Wie Social Media auf unsere Psyche wirkt

Wie Social Media auf unsere Psyche wirkt

Facebook, Google+, Twitter und noch unzählige weitere kleine und größere soziale Netzwerke laden zur Kommunikation ein. Gerade die jüngere Generation verlagert ihre Gespräche immer mehr in die virtuelle Welt. Das Bedürfnis sich selbst darzustellen ist enorm.

Wir posten was das Zeug hält

Unser Mitteilungsdrang kennt keine Grenzen. Die Frage “was tust Du gerade?“ nehmen sehr viele sehr wörtlich und plappern munter drauf los – über das was sie wirklich gerade tun oder sehen, mag es noch so belanglos sein. Zusätzlich wird jede noch so kleine Kleinigkeit kommentiert. Ein bis zwei Wort-Kommentare sind nicht die Seltenheit, sondern die Regel, oft tut es auch ein einsamer Smilie. Private Profile quellen massenhaft über von BlaBla.

Aber nicht nur seichtes Gebrabbel erobert die Kommunikationskanäle. Intimitäten und private Geheimnisse lassen sich ebenso finden. Leichtfertig und vor allem unbedacht geben User ihr Privatleben preis. Nicht selten erfährt praktisch die ganze Welt Details aus dem Nähkästchen. Virtuell die Hüllen fallen zu lassen ist fast schon so normal wie das tägliche Zähneputzen.

Die Superckecker83 und Mauselinchen17 sterben aus

Wo früher in Foren und Chatrooms noch mehr oder weniger fantasievolle Nicknames genutzt wurden, steht heute bei Facebook und Co der reale Name – samt Adresse und weiterer persönlicher Daten. Eine Goldgrube für Datenkraken und alle, die aus diesen Daten ihren Nutzen ziehen wollen.

Die größere Gefahr dabei sind aber nicht datensammelnde Unternehmen, die in der Regel ihre Verkaufszahlen steigern wollen, sondern reale Menschen. Wenn der eigene Chef oder auch Kollegen von prekären Dingen erfährt, kann das unangenehm werden. Oder wenn ein bedenkenlos hinzugefügter sogenannter „Freund“ eines Tages unaufgefordert vor der Haustür steht.

Wer mir seiner wahren Identität im Internet unterwegs ist und sich keine Gedanken um seine Privatsphäre macht, geht vielfältige Risiken ein.

Warum offenbaren wir uns in den Sozialen Netzwerken?

Vor dem Boom der Sozialen Netzwerke traf man sich mit den Freunden von Angesicht zu Angesicht. Man tauschte sich aus, diskutierte und verbreitete den neuesten Klatsch und Tratsch. Die Anzahl der Freunde blieb übersichtlich und auch seine Bekannten konnte man noch aus dem Gedächtnis aufzählen.

In trauter Runde unter seinen Freunden blieben in der Regel alle Informationen, die nicht für die Außenwelt bestimmt waren, auch da wo sie hingehörten. Des Weiteren erhielt man im Gespräch ständig eine Rückmeldung von seinem Gegenüber, entweder verbal oder nonverbal durch Körpersprache und Gesichtsausdruck. Diese Rückmeldung veranlasste den Sprecher dazu, sich im Notfall zu bremsen, wenn er drohte mit seinen Aussagen über die Strenge zu schlagen.

Es fällt uns oft grundsätzlich leichter, etwas im Web einzutippen als es jemanden direkt zu sagen. Gerade schüchternen und verschlossenen Mitmenschen ermöglicht die niedrigere Hemmschwelle bei der Online-Kommunikation überhaupt erst einen regen  Austausch mit seiner Umwelt.

Der gewichtigste Grund für die Einblicke in unsere Seele und das unermüdliche zur Schau stellen unseres Lebens in den Social Networks ist das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Jedes Mittel ist recht um von anderen beachtet zu werden. Es ist ein absolutes Grundbedürfnis von seiner Umwelt wahrgenommen und beachtet zu werden. Wir sind soziale Wesen und definieren uns vorwiegend über die Beziehung zu unserem sozialen Umfeld, über die Rückmeldung, die wir von anderen Menschen erhalten. Ohne soziale Kontakte geht ein Mensch ein.

Die sozialen Netzwerke profitieren von dieser Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und werden deshalb mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter boomen. Das sammeln von Freunden kann dabei praktisch zur Sucht werden. Je mehr Freunde, je wichtiger fühlt man sich. Und alle können sehen wie beliebt man ist. Man darf natürlich auch nichts verpassen und muß zeitnah reagieren können, damit man auch ja wahrgenommen wird und im Gedächtnis bleibt. Deshalb sind viele Leute rund um die Uhr online, entweder am heimischen PC oder unterwegs über Netbook, Tablet-PC oder Smartphone. Wer nicht verbunden ist, ist einsam. Man identifiziert sich immer mehr über seine Profile in den Netzwerken, virtuelles und reales Leben sind schon längst verschmolzen.

Fazit:

Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob Social Media gut oder schlecht ist, wie immer gibt es zwei Seiten der Medallie. Und wie immer ist nahezu alles schlecht, was man gnadenlos übertreibt. Der Grad von einem normalen Verhalten im Internet zur Sucht ist schmal. Wobei die Experten sich sowieso nicht wirklich einig sind, was noch ein normales Verhalten ist.

Aber was Du immer tun kannst ist, dich selbst zu hinterfragen. Bist Du pausenlos online, oder ist dein Social Media Verhalten noch im Rahmen? Halte Maß und achte darauf, dass Du dir deine Bestätigung nicht ausschließlich über dein Profil holst.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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