Wie weit darf man im Online Marketing gehen?

Wie weit darf man im Online Marketing gehen?

Geld verdienen im Internet ist für viele ein gelebter Traum. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos und für jeden Menschen findet sich in den unendliche Weiten des Webs ein Platz für den ein oder anderen Euro.

Beliebte Bereiche um an den schnöden Mammon zu kommen ist der Verkauf von Informations-Produkten in Form von E-Books oder kostenpflichtigen Mitgliederbereichen und das allseits bekannte sowie beliebte Affiliate Marketing.

Viele Internet-Marketer gehen beim Bewerben und Vertrieb ihrer Produkte jedoch nicht gerade zimperlich vor. Da ich selber mein Geld mit dem Affiliate Marketing verdiene, habe ich mir schon lange Gedanken darüber gemacht, wie weit man im Online-Marketing gehen darf. Diese Gedanken stelle ich Dir im heutigen Blogartikel vor.

Moralische Grundsätze im Online Marketing kaum vorhanden?

Es ist immer einfach von Ethik und Moral zu sprechen, diese selber einzuhalten wird für viele schwierig, wenn das Thema Geld ins Spiel kommt. So stark wie das Internet auch reguliert und Gesetze erlassen werden, es wird immer wieder Verhaltensweisen geben, die sich in einer Grauzone bewegen. Eine Selbstregulierung im Online-Marketing kann und wird es nicht geben, wozu auch? Wichtig ist, dass der Rubel rollt.

Lockt erst das Geld, hat es die Moral oft schwer

Dass der potentielle Kunde oder Interessent dabei auf der Strecke bleibt, ist oft nur sekundär. Nicht umsonst haben bestimmte Informations-Marketer und Online-Marketer einen schlechten Ruf in der Internetgemeinde. Während in der Regel kundenorientiertes Verhalten und Qualität gepredigt wird, steht dem der unbändige Wille nach Abschlüssen und einem passiven Einkommen als Gegengewicht entgegen.

Nicht wenige Selbständige die ihr Geld im Internet verdienen, verkaufen schneller ihre Prinzipien als es einem lieb sein könnte.

Gerade die heiklen Themen sind lukrativ

Wenn es darum geht lohnende Affiliate Seiten oder auch sogenannte Nischenseiten aufzubauen, wirst Du als Ratschlag immer „Löse die Probleme der Menschen“ lesen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Beliebte Ratgeber gibt es unter anderem in den Bereichen:

  • Lebensratgeber
  • Hilfe bei Pickel und Akne
  • Schnell Gewicht verlieren
  • Schnell Gewicht zunehmen
  • Erblich und stressbedingter Haarausfall
  • u.a.

All diese Themen und auch ähnliche Themenbereiche haben eines gemeinsam. In diesen Gebieten lässt sich viel Geld verdienen, die einzelnen Themen können nochmals unterteilt werden und die Betroffenen haben für sich ein schwerwiegendes Problem, welches sie mit Hilfe des Internets lösen wollen. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Marketer versuchen diese Märkte zu bedienen.

Ratschläge von Laien können großen Schaden anrichten

Gerade bei den oben genannten Themen suchen die Menschen jedoch nicht nur nach Lösungen, sondern ihre Probleme gehen oft einher mit psychologischen Problemen. Für diese Erkenntnis wird weder ein Studium benötigt, noch muss man selber davon betroffen sein.

Ein wenig mit offenen Augen durch die Welt gehen und dieses Bewusstsein erlangt auch der Begriffsstutzigste. Nischenseiten berücksichtigen jedoch nicht die tief verwurzelten Sorgen und Nöte der Menschen, sondern werden schnell aufgesetzt um ein optimales Verhältnis von Aufwand und Nutzen respektive Einkommen zu haben.

Die Texte werden entweder in einer schlechten Recherche zusammengeschustert oder billig von Content Portalen eingekauft, deren Schreiberlinge selber keine Ahnung von der Materie haben. Mehrwert für den Ratsuchenden? Kaum bis gar nicht vorhanden. Hauptsache es wird die Google Anzeige geklickt oder über den Partnerlink von Amazon etwas gekauft.

Ich bin der Meinung, dass solche Nischenseiten fragwürdig sind und halte auch von den Erstellern charakterlich nicht sonderlich viel. Es gibt genug Nischenbereiche mit denen erfolgreich Geld verdient werden kann, hier müssen nicht die elementarsten Sorgen und Nöte auf niedrigste Art zu Geld gemacht werden. Moralisch und ethisch arbeiten solche Internet-Marketer auf der untersten Stufe der Menschlichkeit.

Ratschläge von Laien können großen Schaden anrichten

Storytelling als Ausrede

Unter dem Deckmantel des Storytellings werden Besucher belogen, dass es nicht mehr feierlich ist. Komplette Geschichten und Personen dürfen als Fake herhalten, am besten noch mit erfundenen Kundenstimmen.

