SEO-Wettbewerbe – Sinn oder Unsinn?

Sogenannte SEO-Wettbewerbe oder auch SEO-Contests erfreuen sich seit Jahren einer immer größeren Beliebtheit.

Dies liegt sicher daran, dass der SEO-Bereich immer größer wird und weltweit ein milliardenschweres Geschäft ist, schließlich verdient meist nur der Unternehmer im Internet das große Geld, der mit seinem Webauftritt bei den Suchmaschinen ganz oben steht.

Wozu SEO (Suchmaschinenoptimierung)

SEO, Search-Engine-Optimizing oder im deutschen Suchmaschinenoptimierung dient dazu, die Website sowie alle äußeren Einflüsse, die auf die Website einfließen so zu optimieren, dass der Internetauftritt die bestmögliche Platzierung in den Suchmaschinen erhält.

Um das zu erreichen werden verschiedene Methoden angewandt. Einige davon sind bekannt und werden auch von den Suchmaschinenanbietern offiziell empfohlen und veröffentlicht.

Andere Faktoren die das Suchmaschinenergebnis beeinflussen sind jedoch kaum bis gar nicht bekannt, lassen eine Website aber unerklärlich stark „ranken“, also trotz starker Konkurrenz in den oberen Regionen der Suchmaschinen erscheinen.

Wozu dienen SEO-Wettbewerbe

Spaß soll es machen, das ist klar. Doch jeder der professionell im Bereich Suchmaschinenoptimierung unterwegs ist, setzt sich nicht in den Wettbewerb mit anderen Mitbewerbern aus Spaß an der Freude.

Bei diesen SEO-Wettbewerben gilt es, meist mit Fantasiebegriffen, am Ende eines festgelegten Zeitraumes die beste Platzierung in den Suchmaschinen zu belegen.

Bei diesen SEO-Contests wird versucht alle Möglichkeiten auszuschöpfen um den Algorithmus der Suchmaschine so zu – nun nennen wir es manipulieren – dass die eigene Website am Ende des SEO-Wettbewerbs ganz oben in den Suchmaschinenergebnissen steht.

Unsinn von SEO-Wettbewerben

Der Gewinn oder eine gute Platzierung bei einem SEO-Contest lassen einige „Agenturen“ dazu verleiten ihren Erfolg als Referenz für Kunden auszuweisen.

In wie weit solch ein Contest jedoch als Referenz dienen sollte, darüber lässt sich nicht streiten. Auch in der heutigen Zeit werden zwei Hauptfaktoren in einem SEO-Contest eingesetzt.

Das übermäßige Einsetzen der zu bewerbenden Keywords im Text (Keyword-Spamming) und der Backlinkaufbau für die entsprechende Website. Das kann zwar das gewünschte Ranking herbeiführen, insbesondere wenn die Masse an Backlinks stimmt, hat aber mit realistischen Bedingungen nichts zu tun.

Die Texte der beworbenen Website lassen sich mit einem normalen Webauftritt, der dazu dient Kunden zu gewinnen, nicht vergleichen. SEO-Contest-Websites lassen sich für einen normal denkenden Menschen kaum lesen, stolpert man doch quasi in jeder zweiten Zeile über das wichtige SEO-Keyword.

Des weiteren werden meistens „wertlose“ Backlinks gesetzt, die zwar kurzfristig durch die Masse einen Erfolg bringen, lang genug für einen SEO-Wettbewerb, jedoch langfristig nicht sinnvoll sind. Sehr schön kann der potentielle Kunde den Unterschied erkennen, wenn er den Yahoo Siteexplorer nutzt – hier werden die gefundenen Backlinks einer Website angezeigt.

Gibt man nun die siegreiche Websiteurl vom SEO-Contest ein und vergleicht diese mit der Websiteurl von der SEO-Agentur die mit dem Gewinn des SEO-Contest wirbt, stellt man fest, dass sich die Anzahl der gesetzten Backlinks teilweise im hohen Tausenderbereich unterscheiden.

Dies hat den einfachen Grund das keine SEO-Agentur ihre eigene Website durch das Setzen von „Ausschuss-Backlinks“ bei Tante Google ins Aus bringen will, schließlich geht es hier um das große Geld.

Das man eine Konkurrenz von vielleicht 100 Mitstreitern nicht mit mehreren Hundertausenden vergleichen kann, das Alter der Domain nicht berücksichtigt wird und noch dutzende weitere Faktoren vernachlässigt werden, lassen solch eine „Referenz“ noch weniger seriös erscheinen.

Ein weiterer Nachteil dieser SEO-Wettbewerbe ist, dass nicht jeder Veranstalter ein Fanatasiewort wählt um die Suchmaschinenergebnisse für den Otto-Normal-Verbraucher vollzuspammen.

Dies kann den Suchenden bei bestimmten Keywords schlicht zur Verzweiflung bringen, wenn er nur auf Websites landet, die mit sinnlosem und belanglosen Content zugepflastert sind um optimal in den SERPS zu erscheinen. Zum Glück verschwinden diese Websites meist wieder schnell aus dem WWW.

Sinn von SEO-Contests

Da eigene Projekte oder Kundenprojekte nicht als Versuchskaninchen herhalten sollten, schließlich ist die Gefahr einer Abstrafung durch die Suchmaschinenanbieter groß, können SEO-Wettbewerbe dem Lernfaktor dienen.

Denn nur wer sich mit dem Suchmaschinenalgorithmus auseinandersetzt kann irgendwann das Beste für seinen Kunden herausholen. Bei einigen dieser Wettbewerbe tauschen sich zum Schluss alle Teilnehmer untereinander aus um ihre Tipps, Tricks, Kniffe und andere Methoden zu vergleichen und diese Erkenntnisse werden schlussendlich für reale Projekte eingesetzt.

Dies spart dem einzelnen SEO viel Zeit und dem Kunden dadurch einiges an Geld. Schließlich sind Misserfolge teuer. Zudem können auch die Suchmaschinenbetreiber von solchen SEO-Contests lernen, insbesondere wenn siegreiche Websites mit Methoden erfolgreich gewesen sind, die nicht im Sinne der Suchmaschinenanbieter sind.

Hier kann also ein SEO-Wettbewerb eine win-win Situation darstellen.

SEO-Wettbewerbe – Sinn oder Unsinn das Fazit:

SEO-Wettbewerbe sind für den Spaß und Lernfaktor sicher eine nette Sache – mehr aber auch nicht. Da bei diesen Wettbewerben selten realistische Bedingungen herrschen, oft werden bestimmte Regeln erstellt für die Teilnehmer, haben diese Wettbewerbe kaum eine Aussagekraft.

Agenturen die solche Contests in ihre Referenzen aufnehmen, sollten zumindest mit leichtem Argwohn betrachtet werden. Bei großen, bekannten und seriösen Agenturen wird man auf diese Art der Referenz nicht treffen.

Diese Agenturen halten sich bei der Suchmaschinenoptimierung an die gängigen Regeln der Suchmaschinenanbieter um ihren Kunden einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten – was bei einem SEO-Contest in keinster Weise von Belang ist.

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Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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