Schutz vor Berufsunfähigkeit – Besonders für Selbständige wichtig

Schutz vor Berufsunfähigkeit – Besonders für Selbständige wichtig

Wer sich selbständig macht oder bereits einige Jahre der eigene Chef ist, sollte sich darüber bewusst sein, dass viele Bereiche der Vorsorge ebenfalls selbständig geregelt werden müssen.

Dazu gehört neben der Altersvorsorge beispielsweise auch die Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Etwa jeder fünfte Berufstätige wird berufsunfähig. Während häufig der Irrglaube herrscht, dass eine Berufsunfähigkeit meist eine Folge eines Unfalls ist, sind weitaus häufiger körperliche Erkrankungen oder psychische Probleme Ursache für die Unfähigkeit weiter dem eigenen Beruf nachzugehen.

Dies bedeutet, dass eine Berufsunfähigkeit nicht nur jeden Berufstätigen betreffen kann, gerade für Selbständige bedeutet sie zudem auch eine enorme finanzielle Belastung.

Staatliche Leistungen

Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung haben bei Berufsunfähigkeit, wenn sie nach dem 1. Januar 1961 geboren worden sind, Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Diese macht maximal 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens aus. Da die wenigsten Selbständigen jedoch freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung verbleiben, haben sie nicht einmal Anspruch auf diese staatliche Leistung.

Ihnen fällt im schlimmsten Fall das komplette Einkommen weg. Aus diesem Grund ist es besonders für Selbständige wichtig rechtzeitig privat vorzusorgen.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann die Differenz zwischen dem tatsächlichen finanziellen Bedarf und dem verbleibenden Einkommen bei Berufsunfähigkeit ausgleichen.

Denn die Versicherung zahlt im Leistungsfall eine monatliche Rente. Die Höhe dieser Rente kann der Versicherte dabei selbst bei Vertragsabschluss festlegen.

Es macht hierbei also durchaus Sinn, zu überlegen, welche finanziellen Mittel bei einer Berufsunfähigkeit noch zur Verfügung stehen und wie viel Geld notwendig ist um nicht nur den Lebensbedarf zu decken, sondern auch den eigenen Lebensstandard zu halten.

Beitragsberechnung

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung ergeben sich aus dem Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Beruf des Versicherten.

Dabei darf das Geschlecht nur noch bis zum 20. Dezember 2012 herangezogen werden, da der Europäische Gerichtshof für Versicherungen wie die Berufsunfähigkeit, aber auch private Kranken- und Lebensversicherung geurteilt hat, dass eine unterschiedlich Beitragsbemessung nicht zulässig sei.

Ab dem 21. Dezember 2012 werden daher nur noch Unisex-Tarife angeboten. Doch Alter, Gesundheit und Beruf werden auch dann noch eine große Rolle spielen. So ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel günstiger umso jünger man ist.

Ältere Versicherte müssen mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Auch wenn man Vorerkrankungen hat, kann die Versicherungsgesellschaft hier Risikozuschläge erheben.

Je nachdem in welchem Berufsfeld man arbeitet, sind ebenfalls Risikozuschläge zu erwarten. Handwerkliche Berufe werden dabei meist als risikoreicher eingestuft, während Berufe im kaufmännischen oder Dienstleistungsbereich häufig eher mit einem geringen Risiko verbunden sind.

Bevor es zu einem Vertragsabschluss kommt, sollte man allerdings mehrere Dinge beachten:

  • Abstrakte Verweisung

Das wichtigste bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass sie auch zahlt, wenn es zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Daher sollte man vor Abschluss eines Vertrags unbedingt sichergehen, dass die Versicherungsbedingungen die sogenannte „Abstrakte Verweisung“ eindeutig ausschließen.

Ist dies nicht der Fall, hat die Versicherungsgesellschaften sonst unter Umständen die Möglichkeit, Leistungen zu verweigern, wenn es dem Versicherten noch möglich ist in einem anderen Beruf zu arbeiten.

  • Nachversicherungsgarantie

Gerade wenn man die Versicherung in jungen Jahren abschließt, geht man vielleicht noch von einer geringeren Rente aus, da die eigenen Ansprüche nicht so hoch sind und es meist auch noch keine Familie zu versorgen gilt. Diese Situation kann sich jedoch ändern.

Man sollte daher mit der Versicherungsgesellschaft eine Nachversicherungsgarantie vereinbaren. Dies bietet dem Versicherten die Möglichkeit bei einer Veränderung der Lebenssituation, etwa einer Heirat oder der Geburt eines Kindes, den Versicherungsvertrag ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen.

  • Gesundheitsfragen

Da der allgemeine Gesundheitszustand und damit verbunden auch vorhandene Vorerkrankungen wichtig für die Beitragsberechnung sind, müssen vor Abschluss der Versicherung Gesundheitsfragen beantwortet werden. Diese sollten sowohl vollständig als auch wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Es macht keinen Sinn dem Versicherer etwa eine Vorerkrankung zu verschweigen, um so die Beiträge zu drücken. Denn kommt es dann zum Leistungsfall hat der Versicherer sonst vielleicht die Möglichkeit die Leistungen zu verweigern.

Den richtigen Tarif finden

Selbst bei gleichen Grundvoraussetzungen können sich die Tarife einzelner Versicherer hinsichtlich der Beiträge enorm unterscheiden. So werden Faktoren wie Alter und Beruf etwa von den Versicherungsgesellschaften unterschiedlich bei der Beitragsberechnung gewichtet.

Daher ist es sinnvoll, vor Versicherungsabschluss zu überprüfen, ob der gewählte Tarif nicht nur leistungsstark sondern auch günstig ist. Dies kann man mithilfe eines Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich geprüft werden. Dieser zeigt Ihnen Tarife, die Ihren Kriterien und Anforderungen genügen und dabei vergleichsweise geringe Beitragszahlungen erfordern.

Zusätzlich kann sich aber auch die Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsexperten lohnen, um einen auf die individuellen Bedürfnisse abgepassten Tarif zu finden.


Über den Autor

Juliane Wellisch ist Redakteurin für finanzen.de, einem unabhängigen Versicherungsvergleichsportal, und den angebundenen Fachportalen berufsunfaehigkeit.com und krankenversicherung.net.

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