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Alternative Tastaturlayouts

Der folgende Artikel hat diesmal nichts mit Webdesign oder Webworking zu tun, mit dem Schreiben schon eher, wenn auch indirekt.

Es geht um die „Schreibhardware“ 😉 – um Tastaturen und ihre Layouts.

Wie ich auf dieses Thema kam? Ganz einfach, in der Vergangenheit habe ich keine längeren Texte schreiben müssen, weil meine Hauptaufgabe und gleichzeitig mein Steckenpferd die kreative Arbeit mit Grafiken sowie das Design ist.

Aber seit Kurzem schreibe ich regelmäßig Artikel für diesen Block.

Vor dieser Zeit bin ich mit meiner Tippweise, die einem Zwei-Finger-Such-System doch schon recht nahe kommt, noch ganz gut zurecht gekommen. Wie gesagt, es gab nicht viel zu tippen.

Jetzt sieht die Sache schon ganz anders aus und ich dachte mir, die Gelegenheit ist günstig – lerne doch endlich mal vernünftig Schreibmaschine schreiben.

Im Laufe der Zeit hatte ich den Versuch – mit langen Pausen dazwischen – schon öfter unternommen. Die Projekte 10-Finger-System verliefen allerdings immer wieder schnell im Sande, da die Notwendigkeit fehlte.

Also auf ein Neues. Diesmal hatte ich einen guten Grund durchzuhalten, denn ich wollte mich in Zukunft nicht mehr so lange mit der Tipperei aufhalten müssen und Texte ratz fatz runterrattern können.

Ich installierte mir also Tipp10, ein kostenloses Schreibmaschinen-Trainingsprogramm, und fing an zu üben. Dabei stieß ich auf einen Übungstext, der von Alternativen zum gebräuchlichen Tastaturlayout handelte.

Ich hatte bisher noch nie davon gehört und war überrascht, dass es sowas gab.

Ich ging bisher ebenso davon aus, dass unser bekanntes Tastaturlayout optimal und zum Wohle der Nutzer entwickelt worden war und gar kein Bedarf für ein anderes bestünde.

Obwohl ich mich schon des Öfteren fragte, was man sich bei der Verteilung der Tasten wohl gedacht hatte, ein sinnvolles Muster konnte ich als Laie dabei nicht erkennen.

Mein Interesse war jedenfalls geweckt und ich informierte mich eingehender im Web über die verschiedenen Tastaturlayouts.

Das deutsche Standardlayout QWERTZ, bzw. das amerikanische Pendant QUERTY und zwei weitere Tastaturbelegungen stelle ich ganz kurz vor.

QUERTZ-Tastaturlayout

Das QUERTZ-Tastaturlayout ist das Layout, welches wir in Deutschland wahrscheinlich fast alle benutzen. Es ist zurückzuführen auf das amerikanische QUERTY-Layout.

Ein amerikanischer  Buchhalter namens Christopher Latham Sholes hat 1868 die Tasten der Schreibmaschine neu angeordnet, hauptsächlich um zu vermeiden, dass sich die Hebel mit den Buchstaben dauernd verhakten. Zuvor waren die Buchstaben alphabetisch sortiert.

Der ergonomische Teil dabei war, die im englischen häufig vorkommenden Buchstaben E, T, O, A, N und I möglichst halbkreisförmig anzuordnen.

Die Finger legen auf der QUERTZ/Y-Tastatur lange Wege zurück. Der Techniksoziologe Paul David bezeichnet das QUERTY-Tastaturlayout als ineffizient und für das 10-Fingersystem nicht geeignet (Quelle: Wikipedia).

Dvorak-Tastaturlayout

Diese Tastaturbelegung wurde 1932 unter ergonomischen Gesichtspunkten entwickelt. Die Tasten sind komplett anders angeordnet, damit die Hände weniger ermüden und schnelleres Schreiben möglich ist.

Das Dvorak-Tastaturlayout konnte sich jedoch nie durchsetzen.

NEO-Tastaturlayout

Das NEO-Tastaturlayout wurde 2004 vorgestellt und ist für die deutsche Sprache optimiert. Auch hier wurden die Tasten unter ergonomischen Gesichtspunkten angeordnet um das Zehnfingerschreiben zu erleichtern.

Die Neo-Tastaturbelegung besteht aus sechs Ebenen. Die ersten beiden Ebenen bestehen aus der Groß- und Kleinschreibung.

Die dritte Ebene beinhaltet Klammern und Sonderzeichen für das Schreiben von Code, die vierte Ebene hat einen Navigationsblock und einen Ziffernblock.

Die Ebene fünf besteht aus allen griechischen Kleinbuchstaben und die sechste Ebene beinhaltet viele mathematisch-naturwissenschaftliche Zeichen.

QWERTZ ist weiterhin vorherrschend

Das sich bis heute alternative Tastaturlayouts nicht durchgesetzt haben, seien sie auch noch so sinnvoll, liegt einfach daran, das alles schon ewig auf die QWERTZ-Belegung ausgerichtet ist.

Sie ist viel zu lange Standard um das nun einfach zu ändern. Nicht nur, dass die Produktion der Tastaturen angepasst werden müsste, stellt euch nur einmal vor, ganze Firmen würden auf einmal umsteigen, das absolute Chaos würde sicherlich herrschen bis alle tastaturentechnisch umgeschult wären 😉

Ich denke, auch Lehrer und Ausbilder würden nicht begeistert sein, nach eventuell jahrelanger Routine auf einmal ihren Unterricht diesbezüglich umwerfen zu müssen.

Kurz, es wäre sicherlich ein erheblicher Aufwand – und wer will den schon? Nicht zu vergessen, dass auch Kosten entstehen können.

Probieren geht über Studieren

Nichtsdestotrotz habe ich mich entschlossen meinen Händen und Sehnen etwas Gutes zu tun, indem ich auf Fingerspagat auf der Tastatur verzichte. Ich hoffe außerdem, dass mir ein effizientes Layout dabei hilft schneller zu werden.

Das NEO-Tastaturlayout hat mich am meisten gereizt, da es speziell auf die deutsche Sprache ausgelegt ist und eine Ebene besitzt, die extra zum Programmcode schreiben entwickelt wurde.

Den NEO-Treiber habe ich bereits installiert. Praktischerweise kann über die Taskleiste zwischen den beiden Tastaturlayouts QWERTZ und NEO einfach hin und her geschaltet werden.

Mein Übungsprogramm Tipp10 beherrscht zum Glück auch NEO – das Training kann beginnen. Ich bin sehr gespannt, wie sich meine Tippgeschwindigkeit entwickeln wird.

Was meint Ihr?

Ich würde sehr gerne eure Meinungen zum Thema Tastaturlayout lesen.

Was denkt Ihr über QUERTZ, NEO oder ein anderes Layout?

Käme ein Umstieg für euch eventuell auch in Frage und warum/warum nicht?

Hat bereits jemand von euch Erfahrungen mit alternativen Tastaturlayouts gemacht?

Ich freue mich über Kommentare von euch

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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