Tutorial Videobearbeitung Teil 5 – So nutzt Du den SmartFocus zum gezielten Zoomen

Tutorial Videobearbeitung Teil 5 – So nutzt Du in Camtasia den SmartFocus zum gezielten Zoomen

Das Tutorial zur Videobearbeitung mit Camtasia Studio schreitet voran. Ich hoffe, Du konntest schon aufgrund der bisherigen Tutorial-Teile deine ersten Videoclips erfolgreich erstellen. In diesem Teil zeige ich dir ein weiteres Tool um die Inhalte deiner Videos noch besser präsentieren zu können, den SmartFocus in Camtasia.

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Das Video zum Tutorial

Wie Du deine in Camtasia Studio 8 den SmartFocus zum gezielten Zoomen für deine Videos einsetzt, habe ich auch diesmal wieder für dich in einem passenden Video festgehalten. Alle Informationen aus dem Video kannst Du auch im folgenden Blogartikel nachlesen.

Was ist der SmartFocus?

Wenn Du ein Screencast im Vollbildmodus erstellst, dann können später in deinem Video einige Details undeutlich sein, da sie aufgrund des Vollbildmodus in Bezug auf das gesamte Bild zu klein dargestellt werden. Bei Programmen, die Du vorstellen und erklären möchtest, sind auch manchmal schon die Einzelheiten auf der eigentlichen Programmoberfläche recht winzig und im späteren Video dadurch besonders schlecht zu sehen. In solchen Fällen kommt dir SmartFocus zu Hilfe.

Ein Zoom (links) ist oft nötig, wenn im Vollbild (rechts) die Details schlecht zu erkennen sind.

Ein Zoom (links) ist oft nötig, wenn im Vollbild (rechts) die Details schlecht zu erkennen sind.

SmartFocus errechnet automatisch den optimalen Ausschnitt in deinem Screencast und zoomt entsprechen auf diesen Ausschnitt ein, so dass deine Zuschauer das Geschehen auf dem Video gut sehen und verfolgen können.

Natürlich musst Du nicht SmartFocus nutzen, Du kannst auch alle Ausschnitte und Zooms in Camtasia manuell festlegen, wenn dir die von SmartFocus errechneten Ausschnitte nicht gefallen. Du kannst auch die SmartFocus Ausschnitte in der späteren Videobearbeitung jederzeit nach deinen Vorstellungen anpassen. Auf jeden Fall macht das automatische Zoomen mit SmartFocus insgesamt weniger Arbeit.

Wie SmartFocus mit Camtasia funktioniert

Schon während Du deinen Bildschirm aufnimmst, merkt sich Camtasia welchen Weg deine Maus auf dem Monitor zurücklegt, wo Du auf welche Elemente mit welcher Maustaste klickst, welches Fenster auf dem Monitor gerade aktiv ist oder auch wo Du Text eingibst. Kurz, Camtasia versucht möglichst genau zu verfolgen und festzuhalten, wo was auf dem Monitor geschieht.

Aus diesen gesammelten Informationen errechnet der Camtasia SmartFocus dann die besten Zoompunkte. Wenn Du deine .camrec-Datei anschließend im Editor öffnest und zur Timeline hinzufügst, werden diese Zoompunkte auf dem Clip in der Timeline angezeigt.

Wichtig: SmartFocus funktioniert nur mit Camtasia-Aufnahmedateien, das sind die Dateien mit der Endung .camrec. Für andere Video-Formate können keine automatischen Zoompunkte generiert werden.

Jedoch kannst Du in allen Video-Formaten, die Camtasia verarbeiten kann, manuell deine Zoompunkte setzen.

Den SmartFocus aktivieren

Sollten beim Einfügen der .camrec-Datei auf die Timeline keine Zoompunkte erscheinen, dann ist SmartFocus noch ausgeschaltet. Gehe zum Aktivieren auf den Reiter „Zoom & Schwenk“, im unteren Teil des Fensters findest Du die Option „SmartFocus auf hinzugefügte Clips anwenden“. Hake diese an und in Zukunft werden deine .camrec-Dateien beim Einfügen auf die Timeline automatisch mit SmartFocus-Zoompunkten ausgestattet.

