Der Flow – liebstes Kind von Bloggern, Selbständigen und anderen Ambitionierten

Der Flow – liebstes Kind von Bloggern, Selbständigen und anderen Ambitionierten

Flow klingt für viele sicher erst einmal befremdlich. „Was soll das sein?“ ist vielleicht dein erster Gedanke. „Bestimmt wieder was von der anderen Seite des großen Teichs“ wird der ein oder andere jetzt vermuten. Der Begriff Flow ist zwar englisch und bedeutet übersetzt fließen, aber es handelt sich keinesfalls um die neueste Erfindung aus den USA.

Die Erfahrung des Flow hat jeder von uns in seinem Leben bereits des Öfteren gemacht, da bin ich mir ganz sicher. Erinnerst Du dich noch an deine Kindheit, als Du vollkommen gedankenversunken mit vielen bunten Stiften und deinem Zeichenblock den Küchentisch in Beschlag genommen und hochkonzentriert „gearbeitet“ hast?

Die Welt um dich herum hattest Du dabei völlig vergessen und nahmst sie praktisch nicht mehr war, es gab nur noch die Farben, das Papier und dich. In diesem Zustand vergisst Du auch die Zeit, Du merkst überhaupt nicht, wie es immer später und später wird.

Das was ich gerade beschrieben habe ist dieser besagte Flow-Zustand, oder einfach Flow. Manche sagen auch, sie befinden sich im Flow. Mihaly Csikszentmihalyi hat die Flow-Theorie entwickelt. Der Flow ist praktisch das Gegenteil von Denkblockaden und anderen Hemmungen, die einer erfolgreichen Arbeit im Wege stehen. Er kann bei allen möglichen Tätigkeiten erreicht werden, ob nun bei einer körperlichen Aktivität oder bei geistiger Arbeit.

Wie fühlt sich der Flow an?

Du bist vollends auf deine Aufgabe konzentriert. Deine gesamte Aufmerksamkeit gilt dem Problem und Du gehst zielgerichtet ans Werk. Das Bemerkenswerte im Flow ist, dass die Konzentration nicht erzwungen werden muss, sondern dass alles wie von selbst geht. Es ist wichtig, dass Du nicht glaubst, dass dieses vergleichbar ist mit „sich am Riemen reißen“.

Möglicherweise musst Du dich zuerst dazu aufraffen anzufangen und erreichst irgendwann dann doch diesen begehrten Zustand, aber solange Du dich bewusst um Konzentration bemühen musst, bist Du nicht im Flow. Deshalb ist es optimal, wenn dich die Aufgabe einfach interessiert, je reizvoller und spannender Du sie findest umso besser.

Du hast ein bestimmtes Ziel vor Augen. Du nimmst nur Informationen auf und verarbeitest diese, die für das Erreichen des Ziels nützlich sind. Wichtig hierbei ist, dass Du dein Ziel auch für erreichbar erachtest und keine Zweifel daran hast. Denkst Du, Du wirst es nicht schaffen, kommst Du auch nicht in den Flow-Zustand.

Die Anforderung darf dich deswegen auch nicht überfordern. Wichtig ist, dass die Aufgabe deinen Fähigkeiten entsprechend angelegt ist. Das bedeutet, dass Du jederzeit der Arbeit gewachsen bist, sie aber auch nicht so einen niedrigen Anspruch hat, dass Du dich langweilst. Der Flow-Bereich liegt zwischen Überforderung und Unterforderung.

Du erhältst permanente Rückmeldung über den Erfolg deines Tuns. Das bedeutet, Du erfährst unmittelbar welche Auswirkungen dein jeweiliger Handlungsschritt hat. Du musst also nicht lange auf Ergebnisse warten, was die Arbeit unnötig verzögern würde und einen dadurch aus der Konzentration und damit aus dem Flow bringen könnte.

Du hast das Gefühl der Kontrolle, dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Du hast grundsätzlich das Empfinden das Projekt im Griff zu haben. Das stärkt deine Selbstsicherheit und dein Selbstbewusstsein, was wiederum das Aufgehen in deiner Aufgabe fördert.

Auch hast Du keine Angst vor Versagen und empfindest keinerlei Erfolgsdruck. Wieder ist Sicherheit das A und O, jegliche Ängste und Befürchtungen sind Feinde des Flow.

Aus den vorgenannten Punkten resultiert die Mühelosigkeit, mit der Du deine Arbeit verrichtest und dein Projekt verwirklichst. Im Flow geht alles wie von selbst, der Einsatz von Kräften wird nicht als Anstrengung im negativen Sinne empfunden, sondern als ein Energie fließen lassen. Wenn Du dich verausgabt hast, zum Beispiel durch sportliche Betätigung, wird das nicht als ein „Ausgebrannt sein“ empfunden, sondern als glückliche Erschöpfung.

Sehr faszinierend im Flow finde ich persönlich das relative Zeitgefühl. Du bist so vertieft in deine Arbeit, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Du glaubst gerade erst begonnen zu haben, aber dabei warst Du in Wirklichkeit schon Stunden bei der Sache ohne dies bemerkt zu haben.

Zusammengefasst lässt sich der Flow als ein vollkommenes Aufgehen in seiner Aufgabe beschreiben. Ein Zustand der Harmonie, in dem Du selbstvergessen mit deiner Handlung eins wirst. Im Flow sind wir zufrieden und glücklich, deshalb sind wir gerne in diesem Zustand.

Wie gelange ich in den Flow?

Wenn gewisse Umstände stimmen, so ist es im Prinzip ganz leicht in den Flow-Zustand zu kommen. Die Grundvoraussetzungen sind, dass die Aufgabe nicht zu schwer und nicht zu leicht ist, also deinen persönlichen Fähigkeiten entspricht. Dadurch fordert sie die nötige Konzentration und Aufmerksamkeit. Weiterhin sollte Dir die Arbeit bzw. die Aktivität gefallen. Interesse ist immer ein ausgezeichneter Motivator.

Dabei ist zu beachten, dass jeder Mensch natürlich unterschiedliche Projekte reizvoll findet und deshalb auch jeder seine ganz persönlichen Aktivitäten mit Flow-Effekt hat. Arbeiten, die Raum für Kreativität lassen und in denen der Schaffende sich frei entfalten kann sind besonders flowverdächtig.

Fazit:

Der Flow ist ein Zustand für dessen Erreichen es kein sicheres Patentrezept gibt. Trotzdem kann wirklich jeder recht mühelos hineinfinden, wenn je nach Persönlichkeit die Bedingungen stimmen. Alles was mit Zwang oder sonstigen negativen Umständen zu tun hat macht den Flow praktisch unmöglich. Auch Ablenkung sollte natürlich vermieden werden.

Wenn Du den im Artikel beschriebenen Wirkungsweisen Beachtung schenkst, wirst Du sicherlich den ein oder anderen Flow erleben. Viel Erfolg 🙂

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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