Die Gefahr des Postnappings durch den Google Author-Link

Die Gefahr des Postnappings durch den Google Author-Link

Jeder der Google als Suchmaschine nutzt, dem wird in den Suchergebnissen aufgefallen sein, dass sich die kleinen Bildchen von den Verfassern der Artikel immer weiter häufen. In SEO-Kreisen wurde schon vor vielen Monaten vermutet, dass Google einen Authorrank einführt um die Qualität seiner Suchmaschinenergebnisse weiter zu verbessern.

Je öfter Artikel von einem Autor veröffentlicht und in sozialen Netzen geteilt, mit einem Google Plus oder sonstigen sozialen Signalen bedacht werden, desto höher ist der „Trust“ eines Autors und desto größer ist die Chance, dass diese Beiträge in den SERPS Toppositionen erreichen.

Die Verifizierung als Autor für einen Beitrag

Bevor ein Beitrag jedoch dem Verfasser zugeordnet werden kann, hat Google die Verifizierung gesetzt. Hier gibt es derzeit zwei verschiedene Möglichkeiten, bei beiden wird ein Google+ Profil benötigt. Ich verweise an der Stelle einfach auf das entsprechende Tutorial Urheberinformationen in den Suchergebnissen auf der Website von Google. Interessant für die Möglichkeit des Postnappings ist die zweite Option.

Postnapping auf Google-Art

Im folgenden Video siehst du nun, wie einfach ein Spitzbube sich als Urheber deines Artikel bei Google ausgeben kann.

Ja und? Kommentare werden doch meistens geprüft

Das ist richtig, jedoch nicht bei allen Blogs und oft ist es auch so, dass nach dem ersten erfolgreichen Eintrag die folgenden Kommentare vom Webmaster automatisch freigeschaltet werden. Zudem funktioniert diese Art des Postnappings überall wo Du deinen Author-Link hinterlassen kannst. Egal ob Blog, Forum, Gästebuch etc. Überall erkennt Google dich als den Urheber. Ich habe das in den verschiedenen  Bereichen getestet und konnte mich als Urheber bei Google verifizieren. Selbstverständlich habe ich alle Links wieder entfernt.

Wie kann ich mich vor Postnapping schützen?

Die schnellste und einfachste Methode ist, dass Du deinen eigenen Author-Link auf deiner Website einrichtest. Der Google-Bot nimmt immer das erste Author-Attribute, das er im Quellcode finden kann. Zwar werden weitere Author-Links auch gefunden, jedoch nicht in der Vorschau angezeigt.

Ist die Sache strafbar?

Ich bin leider kein Rechtsanwalt und kann daher keine verbindliche Aussage treffen. Grundsätzlich gilt, dass man sich nicht als Urheber ausgeben darf, wenn dem nicht so ist. Es gilt aber auch, keine Strafe ohne Gesetz. Da das Author-Attribute eine Einführung eines privaten Unternehmens ist, hat diese Art des Urheberbrandings eventuell keinerlei rechtliche Wirkung (Achtung reine Spekulation).

Wer nutzt denn sowas aus?

Böse Menschen planen böse Dinge. Es werden verschiedene Blogs mit fast identischen Inhalten erstellt, mit dem Versuch in den Suchmaschinen die ersten Plätze zu dominieren. Andere kopieren komplette Artikel oder sogar ganze Webauftritte. Wer mit solchen Mitteln arbeitet, der schreckt auch nicht davor zurück sich mit fremden Inhalten zu schmücken. Zudem lässt sich diese Author-Manipulation auch mit einem Fake-Profil nutzen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Gebüsch.

Fazit:

Die Möglichkeit seine eigenen Beiträge mit einem eigenen Brand zu versehen ist eine tolle Sache und macht auch Gastartikel wertvoller. Leider ist aber auch hier wieder die Möglichkeit der Manipulation gegeben. Es gilt also grundsätzlich vermehrt auf gepostete Links zu achten und Aufklärung zu betreiben. Bevor sich jemand Gedanken macht, wer nur sein Google+ Profil verlinkt ohne das Author-Attribute manipuliert nicht. Ohne das Attribute oder den Tag erkennt Google keinen Autor.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

2 Comments

  • Sebastian Wegert

    7. Mai 2012

    Wirklich interessant – so kann man alle Artikel z.B. von spiegel.de für sich vereinnahmen. bleibt abzuwarten bis wann google ein Gegenmittel gefunden hat 😉

    Sebastian

  • Andreas Meyhöfer

    8. Mai 2012

    Hallo Sebastian,

    danke für deinen Beitrag. Mich wundert auch, dass Google bei den ganzen schlauen Köpfen nicht selber darauf gekommen ist.

    Viele Grüße Andreas