So aktivierst Du SmartFocus

Mit dem Button „SmartFocus auf ausgewählte Clips anwenden“ kannst Du, falls die erste Option nicht aktiv war, nun die Zoompunkte für den ausgewählten .camrec-Clip auf der Timeline erstellen lassen.

Mit „SmartFocus auf Timeline anwenden“ werden alle .camrec-Dateien auf der Timeline mit automatischen Zoompunkten bestückt.

So setzt Du SmartFocus für deine Videoclips ein

Als ersten Schritt nimm deinen Bildschirm so groß wie möglich auf. Das heißt, nutze die gesamte Fläche deines Monitors für deinen Screencast aus um eine hohe Auflösung zu erreichen.

Wenn Du zum Beispiel nur 800 x 600 Pixel deines Bildschirms aufnimmst, dann wird beim späteren Einzoomen auf einen Ausschnitt dieser Aufnahme das fertige Video ziemlich unscharf, gerade wenn das Video ein größeres Format als das Aufnahmeformat haben soll, wie beispielsweise 1280 x 720 Pixel.

Dieses 16:9 Format wird übrigens in Camtasia für YouTube und Screencasts empfohlen. Wenn Du also deinen Bildschirm im Vollbild mit größeren Abmessungen als das spätere Video aufnimmst, hast Du Spielraum zum Zoomen, ohne dass alles unscharf und verwaschen aussehen muss.

Der SmartFocus fügt Zoompunkte immer automatisch ein, wenn Du beim ersten Platzieren deiner .camrec-Datei auf der Timeline ein kleineres Anzeigeformat wählst als das Aufnahmeformat hat.

Zum Beispiel hast Du dein Screencast mit 1664 x 936 Pixel größer aufgenommen als das fertige Video sein wird und wählst nun das empfohlene YouTube-Format von 1280 x 720 Pixel als Anzeigeformat aus. In diesem Fall werden also die SmartFocus Zoompunkte automatisch gesetzt.

Unterschidliche Formate von Aufnahme und späterem Video

So bearbeitest Du die SmartFocus Zoompunkte

Die Zoompunkte, die SmartFocus automatisch eingefügt hat, sind auf deinem Videoclip auf der Timeline als Kreise mit einem Pfeil links davon dargestellt.

Zoompunkte auf der Timeline

Spiele den Clip auf der Leinwand ab, um zu sehen ob die errechneten Zoompunkte passen.

Solltest Du mit den Ausschnitten zufrieden sein, dann kann es nicht besser sein, denn Du hast damit keine weitere Arbeit mehr. Solltest Du nur kleinere Änderungen vornehmen wollen, so ist das aber in der Regel schnell gemacht.

  • Den Zoompunkt verschieben

Du bist im Grunde mit dem Ausschnitt zufrieden, der Zoom setzt nur zu früh oder zu spät ein? Dann verschiebe den Zoompunkt auf dem Videoclip einfach mit der Maus an die gewünschte Stelle. Halte dazu den Cursor ganz genau über den Pfeil der links am Zoompunkt hängt und verschiebe das Ganze mit gedrückt gehaltener linker Maustaste. Wenn der Cursor dabei zum Doppelpfeil wird bist Du nicht genau auf dem Pfeil und Du ziehst das Gebilde auseinander anstatt zu verschieben.

Den Zoompunkt mit der Maus verschieben

  • Die Dauer verlängern

Ist dir der Zoom zu schnell und willst ihn verlangsamen, dann halte den Mauscursor über das linke Ende des Pfeils am Zoompukt oder über den Kreis. Wenn der Mauszeiger zum Doppelfeil wird, dann ziehe mit gedrückt gehaltener linker Maustaste den Pfeil nach links in die Länge oder schiebe entsprechend den Kreis nach rechts um den Zoompunkt auseinander zu ziehen.

