HTML5 und CSS3 einsetzen?

HTML5 und CSS3 in Kundenprojekten einsetzen – ja oder nein?

HTML5 und CSS3 sind seit geraumer Zeit in aller Munde. Es scheint als haben Webworker, Webdesigner und Webmaster zu lange nach einer (R)evolution im Bereich HTML und CSS gewartet als das es verhindert werden könnte, diese Techniken produktiv einzusetzen.

Der Weg ins Web 3.0 war lang und beschwerlich, doch so langsam scheint das noch junge Medium Internet im neuen Jahrtausend anzukommen.

Mittlerweile unterstützen moderne Browser einige Funktionen von HTML5 und CSS3, was natürlich zum „spielen“ mit diesen Webtechnologien einlädt.

Gerade in privaten Projekten bietet sich der Einsatz von HTML5 und CSS3 an, um sich langsam aber sicher mit den neuen Elementen, Befehlen und Funktionen vertraut zu machen. Schließlich heißt es für jeden Webworker oder Webdesigner „Stillstand ist Rückschritt“.

HTML5, CSS3 und die Freude am Neuen

HTML5 und CSS3 bieten nicht nur viele Neuerungen, sondern auch Vorteile für die Lesbarkeit des Quelltextes, der Semantik, der allgemeinen grafischen Gestaltung sowie der Geschwindigkeit von Websites.

Es ist also mehr als nur selbstverständlich, dass viele Webdesigner ungeduldig darauf warten, oder schon damit begonnen haben, HTML5 und CSS3 in den produktiven Einsatz für Kundenwebsites zu nehmen.

Doch egal wie sinnvoll, interessant und innovativ die Neuerungen dieser Webtechnologien sind, es darf vom Webdesigner nicht vergessen werden, dass sowohl HTML5 als auch CSS3 noch im Betastatus sind.

Auch das federführende World Wide Web Consortium (W3C) hat die neuen Technologien nicht als „recommended“, also als empfehlenswert, eingestuft. Dies wird vorrausichtlich erst im Jahr 2014 soweit sein, teilweise gehen Webweisen sogar vom Jahr 2022 aus.

Aber Achtung!

Die Verbreitung von Webbrowsern, die HTML5 und CSS3 nicht oder nur in Teilen unterstützen, ist immer noch sehr hoch und selbst die modernen Webbrowser unterstützen die neuen Webtechnologien nicht umfassend.

Und genau hier begehen mittlerweie viele Webdesigner einen großen Fehler. Der Einsatz von HTML5 und CSS3 erfolgt in Kundenprojekten um zu beweisen wie fortschrittlich der Webdesigner ist oder um den Kunden mit einer „zukunftsicheren Website“ zu beindrucken bzw. zu locken.

Andere Webdesigner nutzen neue Funktionen für die Gestaltung um bestimmte grafische Effekte nicht mehr in mühseliger Kleinarbeit zu erstellen und einzubinden.

Doch das alles ist nicht weiter als – um es in aller Deutlichkeit zu sagen – Pfusch am Kunden.

Kein Mensch würde auf die Idee kommen sich für mehrere hunderte oder gar tausende Euro ein Produkt zu kaufen, das gerademal einen Betastatus besitzt mit dem Wissen, dass bestimmte Funktionen vielleicht nie zum tragen kommen oder unter bestimmten Vorrausetzungen nicht funktionieren werden.

Der Endkunde ist sich den möglichen Folgen einer HTML5 Website aber kaum bewusst, wie auch, wenn der Webdesign-Kunde entsprechende Kenntnisse besäße, wäre der Webdesigner entbehrlich.

Im schlimmsten Fall steht der Kunde in der Zukunft mit einer Website da, die nicht mehr richtig dargestellt wird oder funktioniert, was mit möglichen Kunden- und damit Geldverlusten einhergehen kann.

Hier hat der Webdesigner also, bei allen Blicken Richtung Zukunft, eine Verantwortung gegenüber seinem Kunden.

Sollte der Webdesigner / Webworker nun HTMl5 und CSS3 einsetzen?

Bei privaten/eigenen Webprojekten ist das sicher kein Problem und je mehr Webworker die neuen Webtechnologien nutzen, desto besser ist es sicher für die Weiterentwicklung des Internets.

Doch in Projekten für Kunden hat HTML5 und CSS3 noch nichts verloren, es sei denn dem Kunden sind Risiken und mögliche Nebenwirkung allumfänglich bekannt und der Kunde besteht auf eine HTML5 Website.

Fazit:

HTML5 und CSS3 sind die Webtechnologien der Zukunft und jeder Webdesigner und Webworker sollte sich zwingend mit diesen Technologien beschäftigen um nicht den Anschluss zu verpassen.

Doch für den produktiven Einsatz in Kundenprojekten ist HTML5 und CSS3 aufgrund des aktuellen Status und der mangelnden Kompatibilität mit den verschiedenen Webbrowsern noch nicht empfehlenswert.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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