Farbpsychologie - Wie werden wir beeinflusst

Farbpsychologie und Webdesign

Grün steht für Hoffnung, Rot für Gefahr, Schwarz ist die Farbe der Trauer. Es ist kein Geheimnis, dass die Farbwahrnehmung unmittelbar mit bestimmten Emotionen und Assoziationen verbunden ist.

Farben spielen beim Erstellen von Webseiten eine ganz besonders wichtige Rolle. Dabei lassen sich Erkenntnisse der Farbpsychologie zum Thema Farbwahrnehmung unmittelbar anwenden.

Was bestimmt die Farbwahrnehmung des Betrachters?

Die Farbpsychologie geht davon aus, dass die Wirkung, die eine bestimmte Farbe auf den Betrachter ausübt, unmittelbar mit der Erfahrung eines Menschen zusammenhängt.

Daraus resultiert, dass jeder Mensch individuell auf bestimmte Farben reagiert. Die Farbpsychologie konnte aber einige allgemeine Tendenzen der Farbwahrnehmung feststellen, die über die menschliche Wahrnehmung der Umwelt zu erklären sind.

Die starke Signalwirkung der Farbe Rot ist darauf zurückzuführen, dass Rot die Farbe des Blutes ist und deswegen mit Gefahr in Verbindung gebracht wird.

Grün ist die Farbe der belebten Natur, nach dem Winter färben sich Wiesen und Bäume grün, es gilt daher als ein Ausdruck von Kraft und Wachstum, wird aber auch mit Ruhe und Naturverbundenheit assoziiert.

Blau ist die Farbe des Himmels, auch das Meer und Seen werden blau wahrgenommen. Wie die Farbpsychologie feststellen konnte wird mit Blau daher ein Gefühl von Harmonie und Weite in Verbindung gebracht.

Neben solchen Assoziationen spielen auch kulturelle Faktoren bei der Farbwahrnehmung eine Rolle. So konnte die Farbpsychologie feststellen, dass Menschen des europäischen Kulturraumes zum Teil eine andere Farbwahrnehmung haben als beispielsweise aus dem asiatischen Kulturkreis stammende Menschen.

Die Farbwahrnehmung wird zudem beeinflusst durch den Einsatz bestimmter Farben bei zeremoniellen Anlässen. Bei einer Hochzeit symbolisiert die weiße Farbe des Brautkleides die Unschuld der Braut, bei einer Beerdigung bringen die Beteiligten ihre Trauer durch das Tragen schwarzer Kleidung zum Ausdruck.

Einige Faustregeln, die sich aus den Erkenntnissen der Farbpsychologie ableiten lassen

Wie die Farbpsychologie herausgefunden hat, kann die Farbwahrnehmung aber auch unabhängig von der persönlichen Erfahrung sehr stark durch den jeweiligen Kontext beeinflusst werden.

Die Farben Rot, Gelb und Orange haben besonders hohe Signalwirkung und eignen sich besonders gut dazu, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu ziehen.

Bei zu exzessivem Einsatz dieser Farben kann ihre positive Wirkung jedoch ins Gegenteil umschlagen und beim Betrachter sogar Aggression und Ablehnung hervorrufen. Außerdem können Webseiten, bei denen diese Farben zu intensiv eingesetzt werden, knallig und schrill wirken.

Eine eher beruhigende Wirkung erzielen Grün und vor allem Blau. Letzteres vermittelt neben Schwarz, Grau und Weiß vor allem auch den Eindruck von Seriosität.

Die Farbwahrnehmung wird zudem durch die Abtönung der jeweiligen Farben beeinflusst.

Die Farbpsychologie schreibt zarteren Farbtönen zwar weniger Signalwirkung zu, dafür erzeugen sie aber einen harmonischeren Gesamteindruck als in Reinform angewendete Farben. Auch abgedunkelte Farbtöne können eine eher beruhigende Wirkung hervorrufen.

Farbwahrnehmung – ein Überblick

Einige Grundtendenzen, die die Farbpsychologie über die Wirkung und Assoziationen zu einzelnen Farben festgestellt hat, werden im Folgenden zusammen gefasst.

  • Weiß symbolisiert Reinheit, Ehrlichkeit und Unschuld, es wird als ordentlich und sauber wahrgenommen.
  • Schwarz steht für Trauer und Pessimismus, kann aber auch Stärke und Eleganz zum Ausdruck bringen.
  • Grün wird mit Frische, Ruhe und Naturverbundenheit assoziiert.
  • Blau steht für Ruhe, Harmonie, kann aber auch kühl und distanziert wirken.
  • Rot steht für Stärke, Aktivität und Dynamik, Gelb für Wärme und Optimismus.
  • Orange bringt Lebensfreude und Spaß zum Ausdruck. Zu massiv eingesetzt können Rot, Gelb und Orange aber auch Aggression und Ablehnung hervor rufen.
  • Violett gilt als Farbe, die eher Introvertiertheit oder auch Eitelkeit zum Ausdruck bringt.
  • Grau steht für Nüchternheit und Neutralität, kann aber auch als trist wahrgenommen werden.
  • Braun vermittelt zum Teil Sinnlichkeit, wird aber auch mit Schwere und Bequemlichkeit in Verbindung gebracht.

Einsatz von Farbpsychologie im Webdesign

Die Farbwahrnehmung hängt im Einzelnen von vielen verschiedenen Faktoren ab und liegt nicht zuletzt auch im Auge des Betrachters.

Mit Hilfe der Farbpsychologie können deshalb mit Sicherheit keine Universalrezepte für die Erstellung publikumswirksamer Webseiten gegeben werden.

Trotzdem liefern die Erkenntnisse der Farbpsychologie einige sehr hilfreiche Anhaltspunkte über die Farbwahrnehmung, die sich für die Gestaltung von attraktiven Webseiten einsetzen lassen.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment