Finanzierungsfehler beim Start in die Selbständigkeit vermeiden

Im letzen Artikel aus der Serie Ratgeber für Selbständige, haben wir uns mit dem Businessplan beschäftigt und welche Inhalte dieser haben sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Existenzgründer ist die Finanzierung einer Firmengründung.

Genau an diesem Punkt können viele Fehler gemacht werden und die Unternehmung Selbständigkeit ist schon zu Beginn auf Treibsand gebaut.

Im folgenden Artikel erfährst Du darum erst einmal nichts über Finanzierungsmöglichkeiten, sondern wir durchleuchten mögliche Finanzierungsfehler bei einer Existenzgründung.

Zu wenig Eigenkapital beim Start

Es gibt viele Möglichkeiten sich die Selbständigkeit zu erschweren. Einer davon ist zu wenig Eigenkapital sein Eigen zu nennen.

Gerade die kleinen Ausgaben als Existenzgründer werden grundsätzlich unterschätzt. Zwar kann der Startup mit den verschiedensten Finanzierungshilfen ausgestattet sein, die einem helfen, jedoch gilt es gerade für die unvorhergesehenen Ausgaben, und davon gibt es reichlich, einen kleinen bis mittelgroßen Geldpuffer zu haben.

Gerade Existenzgründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen wollen, haben hier selbstverständlich ein großes Problem.

Vor allem Selbständige ohne ausreichendes Eigenkapital sollten sich den Risiken einer Pleite bewusst sein. Egal wie gut die Ausgaben kalkuliert werden, es kommt immer noch etwas dazu.

Immer daran denken – was schief gehen kann, wird auch schiefgehen – Murphys Gesetz.

Angst vor der Bank bei der Kreditanfrage

Es ist nicht einfach als Existenzgründer einen Kredit zu beantragen. Insbesondere wenn keine eigenen Sicherheiten vorliegen.

Dabei begehen viele Selbständige den Fehler der Bank nicht den eigentlichen Finanzierungsbedarf vorzulegen, aus Furcht durch die Höhe der Summe könnte der komplette Kredit abgelehnt werden. Doch das Risiko der Ablehnung muss unbedingt eingegangen werden.

Es hilft einem nicht weiter, wenn man mit zuwenig Fremdkapital bei nicht vorhandenem Eigenkapital in die Selbständigkeit geht. Der Firmenwagen ist plötzlich defekt, ein neuer PC muss her oder sonstige größere Ausgaben können hier schnell zum Stolperstein werden.

Ein weiterer Kredit oder ein Nachverhandeln mit der Bank kann einem dann schnell in die schlechtere Position bringen und im schlimmsten Fall den Ruin bedeuten, weil man nicht mehr zahlungsfähig ist.

Fehlkalkulation der laufenden Kosten

Telefon, Krankenversicherung, Miete, KFZ-Versicherungen und das war es schon? Der Großteil der Existenzgründer plant die monatlichen Kosten falsch und übersieht auch eine mögliche Kostenentwicklung (Stichwort Inflation).

Doch es gibt weitaus mehr Kosten, die in der Kalkulation berücksichtig werden sollten. Porto, Kontogebühren, Strom, Kosten für einen laufenden Webauftritt, Büromaterialen bis hin zum kleinsten Radiergummi und noch vieles mehr sind Ausgaben, die einfach in jeder Kostenkalkulation aufgenommen werden müssen.

Es gilt genau zu überlegen was für die Selbständigkeit an Ausgaben auf einen zukommt. Dazu gehören auch eventuelle Zeitschriften und Bücher, die zur Information oder Weiterbildbungszwecken gekauft werden.

Zu kleiner Kundenkreis

Ich dufte schon Selbständige kennenlernen, bei denen 50% des Einkommens durch einen Kunden generiert wurde. Gerade wenn das Gesamteinkommen knapp für das Überleben des Unternehmes reicht, ist solch eine Abhängigkeit sehr gefährlich.

Haupteinnahmequellen die wegbrechen sind kurzfristig fast nie zu ersetzen. Eine breite Streuung der Einahmequellen bzw. Ein großer Kundenkreis ist also dringend anzuraten.

Mangelnde Zahlungsmoral der Kunden

Natürlich hofft jeder, dass seine Kunden pünktlich zahlen, doch seien wir ehrlich, wer hat in seinem Leben nicht schon “alle Fünfe gerade sein lassen” und eine Rechnung zu spät bezahlt?

Als Selbständiger wird man schnell lernen, dass eine pünktliche Zahlung des Kunden überlebenswichtig sein kann. Doch leider ist die allgemeine Zahlungsmoral nicht immer die Beste.

Es gibt Kunden da muss man bis zur letzten Mahnung auf sein Geld warten oder im schlimmsten Fall sein Geld einklagen. All das sind Aufwendungen die berücksichtigt werden müssen.

Selbst wenn mehrere Kunden nicht sofort bezahlen muss das Unternehmen zahlungsfähig bleiben.

Falsche Preiskalkulation

Der Wettbewerb in vielen Bereichen ist hart und der Kunde nutzt oftmals den Preis als einzige Kenngröße um zu vergleichen.

Hier liegt es am Existengründer von Beginn an einen realistischen Preis für sein Produkt oder seine Dienstleistung zu errechnen und diesen auch im weiteren Verlauf seiner Selbständigkeit nicht mehr zu unterschreiten.

Die Rechnung ist hier simpel, sollten die Einnahmen dauerhaft unter den laufenden Kosten liegen, ist das Projekt Selbständigkeit am Ende.

Mangelnde Information zu Finanzierungsmöglichkeiten

Die Quellen der Finanzierung zum Start in die Selbständigkeit sind für den Einsteiger oftmals unüberschaubar.

Hier sollte man sich unbedingt professionelle Hilfe holen um mögliche Fehler zu vermeiden oder mögliches Potential nicht auszuschöpfen. Der Aufwand sollte von keinem Selbständigen gescheut werden, denn hier kann viel Geld liegen gelassen werden.

An der Stelle muss ich eingestehen, dass ich diesen Fehler zu meiner Existenzgründung selber gemacht habe.

Zwar war es kein Stolperstein für meine Selbständigkeit (ein Glück ;)) aber über den ein oder anderen Euro mehr zum Start hätte ich mich im Nachhinein sicher gefreut.

Fazit:

Gerade wenn es um das liebe Geld geht, sollte sorgfältig recherchiert, geprüft und mögliche Risiken ausgelotet werden.

Die Schwierigkeit ist es, alle Punkte realistisch und ehrlich zu beantworten ohne etwas zu “schönen” oder mögliche Risiken abzuschwächen.

Eine professionelle Beratung sollte vom Existenzgründer unbedingt in Anspruch genommen werden um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Wer sich zum Thema Finanzen beraten lassen möchte oder einen Überblick über verschiedene Kreditmöglichkeiten benötigt, findet bei finanzen.de die Möglichkeit.

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Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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