Mit der Loci-Methode schnell und effizient lernen

Mit der Loci-Methode schnell und effizient lernen

Du kennst das sicherlich auch: Im laufe deines Lebens lernst Du ständig dazu. Auch wenn Du schon längst nicht mehr die Schulbank drückst, so solltest Du dich dennoch weiterbilden und dein Wissen erweitern. Gerade als Blogger ist es für dich wichtig, ständig deinen Horizont zu erweitern um am Puls der Zeit zu bleiben.

Dabei hilft dir diese kleinen Serie über effiziente Methoden des Gedächtnistrainings. Zwei Methoden habe ich dir für dein Gedächtnistraining bereits vorgestellt: Das Zahl-Symbol-System zum Zahlen merken und die Schlüsselwortmethode zum Vokabeln lernen. In diesem Blogbeitrag stelle ich dir ausführlich eine weitere Methode des Gedächtnistrainings vor, um dir effizient alle möglichen Dinge merken zu können: Die Loci-Methode.

Die beiden anderen Methoden des Gedächtnistrainings waren eher für bestimmte Aufgaben spezialisiert. Die Loci-Methode dagegen kannst Du für alle möglichen Wissensbereiche nutzen. Du merkst dir damit nicht nur deine Lerninhalte, sondern kannst sie wenn nötig in der richtigen Reihenfolge abrufen.

Das Prinzip der Loci-Methode klingt im ersten Moment vielleicht etwas seltsam, weil Du bei dieser Vorgehensweise Dinge verbindest, die in der Regel gar nichts miteinander zu tun haben, nämlich Orte mit dem, was Du dir merken möchtest.

Loci-Methode - Verknüpfe Orte mit Informationen

Mit Hilfe einer festgelegten Route, die wir im Geiste abschreiten, können wir uns an dieses Wissen erinnern. Darauf weist auch der Name hin, denn Loci ist angelehnt an das lateinischen Wort Locus. Womit an dieser Stelle nicht das stille Örtchen gemeint ist, sondern übersetzt Ort bedeutet. Die Loci-Methode wird auch als Routenmethode bezeichnet, dieser Name macht die Vorgehensweise noch deutlicher.

Wie die Loci-Methode entstand

Die Loci-Methode ist womöglich die älteste Methode überhaupt und geht zurück auf die alten Griechen rund 500 v. Chr. Der Legende nach hat sie der Poet Simonides von Keos entdeckt.

Simonides war auf einer Feier eines Freundes und verließ für kurze Zeit das Haus. Zu seinem Glück, denn in dem Moment stürzte das Gebäude ein und begrub die Feiernden unter seinen Trümmern. Simonides war der einzige Überlebende und musste später Angaben zu den Verschütteten machen. Die Körper waren nämlich so zerschmettert, dass diese nur mit seiner Hilfe identifiziert werden konnten.

Simonides ging im Geiste den Raum ab und versuchte sich daran zu erinnern, wo sich welche Person befand bevor das Unglück geschah. Ihm fiel dabei auf, dass er sich besser an die betreffende Person erinnern konnte, wenn er sie mit einem bestimmten Ort im Gebäude verknüpfte.

Warum die Loci-Methode so gut funktioniert

Durch die obige Geschichte kannst Du sicherlich schon erahnen, wie die Loci-Methode funktioniert. Das Wesentliche an dieser Strategie ist, dass unser Gehirn sich besonders gut an Dinge erinnern kann, die mit einem Ort verknüpft sind.

Du kannst selber einmal den Test machen: Gehe im Geiste einfach nochmal einen Weg ab, den Du heute oder vor kurzer Zeit gelaufen bist. Beispielsweise eine kleine Shoppingtour auf der Suche nach etwas, was Du haben wolltest oder brauchtest. Du kannst dich bestimmt ganz gut daran erinnern, welche Dinge Du wo begutachtet hast und kannst sie auch in der Reihenfolge nennen, in der Du sie gesehen hast.

Gegen Ende deiner Shoppingtour hast Du schließlich die Entscheidung gefällt, welches Exemplar Du nun kaufst und konntest zielgerichtet an den Ort zurückkehren, wo es zum Verkauf stand. Du siehst, ganz unbewusst nutzen wir schon die Loci-Methode bei ganz alltäglichen Dingen wie das Einkaufen.

Wie die Loci-Methode funktioniert

Die Loci-Methode besteht aus drei Schritten:

Schritt 1: Lege deine Route fest

Für deine Route kannst Du alle möglichen Orte nehmen. Wichtig ist nur, dass Du die einzelnen Routenpunkte gut unterscheiden kannst. Zum Beispiel nimmst Du einen gewohnten Fußweg mit markanten Punkten. Diese Punkte könnten aus einem auffällig gestrichenem Haus, dem Briefkasten, der Bäckerei, einem Baum am Wegrand, einem hübschen Vorgarten, einer Ampelkreuzung usw. bestehen.

