Coworking

Coworking – Wer arbeitet schon gerne alleine?

Der Mensch ist von Natur aus kein Einzelgänger. Viele Existenzgründer bemerken dies erst wenn sie ihr eigener Chef sind, meist noch in den eigenen vier Wänden.

Dies betrifft in der heutigen Zeit einen großen Teil der Freelancer, Designer, Webworker, Programmierer und viele weitere Gruppen der Selbständigen. Dank dem Internet und dem digitalen Goldrausch war es auf den ersten Blick nie so einfach, den Weg in die Selbständigkeit zu wagen.

Aber vielen Einzelkämpfern fehlt nach Jahren der Zusammenarbeit mit Kollegen die Gruppe. Dies äußert sich durch verschiedene Symptome.

Der Verlust an Kreativität, allgemeine Antriebslosigkeit oder einfach der Verlust, Probleme aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten und Lösungen zu entwickeln. Doch Coworking bietet noch mehr Vorteile für einen Jungunternehmer.

Coworking – Trend aus den USA

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass es erneut ein Trend über den großen Teich geschafft hat. Coworking ist in den USA schon seit einigen Jahren ein erfolgreiches Modell der Zusammenarbeit verschiedener Branchen in einem gemeinschaftlichen Büro.

Dabei ist Coworking nicht mit den bekannten Bürogemeinschaften zu verwechseln. Während sich bei den gängigen Gebäuden mit manchmal dutzenden von Einzelbüros die einzelnen Mieter sich nie zu Gesicht bekommen und auch nach Jahren des Nebeneinanders nicht kennen, ist der Geist beim Coworking ein anderer.

Miteinander statt Gegeneinander

Menschen die sich Deinen Coworking-Space mieten, suchen gezielt das Miteinander. Egal ob der Webdesigner vielleicht den ein oder anderen Kniff beim Programmierer sucht oder der Programmierer eventuell Hilfe bei der nächsten Marketingkampagne für sein aktuelles Programm vom Marketingexperten benötigt.

Der gemeinsame Austausch von Ideen und Kenntnissen ist nicht nur ein toller Nebeneffekt beim Coworking sondern sogar erwünscht.

Networking mal anders

Zwar kennen wir alle die Weisheit ohne Netzwerken geht heute nichts, doch vieles spielt sich noch virtuell ab. Egal ob dies über Xing, Facebook, Google+, LinkedIn oder Twitter erfolgt. Aber der persönliche Kontakt, quasi Auge in Auge, bleibt einfach unschlagbar.

Das bekannte Beschnuppern, Begutachten des Gegenübers ist für eine langfristige Zusammenarbeit unerlässlich. Die Chemie muss einfach stimmen. Gerade hier findet der Selbständige einen weiteren Vorteil im Coworking.

Durch die gemeinschaftliche Arbeit lassen sich oftmals längerfristige Geschäftsbeziehungen knüpfen von denen alle Beteiligten profitieren – und das alles ohne die Anonymität des Internet.

Coworking und der Kollegen-Effekt

Der Kollegen-Effekt oder auch Peer-Effekt ist nichts anderes als der allseits bekannte Gruppenzwang. Bei der Arbeit und im Coworking hat dieser Effekt jedoch positive Wirkungen. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass im Team deutlich produktiver gearbeitet wird.

Gerade bei Selbständigen ist im Grundsatz ein Konkurrenzdenken vorhanden und wenn man sieht, dass sein Gegenüber fleißiger ist als man selber, wird automatisch die eigene Leistung erhöht. Natürlich gibt es wie bei jeder Regel auch Ausnahmen und nicht jeder wird für sich die Teamarbeit entdecken können, jedoch ist es gerade für jene, die ständig im Home-Office arbeiten, ein Versuch wert.

Schließlich bedeutet eine höhere Produktivität zum Ende hin meist auch mehr Umsatz und damit hoffentlich auch einen höheren Gewinn.

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Wer gerne flexibel seine Arbeitszeit gestalten möchte und eher in den Abendstunden beginnt produktiv zu werden, wird es etwas schwerer haben geeignete Coworking-Spaces zu finden. Die meisten Einrichtungen sind nicht rund um die Uhr geöffnet und haben normale Büroöffnungszeiten.

Doch vielleicht können hier gerade Workaholics einen Vorteil draus ziehen und sich selber so zum Feierabend zwingen. Auch der dauernde Trubel am Arbeitsplatz kann einen Kreativen die Flucht ergreifen lassen, manchmal benötigt man halt doch Ruhe um sich zu konzentrieren.

Viel Leistung für wenig Geld

Internetanschluss, Kopierer und weitere Peripheriegeräte gehören in vielen Coworking-Spaces bereits zur Grundausstattung. Nebst der vorhandenen Hardware und Möglichkeiten zur Kommunikation, gibt es auch die Möglichkeit bei Bedarf Konferenzräume zu mieten, falls man Kundengespräche vor Ort durchführen möchte oder Präsentationen geplant hat.

Dabei liegen die Preise für einen Coworking-Arbeitsplatz um die 120 Euro im Monat und der Selbständige muss sich nicht fest binden. Sogar Tagestickets können gemietet werden um einen Einblick in die Coworking-Szene zu erhalten.

Fazit:

Gerade für Einzelkämofer denen daheim die berühmte Decke auf den Kopf fällt, ist das Projekt Coworking eine Überlegung wert. Es können nicht nur neue Kontakte geknüpft, sondern auch der eigene Horizont erweitert werden und das alles zu Kosten, die sich sehr übersichtlich gestalten.

Coworking sollte nicht als Ersatz zum Home-Office gesehen werden, sondern eher als Erweiterung.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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