Die Rentenversicherung als Selbständiger - Geldausgabe oder Notwendigkeit?

Die Rentenversicherung als Selbständiger – Geldausgabe oder Notwendigkeit?

Das Thema Rentenversicherung für Selbständige war spätestens nach den Plänen unserer Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wieder in aller Munde. Ziel ist die Pflichtversicherung für Selbständige um die allgemeine Altersarmut zu bekämpfen. Derzeit obliegt die Rentenversicherung in den meisten Fällen bei dem Selbständigen. Doch viele Einzelunternehmer, Existenzgründer und Blogger verzichten aufgrund der Mehrkosten auf eine Altersvorsorge.

Altersarmut – ehemalige Selbständige öfter betroffen

Die Versicherungsfreiheit ist für viele im Nachhinein eher Fluch denn Segen. Erst möchte man Geld sparen, dann läuft die eigene Firma vielleicht so gut, dass eine Vorsorge nicht mehr nötig erscheint und sollte man dann doch Pleite gehen, ist es sowieso zu spät um noch Vorsorge zu betreiben. Derzeit sorgt im Mittel jeder zehnte Firmeninhaber nicht für die Rente vor, Tendenz steigend. Gerade Einzelunternehmer und Freiberufler verdienen durchschnittlich nicht mehr als 1100 Euro im Monat. Bei solch geringen Mitteln bleibt natürlich nicht viel für andere Dinge übrig, insbesondere wenn diese noch weit weg erscheinen – wie die eigene Rente.

Bereits seit 2013 ist die Altersvorsorge verpflichtend

Dabei bleibt die Entscheidung wie für das Alter vorgesorgt wird beim Selbständigen. Nur jene die keinerlei Nachweise erbringen können, dass sie für ihren Lebensabend finanzielle Vorkehrungen getroffen haben, werden pflichtversichert. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten und man muss sich nicht für eine bestimmte Variante der Vorsorge entscheiden. Egal ob Lebensversicherung, Rürup-Rente oder gar die gesetzliche Rentenversicherung, alles ist möglich.

Nicht jeder kommt in den „Genuss“ der Pflichtversicherung

Nach Angaben der Berliner Zeitung gilt die Pflichtversicherung nur für Existenzgründer, Selbständige die das 30 Lebensjahr noch nicht erreicht haben oder Selbständige die weniger als 400 Euro im Monat an Gewinn verzeichnen können. Weiterhin gelten für die Altersgruppen 30 – 50 weichere Regelungen, wie diese Aussehen steht jedoch in den Sternen. Viele Selbständige sehen mittlerweile ihre Existenz gefährdet aufgrund der drohenden Mehrbelastung. Zwar ist es möglich sich bereits ab ca. 78 Euro im Monat zu versichern, jedoch ist diese Anlage kaum der Rede wert.

Rentenversicherung – Beratung tut Not

Jeder Selbständige sollte sich nunmehr mit dem Gedanken anfreunden, dass er um eine eigene Rentenversicherung nicht mehr herumkommt. Bevor jedoch zu schnell reagiert wird, sollte man die verschiedenen Möglichkeiten prüfen und jegliche Steuervorteile mitnehmen die es gibt. Es ist auch möglich, die Vorsorge auf verschiedene Töpfe aufzuteilen und eine entsprechende Risikostreuung zu erreichen. Wer sicher gehen will, sollte sich professionell beraten lassen. Wer der Versicherungsbranche nicht vertraut, sollte verschiedene unabhängige Berater aufsuchen und dann die Angebote in Ruhe vergleichen.

Fazit zur Rentenversicherung als Selbständiger

Während vor den Plänen der CDU noch die Frage im Raum stand ob man sich als Selbständiger um eine Rentenversicherung kümmern sollte, ist diese Entscheidung nun obsolet geworden. Die verpflichtende Altersvorsorge für Selbständige kommt und jeder ist gut beraten sich früh genug um die verschiedenen Möglichkeiten zu kümmern. Schnellschüsse kosten meist nur unnötig Geld und lassen Frust beim Anleger zurück.

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Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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