Den Zoompunkt auf der Timeline auseinanderziehen

  • Einen Zoompunkt entfernen

Willst Du einen Zoompunkt entfernen, rechtsklicke auf den betreffenden Zoompunkt-Pfeil. Dieser wandelt seine Farbe dadurch von blau nach gelb. Wähle anschließend aus dem erscheinenden Menü „Löschen“ aus, oder wähle „Alle visuellen Animationen auf Medium löschen“ wenn Du alle Zoompunkte entfernen willst.

Einen Zoompunkt löschen

  • Weitere Möglichkeiten unter Zoom & Schwenk den Zoom zu ändern

Wichtig: Für alle nachfolgenden Möglichkeiten den Zoom zu ändern muss die Suchleiste auf der Timeline genau über dem Kreis des Zoompunktes stehen, den Du bearbeiten willst.

Steht die Suchleiste nicht über dem Kreis des betreffenden Zoompunktes, wird dort, wo sich die Suchleiste gerade befindet, einfach ein neuer Zoompunkt angelegt, wenn Du die Bearbeitung startest.

  • Die Zoomstärke verändern

Hast Du die Suchleiste über dem betreffenden Zoompunkt-Kreis positioniert, kannst Du unter dem Reiter Zoom & Schwenk mit dem Schieberegler die Zoomstärke skalieren. Alternativ kannst Du auch im Feld rechts neben dem Schieberegler direkt nummerisch die Zoomstärke eingeben. Das Feld hat den Vorteil, dass Du hier auch Werte über 100 eintippen kannst.

Den Zoom skalieren

  • Medium auf optimale Qualität skalieren

Mit dem Button „1:1“ skalierst Du das Medium am Zoompunkt auf die optimale Qualität. Das bedeutet, der Ausschnitt wird auf Auflösung der Aufnahme skaliert, also auf 100% gesetzt. Da deine Aufnahme möglichst eine höhere Auflösung haben sollte als das spätere Videoformat, hast Du entsprechend des Unterschiedes zwischen Aufnahmeformat und Videoformat einen entsprechenden Zoom in optimaler Qualität erhalten.

Medium auf optimale Qualität skalieren

  • Medium auf Leinwandgröße skalieren

Mit dem zweiten Button passt Du das Medium an entsprechendem Zoompunkt in die Leinwand ein.

Medium auf Leinwandgröße skalieren

  • Den Ausschnitt verschieben

Im Zoom & Schwenk Fenster wird der Videoclip nochmals in einem Fenster im oberen Bereich genauso wie auf der Leinwand angezeigt. In diesem Fenster funktioniert auch die Bearbeitung des Videoclips, genauer Skalieren und Verschieben, genauso wie auf der Leinwand. Nur dass die hier vorgenommenen Änderungen im betreffenden Zoompunkt gespeichert werden.

Hier kannst Du also den Ausschnitt an eine andere Position verschieben und alternativ durch Skalieren des Ausschnitts die Zoomstärke ändern.

Den Ausschnitt an eine andere Position verschieben

  • Den Zoom oder den Ausschnitt auf der Leinwand ändern

Hierzu muss die Suchleiste nicht über dem Zoompunkt positioniert werden. Wenn Du auf der Leinwand die Position, die Skalierung oder auch die Rotation des Mediums änderst, dann übernimmt der nächstgelegene Zoompunkt links neben der Suchleiste diese Änderungen.

  • Einen Zoompunkt manuell hinzufügen

Wie weiter oben bereits angedeutet, kannst Du einen Zoompunkt auch manuell einfügen.

Der indirekte Weg einen Zoompunkt einzufügen: Positioniere die Suchleiste dazu an der gewünschten Stelle auf der Timeline und  ändere im Zoom & Schwenk Fenster irgendetwas als wenn Du einen Zoompunkt bearbeiten wolltest. An der Position der Suchleiste wird dann ein Zoompunkt erstellt. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Clip ausgewählt ist oder nicht. Hast Du mehrere Spuren mit Videoclips belegt, wird auf jedem Clip an dieser Stelle ein Zoompunkt eingefügt.

