Besser, man hat eine Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung – Pflicht oder nicht?

Als Selbständiger versucht man seine Ausgaben bekanntlich zu minimieren. Ausgerechnet im Bereich Versicherungen und Vorsorge wird unter anderem von Existenzgründern am schnellsten der Rotstift angesetzt.

Doch gerade bei der privaten Haftpflichtversicherung sollte zweimal überlegt werden, ob sich der Verzicht lohnt. Dies gilt aber nicht nur für Selbständige, sondern auch für Menschen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder derzeit auf Jobsuche sind.

Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, schließlich schützt sie einen nicht nur bei fahrlässig verursachten Schäden im Alltag. Solche Schäden können schnell in Summen ausarten, speziell bei Personenschäden, die einen finanziell ruinieren können.

Achtung, nicht alles ist versichert

Während bei der privaten Haftpflichtversicherung Schadensarten wie Sachschäden, Vermögensschäden, Personenschäden und Mietsachschäden abgedeckt sind, gibt es eine Reihe von Schadensfällen bei denen die private Haftpflichtversicherung nicht greift.

Neben Schäden die vorsätzlich herbeigeführt werden, sind auch Sachschäden die durch die langsame Einwirkung von Kälte, Feuchtigkeit, Rauch, Wärme usw. entstehen bei den meisten Versicherungen nicht oder nur unter Zahlung einer erhöhten Gebühr abgedeckt.

Für verheiratete Personen gilt, selbst wenn beide Partner eine eigene Haftpflichtversicherungspolice besitzen, für gegenseitig aufkommende Schäden wird von der Versicherung keine Haftung übernommen.

Um hier also Geld zu sparen, sollten sich Partner, egal ob verheiratet oder unverheiratet, mit einer einzigen gemeinsamen Versicherungspolice begnügen. Dabei müssen die Versicherten jedoch gemeinsam unter einem Dach leben und beide in der Police namentlich genannt sein.

Die lieben Kleinen

Eltern haften für ihre Kinder – ein beliebter Spruch, den sicherlich jeder kennt. Hier sollte man also meinen, die Haftpflichtversicherung des Elternteils sollte grundsätzlich auch bei aufkommenden Schäden greifen, die von den Jüngsten der Familie verursacht werden.

Doch weit gefehlt, dies ist ein weitreichender Irrtum. Kinder sind von Gesetzwegen bis zu einem Alter von 7 Jahren überhaupt nicht haftbar zu machen. Sollten Schäden im Straßenverkehr auftreten, liegt diese Grenze sogar bei einem Alter von 10 Jahren.

Doch der Gesetzgeber geht noch einen Schritt weiter. Sollte das Kind zwar vom Alter haftbar sein, also zwischen dem 7 und 18 Lebensjahr sein, jedoch nicht die Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht haben (§ 828 BGB), ist eine Haftung des Kindes auch hier ausgeschlossen.

Die Elternteile müssen bei einem verursachten Schaden ihres Kindes nur dann aufkommen, wenn diese ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dabei ist aber kein Elternpaar im Grundsatz verpflichtet rund um die Uhr auf den Spross aufzupassen. Je nach Alter des Kindes gibt es auch hier verschiedene Staffelungen.

Hier wäre zum Beispiel der Schulbesuch zu nennen, in dem Eltern natürlich keine Aufsichtspflicht haben, sondern die entsprechenden Lehrer oder Betreuer. Wer trotzdem die Deliktunfähigkeit seiner Kinder mit absichern möchte, kann dies selbstverständlich machen. Im Allgemeinen lebt es sich damit um einiges ruhiger.

Versicherungen mit Selbstbehalt

Je nach Versicherung kann durch den sogenannten Selbstbehalt einiges an Beiträgen gespart werden. Es sollte jedoch bedacht und abgewogen werden, dass eher kleine Schäden auftreten, die man gerne durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt haben möchte.

Geht also durch eine Unachtsamkeit die Vase des Nachbarn zu Bruch und es wurde eine Versicherung mit Selbstbehalt gewählt, haftet der Versicherungsnehmer trotz Haftpflichtversicherung für den Schaden aus der eigenen Tasche.

Altverträge prüfen

Oftmals sind Verträge, die vor Jahren abgeschlossen wurden, mit dem Leistungsniveau aktueller Versicherungspolicen nicht mehr zu vergleichen. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan und jeder sollte seine private Haftpflichtversicherung überprüfen, sich im Zweifelsfall beraten lassen und seine Versicherung wechseln.

Hier kann einiges an Geld gespart und an Zusatzleistungen gewonnen werden. Es bietet sich an, die verschiedenen Versicherungen über einen Online-Portal zu vergleichen. Das spart nicht nur Zeit, sondern man kann auf einfache Art und Weise die verschiedenen Konditionen vergleichen.

Fazit:

Die private Haftpflichtversicherung ist eine absolute Pflichtversicherung, egal ob Selbständiger, Freiberufler oder Angestellter. Wer hier Geld sparen möchte, indem er auf eine Haftpflichtversicherung verzichtet, spart definitiv am falschen Ende und kann sich im Ernstfall finanziell komplett ruinieren.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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