Oder Du nutzt einen Raum für deine Route. Dann wären die einzelnen Einrichtungsgegenstände wie beispielsweise eine Kommode, ein Tisch, ein Sofa, ein Bild an der Wand, eine Zimmerpflanze usw. deine Routenpunkte.

Du kannst sogar deinen eigenen Körper als Route nehmen, das ist gar nicht mal so ungewöhnlich und einige nutzen gern die Körperroute.

Eine mögliche Körperroute mit der Loci-Methode

Für die Körperroute unterteilst Du deinen Körper in Bereiche und legst die Route von unten nach oben an, also von den Füßen zum Kopf. Das ist die generelle Vorgehensweise. Üblich sind 10 Bereiche, also 10 Routenpunkte. Die Punkte könnten beispielsweise wie folgend festgelegt werden:

  1. Fuß
  2. Knie
  3. Oberschenkel
  4. Hüfte
  5. Bauch
  6. Brust
  7. Schultern
  8. Hals
  9. Gesicht
  10. Haare

Solltest Du noch mehr als 10 Routenpunkte brauchen, erweiterst Du deine Körperroute einfach um weitere Körperteile wie Unterschenkel, Gesäß, Arme usw. Du kannst auch eine feinere Unterteilung vornehmen, wie z. B. Mund, Nase, Augen, Ohren anstatt nur das Gesicht. Weniger Punkte sind natürlich auch möglich. Gestalte deine Route so wie Du sie brauchst.

Schritt 2: Verknüpfe die Inhalte, die Du lernen willst mit den Routenpunkten

Angenommen, Du möchtest die Planeten unseres Sonnensystems lernen. Dafür ist die Loci-Methode hervorragend geeignet, denn es ist sinnvoll, nicht nur alle Planeten zu kennen, sondern sie auch in der richtigen Reihenfolge nennen zu können.

Die Reihenfolge der Planeten von innen nach außen ist Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Mit der Loci-methode die Planeten lernen

Bildquelle: Wikipedia, Urheber: Horst Frank, Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Nun ordnest Du die Planeten den Punkten deiner Körperroute zu.

Fuß – Merkur

Knie – Venus

Hüfte – Erde

Bauch – Mars

Brust – Jupiter

Hals – Saturn

Gesicht – Uranus

Haare – Neptun

Schritt 3: Erfinde eine Geschichte damit Du dir die Verknüpfung besser merkst

Zu jeder Verknüpfung denkst Du dir einen lustigen Satz oder eine kleine Geschichte aus. Je lustiger, interessanter oder ungewöhnlicher die Geschichte ist, umso besser kannst Du sie dir normalerweise merken. Zu unserem Beispiel könntest Du dir folgende Sätze überlegen:

Fuß:
Der Merkur ist nur so groß wie eine Murmel, den spüre ich kaum, wenn er über den Fuß kullert.

Knie:
Die Venus ist am Knie furchtbar kitzelig.

Hüfte:
Auf der Erde wachsen leckere Sachen, die schlagen sich ganz schön auf der Hüfte nieder.

Bauch:
Mein Bauch hat Hunger, da hilft ein Mars.

Brust:
Jupiter hat eine stolzgeschwellte Brust, weil er von allen der Größte ist.

Hals:
Die Ringe des Saturn stehen mir als Schmuck um meinen Hals sehr gut.

Gesicht:
Der Uranus trägt im Gesicht eine Uhr als Monokel.

Haare:
Neptun, der König der Meere, trägt auf seinem Haar eine Krone aus Korallen.

Du hast nun auf diese Weise die Reihenfolge der Planeten gespeichert. Zusätzlich hast Du in den Sätzen noch die Informationen untergebracht, dass Merkur der kleinsten und Jupiter der größte Planet ist.

Wenn Du also später deine Route von Fuß bis Kopf entlang gehst, wird dir an jedem Punkt mit Hilfe deiner Geschichte wieder der passende Himmelskörper einfallen.

Fazit zur Loci-Methode

Die Loci-Methode hat sich über die Jahrhunderte bewährt. Viele große Redner von der Antike bis heute nutzten und nutzen erfolgreich die Routenmethode.

Die Vorgehensweise ist für dich vielleicht erst einmal ungewohnt, aber nach einigem Üben wirst Du sicherlich sehen, wie effizient die Loci-Methode funktioniert. Ich wünsche dir viel Spaß und maximalen Erfolg beim Lernen 🙂

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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