Blogsheet Artikel

Urheberrecht und Copyright – Unterschiede und Bedeutung

Das Internet ist ein wahres Paradies, wenn es darum geht Informationen zu beschaffen. Ein paar Klicks hier, der ein oder andere Download dort und schon hat man alles was man benötigt.

Das Schlaraffenland, bestehend aus Bildern, Texten, Videos und Musik, hat aber auch seine Tücken. Denn nur weil diese Informatioen frei erhältlich sind, darf man diese eben nicht in jeder Art und Weise nutzen.

Für den ein oder anderen mag es lästig sein, dass fremdes Eigentum und sei es „nur“ geistiges, unter dem Schutz des Gesetztes liegt – genug Downloadportale und User mit den merkwürdigsten Einstellungen beweisen das sekündlich, trotzdem sollte man sich gerade als Webworker mit diesen Gesetzen beschäftigen.

Einmal nicht aufgepasst kann nämlich sehr sehr teuer werden. Und womit, fragt sich der ein oder andere vielleicht – mit Recht natürlich!

So wenig wie man in einen Laden geht und sich einfach an der Wursttheke gütlich tut, so wenig sollte man auch geistiges Eigentum verwerten, wenn es einem nicht gestattet ist.

Auch Du möchstest sicher nicht, dass Deine in stundenlanger Kleinarbeit erstellten Bilder oder Texte in irgendeinem wilden Portal feilgeboten werden, die dann dank Werbung auch noch Geld verdienen, während für Dich nicht einmal ein feuchter Händedruck übrig bleibt.

Nun gibt es aber genug, die wissen zwar im Grundsatz, dass man sich nicht einfach bedient und sind sich auch bewusst, dass es Gesetzte gibt zum Schutze der Autoren / Verfasser / Ersteller, werfen diese Gesetze aber sehr schnell durcheinander.

Das Urheberrecht und das Copyright. So ähnlich sich das Urheberrecht und das Copyright auch sind, so viele Unterschiede gibt es jedoch auch, dies ist schon aufgrund des Alters der verschiedenen Rechte geschuldet.

Gleich vorneweg, auch wenn sich im Internet eingebürgert hat von Copyright zu sprechen, ein Copyright gibt es in Deutschland nicht. Hier ist einzig und alleine das Urheberrecht auschlaggebend.

Urheberecht

In Deutschland und anderen europäischen Ländern gilt das Urheberecht zum Schutz des geistigen Eigentums. Jedes Werk was ensteht und ein bestimmtes Maß an schöpferischen Potential hat wird vom Urheberecht geschützt.

Es Bedarf keinerlei gesonderten Ausweisung, Eintragung oder Hinweisen. Das Urheberecht ist auch zu keinem Zeitpunkt übertragbar. Das bedeutet derjenige, der das Werk erschaffen hat bleibt auf alle Ewigkeit der Urheber mit allen Rechten und Pflichten.

Das Einzige was der Urheber veräußern kann sind die sogenannten Nutzungsrechte. Diese gehen vom einfachen Nutzungsrecht bis hin zum ausschließlichen Nutzungsrecht. Wobei es auch hier noch vertragliche Feinheiten geben kann.

Wie man hier also ganz deutlich erkennt, ist das Urheberecht eng verbunden mit der natürlichen Person, die das Werk erschaffen hat. Es gilt das Schöpferprinzip, was damit auch wieder ausschließt, das z.B. eine GmbH, also eine juristische Person niemals Urheber sein, jedoch entsprechende Nutzungsreche erhalten kann.

Halten wir fest:

  • Urheberrecht ist ein eigenständiges Recht, das nichts mit dem Copyright zu tun hat
  • Das Urheberecht ist mit der Person verknüpft
  • Das Urheberecht kann nicht veräußert oder übertragen werden
  • Man kann nur die Nutzungsrechte an einem Werk erwerben
  • Das Urheberecht besteht ab Schöpfung des Werkes
  • Das zu schützende Werk muss eine bestimmte schöpferische Höhe haben
  • Werke, die durch das Urheberecht geschützt sein können, sind u.a Videos, Filme, Texte, Skizzen, Grafiken, Bilder aller Art, Computerprogramme uvm.

Copyright

Das Copyright ist das angloamerikansiche Pendant zum deutschen Urheberecht. Der größte Unterschied beim Copyright zum Urheberecht besteht darin, dass das Copyright die wirtschaftlichen Interessen des Copyright-Inhabers schützen soll.

Das Copyright kann bei Bedarf auch veräußert werden. Es ist also möglich, im Gegensatz zum Urheberecht, dass auch eine juristische Person Inhaber des Copyrights ist.

Fazit:

Beide Rechte schützen Werke auf unterschiedlichen Grundlagen. Während in Deutschland und weiteren Ländern in der EU ausschließlich das Urheberecht gilt, ist im angloamerikansichen Raum das Copyright vorherrschend.

Eines haben aber beide Rechte gemeinsam. Niemand muss auf das Urheberrecht oder das Copyright explizit hinweisen. In Deutschland liegt es schon in der Natur des Urheberrechts und in den USA wurde die Hinweispflicht 1989 abgeschafft.

Im Zweifelsfall schreibe also immer den Ersteller eines Werkes an, ob und in welchem Umfang Du sein Werk verwenden darfst, bevor Du es auf Deiner Website veröffentlichst.

Anm.d.A.: Dieser Artikel ersetzt/ist keine Rechtsberatung. Alle Angaben entstanden aus eigenen Erfahrungen.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment