sollte man sich als ehemaliger Selbständiger von diesen Vorurteilen nicht beirren oder verunsichern lassen. Wer bei einem Einstellungstest auf Nachfrage offen, ehrlich und vor allem sachlich analysiert die Gründe des Scheiterns darlegt und gleichzeitig auf seine Stärken verweist, die sich gerade durch die selbständige Tätigkeit angeeignet werden konnten, hat bei vielen Personalern gute Karten.

Gerade ehemalige Selbständige weisen oftmals eine höhere Initiative auf, arbeiten eigenständiger und legen ein stärkeres innovatives Verhalten an den Tag. All diese Eigenschaften sind für den potentiellen neuen Chef wertvolle Tugenden.

Zudem waren die wenigsten Selbständigen schon immer auf eigene Rechnung unterwegs. Das Groß der Selbständigen hatte einst schon ein Angestelltenverhältnis, dieser Fakt und die damit verbundene Weiterentwicklung durch die selbständige Tätigkeit sollten in einem Bewerbungsgespräch ruhig angebracht werden.

Man bringt aus beiden Welten das Beste mit und bietet damit die perfekte Symbiose aus Befehlsempfänger und eigenständigem Arbeitstier.

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Die Jobsuche als ehemaliger Selbständiger

Auch die Jobsuche kann sich als schwierig herausstellen. Die Anzahl der Mitbewerber ist groß und die Anzeigen in den lokalen Tageszeitungen bieten nicht immer viel Auswahl. Wer sich um neue Jobs bemüht, sollte sich bewusst sein, dass es auch darauf hinauslaufen kann seinen angestammten Ort zu verlassen und in eine fremde Stadt zu ziehen.

Wer heute auf dem Arbeitsmarkt eine Chance haben möchte, muss mobil sein und auch den Umzug in eine andere Stadt einkalkulieren.

Wichtig ist es bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle nicht aufzugeben und auch bei Rückschlägen immer den eigenen Optimismus zu behalten. Viele ehemalige Selbständige verfallen schnell in eine Phase der Selbstaufgabe. Dies gilt es bewusst zu vermeiden und immer am Ball zu bleiben.

Scheitern als Selbständiger – das Fazit:

Wer als Selbständiger gescheitert ist, sollte sich dafür weder schämen, noch gibt es Gründe sich selbst zu verurteilen. Wichtig ist es aus dem Scheitern als Selbständiger zu lernen und das Beste aus dieser Erfahrung mitzunehmen.

Jede Erfahrung, und mag diese noch so bitter sein, sollte als Chance angesehen werden. Manchmal kann der Weg zurück in das Angestelltenverhältnis auch der Start zur Vorbereitung auf die erneute und dann erfolgreiche Selbständigkeit sein.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment

  • Aaron

    29. Oktober 2013

    Ein sehr guter Artikel!