Eine entsprechende Kennzeichnung oder Hinweise, dass alle Geschichten nur exemplarisch bzw. Werbemaßnahmen sind, ist nicht aufzufinden. Ganz nach dem Motto: „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Damit sich entsprechende Marketer noch im Spiegel betrachten können, werden die tollsten Ausreden und Begründungen hervorgeholt.

Schließlich werden auch in der Fernsehwerbung Werbefiguren wie Herr Kaiser im Versicherungsbereich von der Werbeindustrie erschaffen. Das ist im Kern auch richtig, mit dem feinen Unterschied, dass Fernsehwerbung eben auch als solche gekennzeichnet wird.

Doch wer möchte schon auf seiner wertvollen Einkommensquelle seinen Lesern reinen Wein einschenken? Der dürre Hering der endlich zunehmen will und seit der Kindheit leidet, verkauft sich halt besser als die Wahrheit.

Storytelling als Ausrede

Nach welchen Kriterien solltest Du im Online Marketing vorgehen?

Es gibt in der Wirtschaft einige ethische Grundsätze nach denen Verantwortliche handeln sollten. Diese ethischen Grundsätze finden sich auch in verschiedenen Fachbüchern, Berufsausbildungen und Studiengängen wieder. Ich wurde in meinen verschiedenen Aus- und Weiterbildungen so häufig mit diesen Grundsätzen konfrontiert, das ich sie singen könnte. 😉

Goldene Regel

Handle in der Weise, in der Du erwartest, dass andere dir gegenüber handeln.

Utilitaristisches Prinzip

Handle in der Weise, dass der größte Nutzen für die größte Anzahl Menschen entsteht.

Kants kategorischer Imperativ

Handle in der Weise, dass deine Handlung in einer spezifischen Situation ein allgemeines Verhaltensgesetz sein könnte.

Experten-Ethik

Unternimm nur Handlungen, welche von einem nicht von diesen Handlungen betroffenen Expertenteam als korrekt bezeichnet würden.

TV-Test

Stelle dir immer die Frage, ob Du dich wohl fühlen würdest, wenn Du deine Entscheidungen und Handlungen am Abend im Fernsehen vor einem breiten Publikum begründen müsstest.

Meiner Meinung nach würden viele Nischenseiten gar nicht existieren, wenn diese Grundsätze regelmäßig ihre Anwendung finden würden. Leider wird das wohl eher ein Wunschtraum bleiben, denn Geld schlägt immer wieder Charakter.

Wie weit darf man im Online Marketing gehen? – Das Fazit

Der Bereich Online Marketing wird auch weiterhin von Grauzonen durchzogen bleiben und Moral wird oft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ich für meinen Teil werde auch in Zukunft bestimmte Themen meiden, auch wenn ich dafür auf interessante Einnahmequellen verzichte.

Wie handhabst Du den Bereich Online-Marketing? Gilt bei dir der Grundsatz „Erfolg um jeden Preis“ oder bist Du auch der Meinung, dass man als Laie bestimmte Gebiete einfach nicht bedienen sollte um hilfesuchenden Menschen nicht zu schaden?

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

4 Comments

  • Online Marketing Bernd

    3. April 2014

    Hallo, ich finde es kaum verwunderlich, dass in einem demokratischen und kapitalistischen Land wie Deutschland moralische Grundsätze kaum betrachtet werden. Dazu werden alle erzogen, nicht nur SEO und Suchmaschinenoptimierung Angestellte. Solange man sich und die Familie über Wasser halten kann, kann man in einer SEO Agentur durchaus Online Marketing Massnahmen ergreifen, welche moralisch hinterfragbar sind.

  • Andreas Meyhöfer

    3. April 2014

    Hallo Bernd,

    ich wurde nicht dazu erzogen moralische Grundsätze nicht zu betrachten und ich hoffe das ich damit keine Ausnahme ist.
    Trotzdem ist es sicher schwer die Grenze zu ziehen, insbesondere wenn es um das wirtschaftliche und soziale Überleben geht.

    Viele Grüße

    Andy

  • Baerbel Kegler

    8. Juli 2014

    Ich finde diese Seite mit ihren Bildern und Kommentaren ansprechend und erheiternd. Leider mußte ich auch schon feststellen, dass bei manchen, die im Netz erfolgreich werden möchten, die Moral zu wünschen übrig läßt. Auch sind mitunder beim e-mail Marketing Überschriften, die einfach unterhalb der Gürtellinie sind. Macht weiter so und zum Grlück gibt es auch Seiten wie diese die sehr viel Mehrwert bieten.
    Weiter so.

  • Tom

    11. Juli 2014

    Das war jetzt mal ein richtig guter Artikel. Finde schön dass du das Thema aufgreifst. Ich denke auch man sollte nur das machen was man selbst auch für moralisch vertrehtbar findet.