Abmahnungsgründe im Internet, darauf solltest Du als Blogger achten

Abmahnungsgründe im Internet, darauf solltest Du als Blogger achten

Der folgende Artikel über Abmahnungsgründe im Internet stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt, er gibt ausschließlich die persönliche Meinung und Erfahrung des Autors wieder.

Als Selbständiger und Blogger haben wir es in der heutigen Zeit nicht immer leicht. Die Abmahnungsfalle lauert an jeder Ecke und damit die Gefahr eine Menge Geld zu verlieren. An einigen Tagen beschleicht mich das Gefühl ich müsste Jura studieren um gefahrlos als Selbständiger im Internet mein Geld zu verdienen. Da ein Jurastudium aber zu lange dauert und Auswandern gerade keine Option ist, beschäftige ich mich zwangsläufig mit potentiellen Abmahnungsgründen, die ich dir im Folgenden mit entsprechenden Quellen vorstelle.

Abmahnungsgrund 1 – Verstoß gegen das Urheberecht

Der erste Abmahnungsgrund sollte für jeden mit ein wenig Rechtsbewusstsein nachzuvollziehen sein. Wer Bilder, Videos oder Texte von anderen Betreibern nutzt, sollte dies nur mit entsprechender Einwilligung bzw. vorhandener Lizenz machen. Doch selbst wenn Du eine Lizenz für die Nutzung der Werke hast, bist Du nicht vor einer Abmahnung geschützt.

Hat der Urheber festgelegt, dass eine Namensnennung  erfolgen muss bei Nutzung und diese Nennung erfolgt nicht, kann diese fehlende Urheberkennzeichnung zu einer Abmahnung führen. Im Grundsatz gilt, solltest Du ein fremdes Werk nutzen, prüfe genau die lizenzrechtlichen Bestimmungen und im Zweifelsfall: Finger weg! Wir nutzen in 99% der Fälle nur noch eigene Bilder und ansonsten die Bildagentur Fotolia.de* für lizenzfreie Fotos, Grafiken, und Videos.

Abmahnungsgrund 2 – Das fehlende Impressum auf Webseiten

In anderen Ländern entbehrlich, in Deutschland jedoch Pflicht und wenn es nicht vorhanden ist, ein Abmahnungsgrund – das Impressum. Spätestens wenn dein Blog oder deine Website einen kommerziellen Charakter hat, musst Du ein Impressum einpflegen. Ein fehlendes Impressum kann nicht nur ein Abmahnungsgrund sein, sondern dir im schlimmsten Fall bis zu 50.000 Euro Bußgeld einbringen. Die 5 Minuten Arbeit um ein Impressum einzurichten solltest Du dir also unbedingt nehmen.

Abmahnungsgrund 3 – Fehlende Kennzeichnung von Werbung

Diesem Abmahnungsgrund sehen sich viele Blogger gegenüberstehen, die Werbung auf ihren Blog schalten. Grundsätzlich gilt, dass werbliche Anzeigen deutlich von redaktionellen Inhalten abgegrenzt werden müssen. Gerade bezahlte Artikel und Blogposts oder gekaufte Links werden von Bloggern häufig nicht als solche gekennzeichnet. Hier bewegt sich der geneigte Blogger jedoch auf rechtlich sehr dünnem Eis. Mehr zum Thema „Redaktionell getarnte Werbung“ findest Du auf omsels.info.

Abmahnungsgrund 4 – Das liebe Markenrecht

Die Abmahnung bei Markenverletzung kann für Selbständige im Internet ein recht heikles Thema sein. Während Verstöße gegen das Urheberrecht in den meisten Fällen bewusst vorkommen, kann ein Verstoß gegen das Markenrecht unbeabsichtigt sein. Denn sind wir ehrlich, wer kennt schon alle eingetragenen Marken auf dieser unseren schönen Welt. Es gibt halt mehr als Google, Facebook, Apple und Microsoft (Ja wirklich!).

Auch die Markenrechtsverletzung kann einem teuer zu stehen kommen, hier sprechen wir im schlimmsten Fall von bis zu hohen sechsstelligen Summen. Wobei mich eine niedrige sechsstellige Summe schon in den Schuldturm bringen würde. 😉 Die Anwaltskanzlei Heymel hat eine FAQ zur Abmahnung im Bereich Markenrecht / Markenverletzung erstellt.

Abmahnungsgründe 5 bis 1000 – Da kommt noch einiges

Wir würden nicht in Deutschland leben, wenn die ersten 4 Gründe schon alles an Abmahnungsgründen gewesen wären. Das sind die absoluten Basics, die Du als Blogger und Selbständiger im Internet beherzigen solltest. Wenn Du zum Beispiel im ECommerce tätig bist und einen eigenen Webshop betreibst, oder bei Amazon, EBay und Co. tätig bist, hast Du noch viel mehr Freude mit potentiellen Abmahnungen.

Die IT-Recht Kanzlei München hat eine Auflistung der gängigsten Abmahnungsgründe erstellt und ist mittlerweile bei Grund 1000 angekommen. Wenn ich die Zahl lese, kommt in mir das Verlangen auf, mich doch näher mit einer Auswanderung zu beschäftigen.

Das Fazit zu Abmahnungsgründe im Internet

Die Arbeit im Internet bleibt spannend und jeden Tag gibt es neue Stolperfallen auf die Du als Blogger achten musst. Die Abmahnung ist meiner Meinung nach ein wichtiges Mittel um die eigenen Rechte durchzusetzen, leider hat sich daraus ein Geschäftsbereich entwickelt, der den Sinn und Zweck einer Abmahnung ad absurdum führt. Ich hoffe immer noch, dass sich der Gesetzgeber dieser Problematik umfassend annimmt.

Bist Du im Rahmen deiner selbständigen Tätigkeit schon von einer Abmahnung betroffen gewesen und wenn ja was war der Abmahnungsgrund? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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