Betrüger unterwegs auf Facebook

Facebook Fakes, Betrug, Spam und Co – So schützt du dich

Facebook, das größte Social Network der Welt ist nicht nur ein Platz für Privatanwender und Selbständige, die sich mit anderen austauschen möchten, sondern auch ein Schlaraffenland für jene, die auf unsaubere Weise versuchen den einen oder anderen Euro zu ergaunern.

Dabei helfen die Facebookuser leider immer wieder tatkräftig mit Falschmeldungen und Schadsoftware zu verbreiten.

Da ich selber Facebook gelegentlich, sowohl im Privaten als auch für blogsheet nutze, musste ich selbst im näheren Umfeld erkennen, wie unbedarft der ein oder andere mit der Weitergabe von Links und Meldungen ist.

Aber auch bei der Installation von Applikationen, die keinerlei Zweck erfüllen, aber eine kompletten Zugriff auf die Funktionen des Useraccounts bei der Installation erhalten, sind viele Facebookuser schnell bei der Hand.

Hinterfrage alles – auch vom besten Freund

Zwar wird der Begriff Freund spätestens seit Facebook inflationär gebraucht, aber zwischen den 1000 Leuten, die einem teilweise nicht einmal mehr vom Namen ein Begriff sind, hat man sicher noch den ein oder anderen wirklich guten Bekannten.

Doch auch hier kann im Internet nicht darauf vertraut werden, dass Nachrichten oder empfohlene Tools wirklich ungefährlich sind. Hier geht es auch nicht darum, dass einem nahestehende Personen bewusst Schaden zufügen wollen, sondern eben einfach unwissend oder leichtgläubig sind. Manche Betrugsfälle sind sogar so gut aufgemacht, dass selbst Profis betrügerische Absichten auf den ersten Blick nicht erkennen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Nachrichten, die mit der Bitte ausgestattet werden diese weiter zu verbreiten mit Tante Google überprüfen. Oftmals findet man hier schon Hinweise, ob eine Nachricht als Betrugsversuch gilt oder tatsächlich einer der wenigen ernstzunehmenden Hilfestellungen ist.

Nicht immer alles wahllos installieren

Applikationen sind nicht nur eine beliebte Spielerei auf Facebook und ein Millionengeschäft für die Anbieter, sondern auch ein potentielles Risiko für jeden Facebooknutzer. Natürlich ist die Versuchung groß, schnell ein empfohlenes Spiel oder Plugin zu installieren, ohne groß darauf zu achten, was eigentlich genau passiert und genau hier liegt das Problem.

Den meisten Usern ist nicht bewusst was sie ihrer neuesten App alles erlauben. Nehmen wir eine der sinnlosesten Facebook-Apps als Beispiel:

Der Facebook Geburtstagskalender

Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe zu Beginn meiner Facebookzeit den Geburtstagskalender auch installiert. Ich war unbedarft und mit den meisten Funktionen von Facebook nicht vertraut – ehrlich gesagt war es mir zu dem Zeitpunkt auch egal.

Ergo habe ich mir das Plugin installiert. Doch wozu? Facebook zeigt Dir von allen Freunden, Bekannten, Kollegen und Onlinefreunden den Geburtstag von Hause aus an. Das Ding bietet nicht einmal eine vernünftige Funktion außer Tonnen an Werbung, das Verschicken von Grußkarten und weiteren Geburtstagskalender-Einladungen. Trotzdem verbreitet sich die App wie ein Grippevirus im Winter.

Doch das Schlimmste ist, welchen Zugriff man diesem kleinen nutzlosen Tool gewährt. Nämlich den kompletten Zugriff auf die eigenen Daten und nebenbei die Erlaubnis in deinem Namen auf Facebook zu posten. Der Geburtstagskalender ist dabei keine Ausnahme.

Sicher spielst Du auch eines von den kostenlosen Spielen auf Facebook, viele davon haben so viele Zugriffsrechte auf deinen Account als wären sie der Inhaber. Welche Möglichkeiten hier gegeben sind um Schindluder zu treiben, muss nicht weiter ausgeführt werden.

Weitere bekannte Facebook Spam, Scam und Hoax Aktionen

Facebook Timeline deaktivieren

Niemand will sie, doch jeder wird darauf umgestellt – die berüchtigte Timeline, das neueste Kind von Mark „the Face“ Zuckerberg und die neuste Profilansicht für User. Mittlerweile gehen auch hier die tollsten Nachrichten umher, dass die Timeline deaktiviert werden kann.

Doch egal was Du liest – es ist und bleibt ein Märchen. Egal welche App dir eine Deaktivierung verspricht, es läuft auf einen Betrugsversuch hinaus.

Mitlesen bei Facebook nicht erwünscht

Bekannt ist dem ein oder anderen sicher auch dieser Text:

„Bitte tut mir einen riesen Gefallen… geht mit dem Cursor bitte auf meinen Namen (nicht klicken!), dann wartet bis der Kasten erscheint (mit meinem Namen und Bild drin). dann geht mit dem Cursor auf den „abonniert“ Button und wartet auf das Drop-down-Menü, dann macht bitte den Haken weg bei Kommentare und „gefällt mir“. DANKE!!! Und dann postet das in euren Status, wenn ihr auch nicht wollt, das jeder einzelne Post und „gefällt mir“-Klick von euch für jeden rechts im Newsticker sichtbar ist. Ich tu das auch gerne für euch“

 
Auch hier ist man einem sogenanntem Hoax aufgesessen. Sämtliche Einstellungen lassen sich nämlich problemlos selber vornehmen.

Ein wenig Erotik ist nicht verkehrt

Aber doch keine Pornos auf der eigenen Pinnwand. Noch ein Beispiel für einen beliebten Hoax:

Hacker sind jetzt auf Facebook und sie posten auf die Pinnwände deiner Freunde Pornos unter „deinem Namen“ ohne dass Du davon weißt. Du siehst es nicht, aber all deine Freunde sehen das es ”dein Post” ist. Wenn Du sowas von mir bekommst, DAS WAR NICHT ICH ! Poste diese Warnung auf deine Pinnwand damit jeder Bescheid weiß!

 
Ja die bösen Hacker, sie sind überall und haben nicht minder die Weltherrschaft im Sinn. Natürlich hat hier kein Hacker seine Finger im Spiel. Hier wird nur mit den Ängsten von Usern gespielt um diesen sinnlosen Kettenbrief weiter zu verteilen.

Facebook mal in anderer Farbe

So wie der ein oder andere nach einer durchzechten Nacht, ist auch Facebook blau. Während sich der Zustand bei den meisten zum Glück nach dem Auschlafen ändert, bleibt Facebook blau, egal was versprochen wird. Auch hier gilt – Finger weg von Apps die einem das Gegenteil versprechen.

Goldene Regeln zum Netzwerken

Es gibt selbstverständlich noch Dutzende weitere von Beispielen, doch der aufmerksame User wird hier sicher Muster erkennen um in Zukunft nicht mehr auf Betrugsversuche reinzufallen. Folgende Maßnahmen sollte jeder beherzigen:

  • Mach dich mit allen Funktionen von Facebook vertraut. Wissen ist auch hier Macht.
  • Lese sorgfältig durch welchen Zugriff du Apps gewährst. Wäge genau ab ob ein kompletter Zugriff auf Deine Daten vonnöten ist.
  • Verzichte lieber auf eine App als diese zu installieren. Es gibt genug Ersatztools.
  • Bevor Du Tipps verbreitest nimm dir 2 Minuten und google nach dem Wahrheitsgehalt. Andere User werden es dir danken.
  • Hinterfrage Meldungen – ohne Paranoid zu werden. 😉

Fazit:

Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich viele Kettenbriefe, Hoaxe und Betrugsversuche schon im Keim ersticken. Wer sich nicht alles installiert, weiterverbreitet und auch ein wenig Rücksicht nimmt auf seine Freundesliste, lebt nicht nur in der virtuellen Welt um einiges sicherer.

Schlussendlich ist es auch nicht vonnöten seine Bekannten mit der hundertsten Einladung einer App zu nerven, nur weil man sich selber einen Bonus verspricht, der vielleicht niemals kommt.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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