Methoden der Marktforschung

Methoden der Marktforschung

Nachdem wir uns im vorherigen Artikel die Aufgaben der Marktforschung angeschaut haben, widmen wir uns nun den Methoden der Marktforschung.

Wir unterscheiden hier zwei verschiedene Methoden – die Primärforschung und die Sekundärforschung.Jede dieser Methoden hat wiederum verschiedene Informationsquellen, schauen wir uns nun alles in Ruhe im Detail an. Wir beginnen mit der Sekundärforschung – der Grund wird am Ende der Erläuterung deutlich.

Sekundärforschung (desk research)

Das wichtigste Merkmal der Sekundärforschung ist, das alle Daten die man erhält, bereits vorhanden sind. Informationsquellen der Sekundärforschung unterteilen sich in interne Informationsquellen und externe Informationsquellen. Interner Informationsquellen der Sekundärforschung sind zum Beispiel Verkaufsberichte vom Kundendienst, Umsatzstatistiken, die eigene Buchführung oder Kostenrechnungen.

Als externe Infomationsquellen der Sekundärforschung wären Bilanzen und Geschäftsberichte fremder Unternehmen, Preislisten von Mitbewerbern und/oder Statistiken von Wirtschaftsverbänden zu nennen. Die Sekundärforschung wird hauptsächlich von kleinen Unternehmen oder Einzelunternehmer genutzt.

Der Vorteil dieser Methode der Marktforschung liegt klar auf der Hand. Daten sind schnell verfügbar und meisten sehr kostengünstig zu erhalten.Meist sind diese Daten auch schon sehr gut aufbereitet. Leider sind diese Daten selten aktuell und möglicherweise wird die Problem bzw. Fragestellung nicht zu 100% beantwortet. Es ist also ratsam, bei finanzieller Möglichkeit, die Primärforschung folgen zu lassen.

Primärforschung (field research)

Im Gegensatz zu den Daten der Sekundärforschung müssen die Daten bei der Primärforschung neu erhoben werden. Um an neue Daten zu kommen gib es verschiedene Möglichkeiten, die sich erneut in Unterpunkte aufteilen. (Spannend – oder nicht?!) Als erstes hätten wir die Befragung einzelner Personen oder Personengruppen – diese kann persönlich, schriftlich oder telefonisch erfolgen.

Die Befragung wird in der Primärforschung am meisten verwendet. Durch das starke Wachstum des Internets, ist die Online-Befragung gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr weit verbreitet. Bei der Online-Befragung können Kunden direkt auf der firmeneigenen Website erreicht werden. Gleichzeitig ist die Online-Befragung zumeist kostengünstiger als die Befragung über Fragebögen, welche extra gedruckt und versendet werden müssen.

Als weiterer Datenerhebung wäre das Experiment zu nennen. Hier wird ein sogenannter Testmarkt geschaffen. Im Testmarkt wird das Produkt nur einem bestimmten Testkäufermarkt zur Verfügung gestellt. Damit wird das Risiko eines Misserfolges minimiert – wenn auch nicht ausgeschlossen. Diese Art der Befragung ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden und für die meisten Unternehmen sicher nicht von Interesse.

Bei der sogeannten Kundenlaufstudie wird das Verhalten von Kunden in freier Wildbahn studiert. Das bedeutet das Einkaufsverhalten der Kunden wird beobachtet und ausgewertet. Nun weißt Du auch warum die teuren Artikel immer in Blickhöhe sind und die günstigeren Waren immer ganz unten im Regal liegen. Diese Erkenntnis der sinnvollen Artikelpositionierung wurde aus einer Kundenlaufstudie gewonnen und wird mittlerweile von (fast) allen Supermärkten, Discountern, Kaufhäusern und anderen Verkaufsstellen umgesetzt.

Als letztes hätten wir noch das sogenannten Panel. Hier wird das Verhalten von Verbrauchern über einen längeren Zeitraum und wiederkehrend beobachtet und ausgewertet. Die Befragten sind bei der Panelmethode immer die Gleichen. Als Erhebungsmethoden werden hier wahlweise die Befragung, das Experiment oder die Beobachtung genutzt.

Fazit und Zusammenfassung:

Die Primärforschung ist mit sehr hohen Kosten verbunden und damit für die meisten Selbständigen nicht von Interesse. Dafür sind die Daten aktuell und treffen genau die Fragestellung. Die Sekundärforschung ist recht günstig und somit auch für Einzelkämpfer interessant. Hier sind die Daten jedoch nicht mehr ganz frisch, ein Wissenvorsprung gegenüber Mitbewerbern ist nicht vorhanden und man findet vielleicht nicht immer zu 100% die Lösung auf seine Fragen.

Wenn die Möglichkeit besteht sollte der Unternehmer immer eine Kombination aus beiden Methoden der Marktforschung wählen. Es ist ratsam bei der ersten Datenerhebung Mittel der Sekundärforschung zu nutzen um danach mit der Primärforschung seine Ergebnisse abzurunden. Als nächstes Thema widmen wir uns dem Marketing-Mix.

About The Author

Andreas Meyhöfer

Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.), Fachinformatiker (AE), Verlagskaufmann, Blogger, BTX-Kind und Käsekuchenliebhaber. Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Du findest mich auch bei Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

3 Comments

  • JackTheKiffer

    11. März 2015

    Gut erklärt.

    PS. Ich hoffe, der Kommentar war episch genug 😀

  • Andreas Meyhöfer

    11. März 2015

    Passt! 😀