Wir können uns an vier Dinge gleichzeitig erinnern

Wieviel Informationen wir gleichzeitig behalten können

Der ein oder andere von euch hat vielleicht schon davon gehört, dass sich der Mensch an ungefähr sieben Dinge gleichzeitig erinnern können soll. Das ist soweit nicht ganz richtig, es sind nur vier Dinge gleichzeitig.

Der Psychologe Alan Bradley führte eine Studienreihe durch, in der er die obere Grenze der erinnerbaren Dinge ermitteln wollte.

Bradley stellte fest, dass die bisherige Annahme, der Mensch könnte sieben plus/minus zwei, also fünf bis neun Informationseinheiten behalten, falsch ist. Diese Zahl war zu hoch gesteckt, in der Studienreihe wurde gezeigt, dass es nur vier Informationseinheiten sind.

Das Kurzzeitgedächtnis braucht Konzentration

Jeder hat sicherlich schon festgestellt, wie begrenzt unser Kurzzeitgedächtnis ist. Wir müssen uns stark konzentrieren um etwas über einen kurzen Zeitraum zu behalten.

Werden wir abgelenkt, zum Beispiel dadurch, dass uns jemand anspricht, ist unsere Konzentration gestört und meist ist auch die Information, die wir uns merken wollten weg.

Können wir unsere Konzentration ungestört aufrecht erhalten, sind wir in der Lage bis zu vier Dinge gleichzeitig in unserem Kurzzeitgedächtnis zu behalten.

Die Merk-Strategie

Um die Erinnerungsfähigkeit an die Informationen in unserem Kurzzeitgedächtnis zu verbessern, wenden wir oft folgende Strategie an: Wir unterteilen die Informationen in übersichtliche Blöcke.

Wenn wir uns eine Zahlenreihe merken möchten, eine Telefonnummer zum Beispiel, dann unterteilen wir diese intuitiv in Blöcke zu drei oder vier Zahlen um sie uns solange zu merken, bis wir sie gewählt oder aufgeschrieben haben.

Diese Regel zum Erinnern von vier Elementen gilt auch für das Langzeitgedächtnis. Hier ist es sogar so, dass man sich am besten an Informationen erinnern und diese aus dem Langzeitgedächtnis abrufen kann, wenn die Informationen aus nicht mehr als drei Elementen bestehen.

Diese Elemente wiederum können sehr gut erinnert werden, wenn sie in Kategorien abgespeichert wurden.

Das können wir uns ungefähr so vorstellen: Nehmen wir zum Beispiel die Kategorie Bundesländer, zu dieser Kategorie gehören alle Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland und jeder Name eines Bundeslandes stellt ein Element dieser Kategorie dar.

Nach der obigen Theorie sollte es uns also leicht fallen auf Anhieb drei Namen von Bundesländern aus der Kategorie Bundesländer abzurufen – vorausgesetzt, wir haben nicht schon vorher alle Bundesländer bewusst auswendig gelernt, dann werden es sicherlich mehr als drei Bundesländer sein, an die wir uns erinnern.

Nicht zu viele Elemente pro Kategorie

Die Erfolgsquote sich an Elemente zu erinnern, verringert sich mit der Erhöhung der Anzahl der Elemente in einer Kategorie. Wie wir nun wissen, ist unsere Erinnerung bei drei Elementen außerordentlich gut, enthält die Kategorie aber vier bis sechs Elemente, dann können wir uns voraussichtlich nur an 80%  Prozent erinnern. Je mehr Elemente umso weiter fällt diese Prozentzahl.

Die Kenntnis über die genannten Regeln können wir auch für unser Webdesign nutzen, sie sind natürlich auch auf alle anderen Bereiche unseres Lebens anwendbar.

Fazit

Wir sollten den Besuchern unserer Webseite nicht mehr als vier Informationen auf einmal liefern, wenn wir möchten, dass die User diese Informationen optimal verarbeiten und erinnern können. Sind es mehr als vier Informationseinheiten, dann sollten diese in Blöcke bzw. Kategorien unterteilt werden, in der jeder einzelne Block nicht mehr als vier Informationselemente enthält.

Außerdem ist es sinnvoll dafür zu sorgen, dass sich die Anwender auf die Inhalte konzentrieren können, dass sie also möglichst nicht abgelenkt werden und so Informationen besser im Kurzzeitgedächtnis behalten. Zusammengehörende Informationen über mehrere Seiten hinweg zu verstreuen ist tunlichst zu vermeiden.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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