Der direkte Weg einen Zoompunkt einzufügen: Unter dem Reiter „Visuelle Eigenschaften“ kannst Du direkt einen Zoompunkt bzw. eine Animation einfügen. Oder nutze einfach das Tastenkürzel Z um die Animation einzufügen.

Auch hierfür muss die Suchleiste an der gewünschten Stelle platziert werden. Jedoch musst Du zusätzlich den gewünschten Videoclip auswählen, damit dir die Optionen im Visuelle-Eigenschaften-Fenster überhaupt angezeigt werden.

Mit dem Button „+ Animation einfügen“ im Fenster oben links erstellst Du im ausgewählten Clip eine Animation.

Eine Animation einfügen

Ein Zoompunkt ist übrigens eine Animation, deshalb ist die Darstellung der Animation und des Zoompunktes auf der Timeline die gleiche. Sollte sich die Suchleiste auf der Timeline über einem Zoompunkt/Animation befinden, dann ist der Button „+ Animation einfügen“ nicht aktiv.

Die manuell eingefügten Zoompunkte bzw. Animationen kannst Du mit den Optionen unter „Zoom & Schwenk“ ganz genauso bearbeiten wie die von SmartFocus automatisch eingefügten Zoompunkte.

Die weiteren Möglichkeiten die sich hinter dem Reiter „Visuelle Eigenschaften“ verbergen zeige ich dir im nächsten Tutorial-Teil zur Videobearbeitung mit Camtasia Studio.

Fazit zum SmartFocus zum gezielten Zoomen

Das gezielte Zoomen ist für Screencasts eine wichtige Sache damit deine Zuschauer das Geschehen auf dem Bildschirm gut verfolgen können. SmartFocus hilft dir dabei, die optimalen Ausschnitte zu finden und wenn der automatische Zoom mal nicht passen sollte, lässt sich alles ganz leicht ändern.

Eine übersichtliche Zusammenfassung aller 10 Tutorial-Teile findest Du hier.

Im nächsten Teil zum Videobearbeitungsprogramm Camtasia geht es weiter mit:

So gestaltest Du Animationen mit den Visuellen Eigenschaften

Bisherige Tutorial-Teile zur Videobearbeitung:

Videobearbeitung mit Camtasia Studio – Start einer neuen Tutorial Serie

Übersicht über Camtasia Studio 8 und den Editor

Wie Du in Camtasia den Bildschirm aufnimmst

Wie Du ein Video in Camtasia schneidest

So fügst Du in Camtasia Studio Callouts in dein Video ein

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

5 Comments

  • Hannah

    8. Januar 2015

    Hallo,
    ich finde Ihre Videos total super und Anschaulich gemacht !! Nun aber habe ich eine Frage bei mir im Büro gibt es verschiedene Meinungen wie man ein Video erstellen sollte… Der eine sagt erstmal nur das Bild und im nachinein dann die Sprache aufnehmen oder eben alles auf einmal.. Wie gehen Sie da vor ? Ich konnte da für mich noch nicht den richtigen weg finden.

    Mit freundlichen Grüßen

    H. Kast

  • Diana Ludwig

    10. Januar 2015

    Hallo Hannah,

    erst einmal vielen Dank für dein Lob 😀

    Ich denke, beim Video drehen gibt es nicht den einen richtigen Weg.

    Ich persönlich mache mir zuerst einen Plan über den Inhalt des Videos und was ich an welcher Stelle dazu sagen werde. Dann nehme das Video auf und konzentriere mich ganz auf den Ablauf und meine Bewegungen. Also darauf, z. B. nicht zu sehr mit der Maus herumzufuchteln oder nicht wichtige Details im Ablauf zu vergessen.
    Erst danach bespreche ich das Video, dabei helfen mir dann meine Notizen.

    Es gibt aber auch Menschen, die können wunderbar beides auf einmal in einem Rutsch, ohne sich zu verhaspeln oder sich beim Videodreh zu verlaufen. Das spart natürlich Zeit. Letztendlich muss jeder für sich persönlich herausfinden, wie er am besten zurechtkommt.

    Viele Grüße
    Diana