Warum Dir Referenzen als Webdesigner schaden könnten

Warum Dir Referenzen als Webdesigner schaden könnten

Als ich mich vor einigen Jahren als Webdesigner selbständig machte, habe ich mich nach Referenzen fast schon gesehnt. Wie ich in diesem Artikel bereits erwähnte, ging ich so weit, auch weniger lukrative Angebote anzunehmen, nur um mir ein Portfolio aufzubauen.

Schließlich sollte nach landläufiger Meinung jeder Webdesigner auf seiner Website oder seinem Blog auch eine ordentliche Referenzliste haben. Doch Referenzen können potentielle Kunden abschrecken und sogar deinem Business schaden. Ich bin mittlerweile sogar dazu übergegangen Referenzen nur noch auf Anfrage meinen Kunden zukommen zu lassen. Warum das so ist? Das erfährst Du in diesem Artikel.

Webdesign – über Geschmack lässt sich streiten

In den Anfängen meiner Selbständigkeit wollte ich besonders schlau sein und bot vorgefertigte Webdesign-Pakete zu einem festen Preis an. Meine Kunden haben diese Angebote auch dankend angenommen, doch insgesamt habe ich dadurch einiges an Lehrgeld bezahlt.

Denn wenn Du seriös arbeiten willst, kannst Du Projekte nicht in vorgefertigte Schablonen pressen. Jedes Projekt ist anders und mit unterschiedlichem Aufwand verbunden. Was für Projekte gilt, findet auch auf das Design einer Website Anwendung. Was der eine Kunde als supertoll empfindet, treibt dem nächsten einfach nur die Tränen in die Augen.

Du kannst die für dein Empfinden besten Referenzen heraussuchen, sie müssen potentiellen Neukunden nicht gefallen und damit verlierst Du einen Kunden, bevor er dich angerufen hat.

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

Auch Webdesigner unterliegen dem ständigen Wandel der Zeit und der Veränderung. Blogs und Websites die ich vor 3 Jahren erstellt habe, würde ich in der heutigen Zeit ganz anders handhaben. Hier müssen wir nur das starke Wachstum des mobilen Bereichs betrachten.

Mittlerweile würde ich keinem Kunden eine statische Website anbieten, sondern grundsätzlich auf ein responsives Design setzen. Ebenso ändern sich vorhandene Stile und Techniken im Webdesign schneller als Du als Designer Piep sagen kannst. Was haben wir nicht schon alles an Hypes erlebt:

  • Die Zeit der Glossy-Designs
  • Der Hype um Flash-Websites
  • Das dunkle Zeitalter der animierten Gifs
  • Die Dynastie der Farbverläufe

und in der heutigen Zeit kommt das sogenannte Flat-Design immer mehr auf und hat sich in vielen Bereichen sogar zum Standard entwickelt. Als Beispiel für Flat-Design dient der Screenshot einer Microsoft-Webseite.

Screenshot einer Mikrosoft Webseite

Gerade veraltete Referenzen können Kunden abschrecken, denn ein Kunde hat nicht unbedingt das Wissen, warum Designs entsprechend umgesetzt wurden und das bringt mich gleich zum nächsten Punkt.

Des Kunden Willen ist mein Himmelsreich

Ich lasse mich gerne mit Geld bedrohen und gebe es auch unumwunden zu – ich bin käuflich. Das geht so weit, dass ich auch Wünsche meiner Kunden umsetze, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Es gibt halt immer wieder Menschen, die jegliche Beratung in den Wind schießen und jeden gutgemeinten Rat ignorieren.

Hier kannst Du als Webdesigner nur auf zweierlei Art reagieren bzw. handeln. Entweder lehnst Du die weitere Zusammenarbeit ab und verzichtest auf ein vier- oder gar fünfstelliges Honorar, wohl dem der sich das leisten kann, oder Du lässt dich kaufen und setzt die Wünsche des Kunden um. Auch solche Referenzen können deinem Business eher schaden als helfen. Denn weder stehst Du als Webdesigner hinter dieser Arbeit, noch entspricht sie im schlimmsten Fall deiner sonstigen hohen Qualität.

Die Lebenszeit einer Website kann sehr gering sein

Es gibt Blogs und Websites die haben die Überlebenszeit einer Fruchtfliege. Ich habe des Öfteren Kunden gehabt, die mit vollem Schwung in ihr Business gestartet sind, doch nach kurzer Zeit war die Domain schon wieder tot und der Traum von der Selbständigkeit ausgeträumt.

Nichts ist schlimmer als wenn ein Kunde auf eine Referenz klickt, die gar nicht mehr existent ist. Im schlimmsten Fall projiziert er diesen Missstand auf deine Fähigkeiten als Webdesigner und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Es gibt sehr viele Webauftritte von Webentwicklern deren Referenzliste zu mehr als die Hälfte ins Leere führt.

Dies macht natürlich keinen professionellen Eindruck auf den Kunden. Sicherlich ist das von den Designern nicht beabsichtigt, es wird schlicht vergessen regelmäßig die Links zu überprüfen, aber genau das birgt halt Gefahren.

Pfusch am Bau durch fremde Hand

Diese Situation lässt das Herz eines Webdesigners nicht nur bluten sondern in tausend Teile zerbrechen. Du erstellst ein Design, welches die größten Künstler unserer Zeit in Verzückung und Ektase versetzen lässt und dann nach einiger Zeit der Schock – die Website sieht aus als wäre ein Rudel Paviane darüber hinweggefegt.

Paviane als Webdesigner?

Doch ein potentieller Neukunde weiß nicht, dass dein schönes Design verschandelt wurde und geht davon aus, dass hier deine Arbeit vorliegt. Und da Kunden nur sehr selten nachfragen, ob das gestalterische Verbrechen wirklich von dir stammt, verschwinden sie schnell in den Weiten des Webs.

Schädliche Referenzen das Fazit

Wie alles im Leben haben auch Referenzen zwei Seiten, die Du beachten solltest. Referenzen können dir als Webdesigner sehr gute Dienste leisten, aber auch sehr viel Schaden zufügen. Wenn Du eine Referenzliste aufbaust und öffentlich zugänglich machst, solltest Du diese in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Hast Du eine Liste mit Referenzen veröffentlicht oder gibst Du diese nur auf Anfrage heraus? Oder bist Du überhaupt kein Anhänger von Referenzen? Ich freue mich auf deine Meinung.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

Comments are closed.