Netzpapier - Schreiben fürs Web

Netzpapier – Texte fürs Web schreiben [Update]

Das Internet gehört für viele von uns bereits seit Langem zum Alltag. Es dient zum Netzwerken, zum Austausch mit Freunden, zum “Zocken”, zum allgemeinen Zeitvertreib.

Das Web dient auch außerordentlich gut zur Recherche und Informationsbeschaffung. Einige sitzen mehrere Stunden vor dem Monitor und lesen unzählige Texte – die aktuellsten Nachrichten, informative Blogs, sogar wissenschaftliche Aufsätze.

Das alles sind in der Regel nicht gerade kurze Texte und das Lesen ist auf Dauer sehr anstrengend.

In diesem Blogartikel erfährst Du wie sich Texte am Monitor lesen lassen und welche Probleme dabei entstehen können. Desweiteren erläutere ich dir, was Du beim Texte fürs Web schreiben beachten solltest, damit deine Leser deine Blogbeiträge mit Vergnügen lesen können.

Wie sich Texte am Bildschirm lesen lassen

Zuerst eine kleine Statistik zum Thema. Statista hat im Jahr 2013 eine Umfrage dazu durchgeführt mit welchem Medium längere Texte lieber gelesen werden.

Die Umfrage hat ergeben, dass der überwiegende Teil, nämlich 68% der befragten Personen, längere Texte lieber auf Papier lesen. Nur etwas über 5% bevorzugten den Bildschirm. Der Rest stellte keinen Unterschied fest oder war unentschlossen.

Lesen am Bildschirm oder auf Papier

Quelle: Statista.com

Die Umfrage macht deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Bildschirm und dem guten alten Papier ist. Die Lesbarkeit von Texten am Monitor ist etwas ganz anderes als die Lesbarkeit gedruckter Texte.

Es beginnt schon damit, dass der Bildschirm im Gegensatz zum Papier leuchtet. Das ist für die Augen unangenehm und sehr ermüdend.

Kommen noch bewegte Bilder hinzu, ist der Konzentrationsaufwand für den Inhalt deines Blogbeitrags ungleich größer. Gerade animierte Werbebanner ringen stark um Aufmerksamkeit und lenken permanent ab.

Animierte Banner und Werbung lenkt stark ab

Warum bewegte Bilder so beim Lesen stören, kannst Du hier nachlesen.

Zusätzlich kann die Lesbarkeit durch einen geringen Kontrast und eine allgemein schlechte Farbwahl weiter verringert werden. Weitere Faktoren, auf die Du als Webmaster aber keinen Einfluss hast, sind eine niedrige Bildfrequenz und die Auflösung des Bildschirms bei deinen Lesern.

Darüber hinaus braucht der User am Monitor durchschnittlich 25 – 30% mehr Zeit zum Lesen als er bei Printmedien aufwenden müsste. Dass das Lesen von Websites länger dauert, bedeutet aber noch lange nicht, dass die Besucher diese zusätzlich benötigte Zeit auch investieren.

Genau deshalb werden Texte im Web vorwiegend nur gescannt und überflogen – die Allerwenigsten, die im Web unterwegs sind, können oder wollen viel Zeit aufwenden. Daraus folgt oft das Problem, dass wichtige Dinge übersehen werden.

Inwieweit das Überlesen nun problematisch für dich als Blogger oder Websitebetreiber ist, kann natürlich diskutiert werden. Aber bedenke dabei, je mehr dein Besucher für ihn wichtige Informationen findet, umso zufriedener ist er und umso eher kommt er wieder. Zufriedene User empfehlen eine Website oder einen Blog gerne weiter.

Was es für Texte im Web zu beachten gilt

Texte für das Web müssen anders aufbereitet werden als Texte für Printmedien.

  • Schreibe einfache Texte
    Was bedeutet einfache Texte? Verwende wenn möglich kurze Sätze. Vermeide unnötige Verschachtelung und ellenlangen Aufzählungen. Der komplexe Satzbau soll dem Papier vorbehalten sein.
    Selbstredend sollst Du in deinem Bemühen um gut verständliche Wortketten nicht ins andere Extrem verfallen. Jeden leicht verschlungenen Satz zu verbannen und ausschließlich minimalistische Sätze zu verwenden ist langweilig, wirkt abgehackt und unnatürlich.
  • Bringe es auf den Punkt
    Die Überschrift sagt soweit schon alles. Konzentriere dich beim Texte fürs Web schreiben auf das Wesentliche. Schweife nicht zu sehr ab und lasse die Details weg, die den Text nicht bereichern sondern nur unnötig aufblähen.
    Überlege dir genau, welche Einzelheiten wirklich wichtig, interessant oder unterhaltend sind – lasse den Text nicht zu lang werden.
  • Eine essenzielle Aussage pro Satz
    Stopfe nicht zu viel Information in einen Satz. Der Mensch kann nur ein gewisses Quantum an Information auf einmal aufnehmen. Jeder Punkt am Satzende bietet Gelegenheit, das gerade Gelesene endgültig zu erfassen und zu verarbeiten.
  • Übersicht und Gliederung
    Mache Absätze, lieber einen mehr als zu wenig. Ein Fließtext, der fast lückenlos den Bildschirm füllt, ist die Hölle. Das Auge hat Mühe den Worten zu folgen und es droht ständig in den Zeilen zu verrutschen.
    Überschriften und Zwischenüberschriften gliedern den Text weiter. Diese Methode der Aufteilung ist zusätzlich äußerst angenehm für Besucher, die nur eine ganz bestimmte Information suchen, bzw. ist erleichternd für Leser, die auf deinen Blog zurückkehren um eine vereinzelte Passage nachzulesen.

Textgliederung mit Überschriften

  • Textformatierung
    Formatiere den Text immer linksbündig und verwende keinen Blocksatz. Eine zentrierte oder rechtsbündige Ausrichtung ist nur für besondere Hervorhebungen da. Selbiges gilt für kursiv oder fette Schrift.
    Wenn Du solche Hervorhebungen verwendest, dann nur für kurze Absätze. Kursiven oder zentrierten Text über eine ganze Bildschirmlänge will keiner lesen.
    Unterstreichungen solltest Du übrigens vermeiden, es sei denn, es handelt sich um einen Link. Links werden zwar immer öfter nur durch Farbe definiert, aber trotzdem ist die Neigung, unterstrichene Worte für einen Link zu halten, sehr groß. Deine Leser werden sicherlich nicht erfreut sein, wenn ein Text wie ein Link aussieht, aber keiner ist. Dieser Klick ins Leere solltest Du zum Wohle der Usability vermeiden.
  • Schriftart
    Die Wahl der Fonts für deinen Blog oder deine Website ist immer noch relativ eingeschränkt. Es gibt zwar die Möglichkeit über Web-Fonts mehr Abwechslung in die Schrift zu bringen, aber am unkompliziertesten ist es eine webübliche serifenlose Schriftart zu wählen. Mit z.B. Verdana, Arial oder Tahoma kannst Du nichts falsch machen. Diese Fonts sind gut zu lesen und bei deiner Leserschaft akzeptiert.
    Auf gar keinen Fall solltest Du dem Wahnsinn verfallen und deine Texte als Grafik online stellen, damit Du deine Leser mit einer wunderschön verschnörkelten Schreibschrift beglücken kannst.
  • Textbreite
    Es gibt tatsächlich noch Webseiten, die so schön dynamisch sind, dass sich der Fließtext über die gesamte Bildschirmbreite verteilt. Wenn Du dazu noch stolzer Besitzer eines tollen großen Widescreen-Monitors bist, solltest Du besser Rollen unter deinem Stuhl haben!
    Kurz gesagt: Wähle eine angenehme Breite für deinen Fließtext. Nicht endlos breit, aber natürlich auch nicht zu schmal. Du solltest nicht über 800 Pixel hinaus gehen.
  • Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund
    Die klassische Wahl für den richtigen Kontrast zwischen Hintergrund und Schriftfarbe ist Schwarz auf Weiß. Die andere Richtung, Weiß auf Schwarz ist ein wenig ungewohnt, aber ebenso gut zu lesen.
    Hier sollte “Augen auf machen” bei der farblichen Gestaltung des Textes reichen – das ist keine höhere Wissenschaft. Wenn die Worte gut lesbar sind und die Buchstaben nicht flimmern, weil die Farben sich “beißen”, dann hast Du alles richtig gemacht.

Der richtige Kontrast

  • Die richtige Schriftgröße
    Als Richtwert für die Schriftgröße gilt 10 bis 12 pt. Kleiner auf gar keinen Fall, aber auch größer hat seine Grenzen.
    Sorge für ausreichend Kontrast.

Das Fazit und ein kleiner Tipp zum Schluß

Finde deinen eigenen Stil beim Texte fürs Web schreiben. Versuche dabei, nicht zu trocken zu formulieren – soweit es das Thema zulässt.

Eine kleine Portion Erzählung, hier und da eine Prise Witz, ein Augenzwinkern lockern deinen Text auf, machen ihn unterhaltsamer und interessanter. Das alles trägt zum leichteren Lesen bei und zum Gelesen werden.

Und nun wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg beim Texten 🙂

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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