Das 90-9-1-Prinzip

Wieviel Mitmach hat das Mitmachweb?

Ich höre und lese ständig die Schlagworte „Web 2.0“, „Social Media“ und „Mitmachweb“. Aber was bedeuten diese Begriffe? Web 2.0, Social Media und Mitmachweb sind einfach nur verschiedene Begriffe für dieselbe Idee. Das Internet ist nicht mehr nur noch rein zum konsumieren (von Informationen) da, sondern soll zum regen Austausch genutzt werden.

Prinzipien des Social Web sind: jeder kann etwas veröffentlichen, jeder kann zu allem etwas sagen und eine Diskussion kann entstehen, alle Informationen werden geteilt und weiterverbreitet. Klingt doch ganz einfach. Das Mitmachweb wäre in dieser Form sicherlich auch ganz einfach zu verwirklichen, wenn da nicht der Internetuser selbst einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Habt Ihr schon einmal von dem 90-9-1-Prinzip gehört?

Nein, das sind keine Körpermaße und hat auch nichts mit dem 0-8-15-Format zu tun. Diese Regel des dänische Webexperten Jakob Nielsen erklärt  das Verhältnis von passiven zu aktiven Usern im sozialen Netz. Danach ist es so, dass von 100 Menschen der Großteil, und zwar ganze 90%, nur konsumieren. 9% beteiligen sich ab und zu und nur 1% der Internetuser beteiligen sich häufig am Geschehen und wirken dadurch maßgeblich an der Gestaltung und den Inhalten des Mitmachwebs mit.

Auf dieser Grundlage eine funktionierende Community aufzubauen ist alles andere als einfach, es erfordert viel Einsatz und Durchhaltevermögen. Wobei wir lediglich daran arbeiten können, möglichst viele von den Aktiven, die besagten 10%, anzuregen bei uns mitzumachen, indem sie z.B. einen Kommentar hinterlassen, den Like-Button betätigen oder ähnliches.

Woran liegt es, dass sich nur so wenige einbringen?

Eine Ursache könnte fehlende Technik sein. Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass auch heute noch Haushalte keinen eigenen PC haben und auf Internetcafés zurückgreifen. Daraus folgt oft ein Mangel an Gelegenheit und Zeit sich aktiv am Webgeschehen zu beteiligen.

Derselbe Zeitmangel kann für den Einzelnen bestehen, wenn ein einziger PC mit der ganzen Familie geteilt werden muss. Oder für Personen, die viel unterwegs sind ist es ohne ein geeignetes mobiles Gerät nicht möglich so intensiv am Social Web teilzunehmen, wie sie es sonst vielleicht tun würden.

Weiterhin könnte einfach der Mut fehlen, etwas zu veröffentlichen oder auch nur seine Meinung kund zu tun. Schließlich ist es nicht leicht bzw. für manche sehr unangenehm kritisiert zu werden und seine Äußerungen dann verteidigen zu müssen. Ebenso weiß man nicht, wer alles mitliest und man will hinterher nicht von Arbeitskollegen oder Freunden auf den vermeintlichen „Murks“ angesprochen werden. Oder das nötige Wissen fehlt und auch die Lust/Zeit sich dieses durch ausgiebige Recherche anzueignen.

Ohne ausreichende Fachkenntnis kein überzeugender Artikel. Auf der anderen Seite wollen manche ihr Wissen auch nicht teilen, sie nutzen es lieber für sich allein. Zuletzt ist nicht jeder ein guter Autor. Ausdruck, ein sinnvoller Satzbau und eine verständliche Formulierung liegen nicht jedem.

Was bedeutet das für uns?

Man kann viele Ursachen für mangelnde Beteiligung vermuten, ich denke, dass es letztendlich nicht möglich ist, die gesamte 90%-Mehrheit zum Mitmachen zu bewegen. Konzentrieren wir uns also, wie oben bereits erwähnt, vorerst auf den aktiven Teil, die 10%. Die Aufmerksamkeit dieser User zu erregen und sie für unser Projekt zu interessieren ist Arbeit genug, schließlich muss man sie auch mit anderen teilen.

Das bedeutet, wir sollten alles tun, um z.B. eine Beteiligung an unserem Blog in Form von Kommentaren oder in unseren Foren mit Postings technisch so leicht und einfach wie möglich zu machen – also für eine gute Usability sorgen.

Wieviel Mitmach hat das Mitmachweb – das Fazit

Schaffen wir interessante Inhalte, die zur Kommunikation einladen und hoffen, dass sich die Prozentzahl der Mitmacher im Laufe der Zeit doch vergrößert.

About The Author

Diana Ludwig

Webdesignerin, Pinselschwingerin, Bloggerin und Studentin der Medieninformatik. Mein Steckenpferd ist das freie Open Source 3D Programm Blender, über das ich auf Blender-Tutorial schreibe. Du findest mich auch auf Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

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